Fürth

Fürth, die Kleine der Frankenfamilie

Immer im Schatten des berühmten Nürnberg (acht Kilometer Luftlinie), unterschätzt und als Reiseziel übersprungen: Fürth haben noch nicht allzu viele gesehen. Dabei gibt es hier so viele Kunst- und Baudenkmäler wie sonst nirgends in Bayern, tolle Finnen, die hübsche Furthia, klasse Museen und einen Rathausturm wie in Florenz. Darin spielt sogar Led Zeppelin. Also fast.

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Fürth, die Kleine der Frankenfamilie

Immer im Schatten des berühmten Nürnberg (acht Kilometer Luftlinie), unterschätzt und als Reiseziel übersprungen: Fürth haben noch nicht allzu viele gesehen. Dabei gibt es hier so viele Kunst- und Baudenkmäler wie sonst nirgends in Bayern, tolle Finnen, die hübsche Furthia, klasse Museen und einen Rathausturm wie in Florenz. Darin spielt sogar Led Zeppelin. Also fast.

Wer älter als 30 ist, kennt Fürth noch als bedeutenden Garnisonsstandort der US-Armee und großen Arbeitgeber mit Firmen wie Grundig und Quelle. Doch in den späten Neunzigern bröckelte der wirtschaftliche Halt weg: Abzug der US-Streitkräfte, 1998 Grundig-Krise mit Verlust tausender Arbeitsplätze, 2009 Quelle-Pleite. Die Kleinen sind bekanntlich zäh: Fürth schaffte aus eigener Kraft sein persönliches  „Wirtschaftswunder“, ist dank industrieller Top-Player wie Bobbycar-Hersteller Simba-Dickie, Skibrillenhersteller Uvex und Discounter Norma wieder gut aufgestellt. Die Uhren ticken aber wie eh und je. Fränkische Uhrzeit – das heißt Messung in Vierteln und Dreivierteln. Die Ostdeutschen werden wissen, was gemeint ist.

Kleinste U-Bahn-Stadt

Eine viertel Stunde braucht auch die U 1 zum Nürnberger Hauptbahnhof – was Metropolen wie Berlin, Hamburg und München haben, leistet sich Fürth also auch und darf sich Deutschlands kleinste U-Bahnstadt nennen. Okay, „Färdd“, wie die Einheimischen sagen, ist als Gesamtensemble nicht so überbordend prächtig wie Nürnberg. Aber in keiner anderen bayerischen City gibt es mehr Baudenkmäler – rund  2.000 Jugendstilschönheiten und Fachwerkschönheiten wurden erhalten. Vor allem der Rathausturm lässt 52 Meter hoch aufschauen: Optisch stand der Turm des Palazzo Vecchio in Florenz Pate. Zur Mittagszeit mal ganz genau hinhören: Immer um 12.04 Uhr spielen die Glocken Led Zeppelins Rockballade „Stairway to heaven“.

„Färdder Kärwa“: größte Straßenkirchweih Bayerns

Selbstverständlich hat eine Grundig-Stadt auch ein Rundfunkmuseum – übrigens ein ganz Zauberhaftes. Eindringliche Geschichte vermitteln zudem das Jüdische Museum Franken und das Ludwig-Erhard-Zentrum. Für die Fürther selbst heißt der höchste Feiertag Kärwa – die Michaelis-Kirchweih wird jetzt sogar in das Bayerische Landesverzeichnis des immateriellen Kulturerbes aufgenommen. Bisschen finnophil sind die Fürther auch noch - dank Mr. Mäkkelä, der eigentlich Martti Trillitzsch heißt, ein erfolgreicher Labelboss und Besitzer des großartigen Plattenladens Kioski Recordstore ist (Nürnberger Straße 3). Hier gibt es neben finnischer Musik etliche andere skurrile Funde – einfach vorbeischauen, einmalig in Deutschland.  

Deutschlands erste offizielle Eisenbahnfahrt

Es gibt ein historisches Ereignis, dass Fürth für alle Zeit in die Geschichtsbücher gebracht hat: Der "Adler", die erste Eisenbahn in Deutschland, fuhr 1835 vom Nürnberger Plärrer zur Fürther Freiheit. Diesem Siegesakt der Technik wurde ein opulentes Denkmal gesetzt: das Ludwig-Eisenbahn-Denkmal. An den Seiten des zehn Meter hohen Granit-Obelisken sitzen die hübsche Furthia und Noris, Personifikationen der Städte Fürth und Nürnberg. Furthia dreht ihm aber die kalte Schulter zu. Also ein bisschen wie im wahren Leben. Aber solange sie nicht gegeneinander Fußball spielen, haben sie sich eigentlich doch ganz gern, die Fürther und die Nürnberger.

 

 

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