Blomberg

Blomberg

"Die Blume" wird Blomberg auch genannt. Kommt das daher, dass diese Stadt im Lipperland früher auch "Blumberg" hieß? Oder von der Schönheit der schmucken Gassen, des alten Stadttors aus dem 16. Jahrhundert und den romantischen Spazierwegen rund um die Stadtmauer? Oder liegt es wie immer an den hohen Herren, in diesem Fall derer zur Lippe, die eine Rose im Wappen tragen und diese Stadt vor über 750 Jahren gründeten? Gleich, welche Idee Ihnen besser gefällt, heute trägt die einstmals recht kriegerische Stadt ihren Beinamen zu recht. Am besten überzeugen Sie sich bei einem Besuch gleich selbst davon. Besonders zu erwähnen sind die rund 250 jahrhundertealten Fachwerkhäuser, die Befestigungsanlagen der Stadt und natürlich die Burg Blomberg selbst. Diese bewohnen in letzter Zeit aber nicht mehr die edlen Herren zur Lippe, sondern Sie, der Urlauber dieser Region!

Die ewigen Querelen der Grafen zur Lippe mit den Nachbarn, Geschichten von Ablass und Wegezoll - all das kennt man ja auch von anderswo. Aber Blomberg hat noch ganz andere Historien zu berichten. So etwa die Geschichte der Alheyd Pustekoke. Dank gewisser Burgherren, die ihre Stammburg mit dem Geld ihrer Lehnsleute ausbauen wollten, war das Geld in Blomberg lange Zeit ziemlich knapp. Doch 1460 kamen die Einwohner völlig unerwartet zu einer neuen Quelle des Wohlstands ...

Alles begann damit, dass Alheyd Pustekoke aus der Martinikirche die geweihten Hostien stahl, um das Leid zu Hause abzuwenden. Verfolgt und ertappt warf sie sie in den Brunnen, doch statt zu sinken und ihr Verbrechen zu verbergen, gingen sie nicht unter. Die Folge: Sie wurde zum Feuertod verurteilt. Noch während sie sich in Haft befand, erhob sich ein schreckliches Unwetter über der Stadt, dass - so berichtet die Sage - die Leute als Zorn des Himmels über ihre Tat deuteten und daher ihre Strafe vorverlegten: Noch am Tage vor Pfingsten wurde das Urteil vollstreckt. Daraufhin wurde es sofort wieder still. Das Wasser des Brunnens aber, das nun den "heiligen Leib des Herrn" barg, wurde flugs für wundertätig erklärt und heilte angeblich allerlei Krankheiten und Gebrechen. Einige Erzählungen gehen sogar so weit, dass aus dem Wunderbrunnen ein Jungbrunnen wurde, aber hineingestiegen ist dann doch keiner.

Trotzdem brachte der Brunnen viele, gar Tausende Pilger, Kranke und somit Geld in die Stadt. Selbst die Kirche blickte wohlgefällig auf Blomberg und erließ für die Erbauer einer gotischen Hallenkirche mal eben 100 Jahre Ablass - und zwar "für alle Sünden und Verbrechen, auch für die schweren und ungeheuerlichen". Darüber hätte sich Alheyd Pustekoke sicher auch gefreut. Heute steht ihr zu Ehren immerhin ein Denkmal am Brunnen. Warum allerdings auch ein einheimischer Wachholderschnaps nach der ehemaligen Hexe benannt wurde, ist eine andere Geschichte ...

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