Festung Königstein

Auf Eroberungszug durch das mächtige Fort

247 Meter über der Elbe, umringt von 2,2 Kilometer Festungsmauer, nie erobert - hoch oben auf einer Felsplatte thront die Festung Königstein. Im Elbsandsteingebirge gelegen, ist sie eine der größten Bergfestungen Europas.

Erst Burg, dann Kloster, Landesfestung, Staatsgefängnis, Kriegsgefangenenlager, Jugendwerkhof der DDR und jetzt Museum. Die Gebäude sind durch eine abwechslungsreiche Geschichte geprägt. Seit über 800 Jahren erhebt sich die Festung Königstein am linken Elbufer. Kein Feind traute sich die Festung anzugreifen, so mächtig, imposant und unbezwingbar steht sie da. Der perfekte Rückzugsort in turbulenten Zeiten: Die sächsische Königsfamilie, sächsische Landesherren, der Kurfürst und sein Hofstaat warteten hier während heftiger Unruhen im Land auf ruhigere Tage.

Für die 9,5 Hektar große Anlage - etwa so groß wie 13 Fußballfelder - sollte viel Zeit mitgebracht werden. Die Dauerausstellung "In lapide regis" (lat. für Auf dem Stein des Königs) fasst die Geschichte der Festung Königstein zusammen. Panorama-Aufzug, Erlebnis-Gastronomie und viele weitere Ausstellungen versetzen zurück in die Vergangenheit. Schönster Aussichtspunkt: die Königsnase. Von diesem Felsvorsprung an der Ostseite der Festung geht der Blick über das verträumte Elbtal und das mystische Elbsandsteingebirge. Das ist mindestens genauso spektakulär wie von der Bastei.

Keine Burg wie jede andere, sondern ein sächsisches Superlativ-Bollwerk: Auf der Festung Königstein ist alles etwas tiefer, grösser und älter. Im Brunnenhaus fällt der Blick 152,5 Meter nach unten in ein schwarzes Loch. Der tiefste Brunnen Sachsens ist noch voll funktionstüchtig. Im Proviantkeller stand das ehemals größte Weinfass der Welt. Für einen Wettstreit zwischen Sachsen und Pfalz ließ August der Starke das Riesenfass bauen. Elf Meter lang, acht Meter hoch, unglaubliche 238.000 Liter Fassungsvermögen. Ein Deutscher trinkt durchschnittlich gerade mal 21 Liter Wein im Jahr - eine ganze Kleinstadt hätte sich an diesem Monstrum betrinken können. Als Erinnerung an die verrückten alten Zeiten steht an selber Stelle jetzt ein Nachbau des Fasses: eine Kunstinstallation aus grünen Weinflaschen. Erinnert ein bisschen an ein gigantisches Gürteltier.

Auf eine Zeitreise zu Kasematten, Riesenfass und Brunnen gehen tägliche Führungen (April - Oktober). Schon mal in einem bombensicheren Raum gespeist? Ein Besuch im Restaurant "Kasematten" darf bei keiner Festungsbesichtigung fehlen. Im unterirdischen Gewölbelabyrinth der Festungsanlage wird wie zu anno dazumal serviert. Frisch gestärkt geht es über den Malerweg zurück in den Ort Königstein, eine etwa 30- bis 40-minütige Wanderung mit wunderbarer Aussicht. Schneller geht es mit dem Festungsexpress, der Oldtimer-Bus fährt jede halbe Stunde (April - Oktober).

Geöffnet: April - Oktober täglich 9.00 - 18.00, November - März täglich 9.00 - 17.00, Führungen täglich April - Oktober,

Eintritt Erwachsene Sommer 10,- Euro, Winter 8,- Euro

Fotos: Pixabay, Sylvio Dittrich

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