German. Nationalmuseum

Nürnbergs Supermuseum über alles Mögliche

Es ist ein Schatz unvorstellbaren Ausmaßes. Das Germanische Nationalmuseum (GNM) in Nürnberg ist das größte kulturgeschichtliche Museum des deutschsprachigen Raums. Es vereint gleich mehrere Museen in sich - über Waffen und Münzen, Spielzeug und Musikinstrumente, Kunstgewerbe und Möbel. Hier findet jeder Besucher viele spannende Objekte.

Die Sammlungen, die das Museum beherbergt, sind einfach gigantisch. Es ist eine Art "Museum über fast alles". Nähme man sich für jedes Objekt nur zehn Sekunden Zeit, würde der Besuch trotzdem ziemlich lange dauern: 150 Tage. Im Germanischen Nationalmuseum lagern 1,3 Millionen Schätze - von der Frühzeit bis zur Gegenwart. Ausgestellt sind "nur" 25.000. Aber da das nach der Zehn-Sekunden-Faustregel immer noch mehr als 69 Stunden dauern würde, kann man gleich mit dem "Mut zur Lücke" seine Lieblingsausstellungen ansteuern. Den Kern des Gebäudeensembles bildet übrigens das spätmittelalterliche Karthäuserkloster - mit Kirche, Hof und Kreuzgang. Das Museum gibt's schon seit mehr als 160 Jahren.

Riesenpuppenhaus und kostbarer Globus

Wie wär's zuerst mit der Gemäldeausstellung mit Werken von Albrecht Dürer, Rembrandt oder Lucas Cranach? Hier hängt auch "Der Trinker" von Ernst Ludwig Kirchner, ein Schlüsselwerk des Expressionismus. Oder doch lieber historische Musikinstrumente? Das Museum beherbergt mehr als 3.000 Objekte, unter anderem ein sogenanntes Doppelvirginal (Tastenistrument). In der Volkskundeausstellung können Besucher durch nachgebaute Uralt-Bauernstuben schlendern. In der Bibliothek liegen 3.380 Original-Handschriften, unter anderem ein Evangelienbuch, das um 1050 auf Kalbspergament geschrieben wurde. Im Spielzeugmuseum steht ein Riesenpuppenhaus, 2,30 Meter hoch, mit 15 Räumen und 1.000 Einrichtungsgegenständen. Es war im 17. Jahrhundert ein Modell, an dem Jugendliche die perfekte Haushaltsführung lernen sollten. In der Sammlung wissenschaftlicher Instrumente kann man Weltmaschinen und Uraltgloben bewundern, unter anderem den "Behaim-Erdapfel", den ältesten erhaltenen Erdglobus der Welt von 1493.

23 Sammlungen, 4 Ebenen

Ja, zugegeben, es gibt noch mehr Sammlungen, insgesamt sind's 23 - mit Grafiken, Münzen, Möbeln, Skulpturen. Über Gewerbe, Design, Bau, Garten, Gerichtsbarkeit, Kleidung, Handwerk, Medizin … Aber keine Angst: Der Übersichtsplan lotst alle Besucher sicher durch die Räume und Hallen und über die vier Ebenen. Ein Tipp für Ebene Null: das "Café Arte" mit Kuchen und frischem Bio-Essen - zum Glück ganz frisch und neuzeitlich und vor allem nicht nur zum Angucken.

P.S.: Den Unterschied zwischen GNM und GNTM sowie die jeweilige Bedeutung für die Menschheitsgeschichte können (bzw. müssen) Sie eventuell im Familienkreis erörtern …

Germanisches Nationalmuseum, Kartäusergasse 1, 90402 Nürnberg

Di. - So. 10.00 - 18.00, Mi. bis 21.00, Mo. geschlossen. Spielzeugmuseum erst ab 11.00,
Bibliothek Mo. - Fr. 9.30 - 18.00, Mi. bis 20.00,
Archiv, Graphische Sammlung, Münzkabinett Di.- Fr. 9.00 - 16.00

Erwachsene 8,- Euro, ermäßigt 5,- Euro, mittwochs ab 18.00 Eintritt frei

Foto: Stadt Nürnberg, Christine Dierenbach

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