Möhnesee
Möhnesee: Zwischen Stausee, Geschichte und Naturerlebnis
Zwischen Arnsberg und Soest, eingebettet in die sanften Hügel des Sauerlandes, liegt der Möhnesee – mit rund 1.000 Hektar Wasserfläche der größte Stausee in Nordrhein-Westfalen. Die Einheimischen nennen ihn liebevoll das Westfälische Meer, und wer einmal an seinem Ufer gestanden hat, versteht warum: Weite Wasserflächen, bewaldete Hügel und eine fast meditative Ruhe machen den See zu einem der schönsten Ausflugsziele in Westfalen.
Entstanden ist der Möhnesee durch eine Talsperre, die 1909 nach nur vier Jahren Bauzeit eingeweiht wurde. Anfangs diente er ausschließlich der Trinkwasserversorgung und der Energiegewinnung für das Ruhrgebiet. Heute ist er vor allem eines: ein vielseitiges Naherholungsgebiet, das Familien, Wassersportler, Radfahrer und Wanderer gleichermaßen anzieht. Das Naturschutzgebiet rund um den See sorgt dafür, dass Natur und Erholung hier im Gleichgewicht bleiben.
Der Möhnesee liegt etwa 45 Kilometer südöstlich von Dortmund und ist damit ein leicht erreichbares Ziel – ideal für einen Tagesausflug oder als Ausgangspunkt für einen Urlaub im Sauerland.
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Die historische Staumauer des Möhnesees
Die Staumauer des Möhnesees ist mehr als ein technisches Bauwerk – sie ist ein Stück Geschichte, das man gesehen haben sollte. Aus Bruchsteinen von Hand erbaut, rund 650 Meter lang und an der breitesten Stelle 34 Meter dick, war sie bei ihrer Fertigstellung 1909 eine der größten Staumauern Europas. Wer über sie spaziert, spürt die Solidität und den Ehrgeiz einer Epoche, die mit purer Handarbeit Enormes leistete.
Besonders eindrucksvoll ist der Anblick, wenn der Stausee vollgelaufen ist und Wasser durch die 105 Überlauföffnungen strömt – eine weiße Gischt-Wand entlang der gesamten Mauer. Ein unvergessliches Naturschauspiel, das Fotografen aus der ganzen Region anzieht.
Was viele nicht wissen: Im Zweiten Weltkrieg war die Staumauer ein strategisches Ziel der britischen Royal Air Force. Am 17. Mai 1943 gelang es mit speziell entwickelten Rollbomben (Operation Chastise), ein 80 Meter breites Loch in die Mauer zu sprengen. Die dadurch ausgelöste Flutwelle kostete rund 1.500 Menschen das Leben. Wer genau hinsieht, kann noch heute erkennen, wo die Mauer repariert wurde. Führungen durch das Innere der Staumauer geben spannende Einblicke in Konstruktion und Geschichte.
| Merkmal | Daten |
|---|---|
| Bauzeit | 1905–1909 |
| Länge der Mauer | 650 m |
| Höhe | 40 m |
| Breite (max.) | 34 m |
| Wasserfläche | ca. 1.000 ha |
| Fassungsvermögen | 134,5 Mio. m³ |
Was kann man am Möhnesee unternehmen?
Der Möhnesee bietet das ganze Jahr über eine beeindruckende Vielfalt an Aktivitäten – hier findet jeder etwas, das ihm liegt. Wasser, Wald und weite Wege machen den See zu einem ganzjährigen Ausflugsziel.
Wassersport und Baden
- Segeln, Surfen und Stand-up-Paddling (SUP)
- Kanufahren und Rudern
- Motor- und Elektroboote mieten
- Tauchen in den klaren Gewässern
- Baden an mehreren ausgeschilderten Badestellen (u.a. Delecke, Günne)
Radfahren und Wandern
- Ca. 40 km gut ausgeschilderte Radwege entlang beider Ufer
- Der Möhnesee-Radweg umrundet den kompletten See
- Wanderpfade durch den Naturpark Arnsberger Wald
- Geführte Touren mit lokalen Anbietern buchbar
Weitere Freizeitangebote
- Panoramablick vom Möhneseeturm (206 Stufen)
- Schifffahrten und Rundfahrten ab Körbecke
- Abenteuerspielplätze und Sportflächen am Ufer
- Angeln (mit Erlaubnisschein)
- Fischräuchereien und Gastronomie direkt am Ufer
Sehenswürdigkeiten rund um den Möhnesee
Rund um den Möhnesee gibt es eine Reihe von Sehenswürdigkeiten, die sich perfekt zu einem Ausflug verbinden lassen.
Der Möhneseeturm in Körbecke gehört zu den Wahrzeichen des Sees. Wer die 206 Stufen auf sich nimmt, wird mit einem herrlichen Panoramablick über das Westfälische Meer belohnt. Bei klarem Wetter reicht die Sicht weit ins Sauerland hinein.
Das Jagdschloss St. Meinolf liegt mitten im Naturpark Arnsberger Wald und bietet eine stille Einkehr fernab vom Trubel. Im Frühjahr und Herbst ist die Umgebung besonders malerisch – ein Geheimtipp für Naturfreunde.
Der letzte erhaltene Bismarckturm in der Region steht unweit des Möhneseeufers und erinnert an eine politische Epoche, die Deutschland maßgeblich geprägt hat. Auch die geheimnisvolle Drüggelter Kapelle – eine romanische Rundkirche aus dem 12. Jahrhundert – liegt nur wenige Kilometer vom See entfernt und ist absolut sehenswert (mehr dazu weiter unten).
Wer die Natur bevorzugt, wandert durch das Naturschutzgebiet am Nordufer – ein weitgehend unberührter Bereich voller Vögel und Wildtiere.
Praktische Informationen für deinen Besuch am Möhnesee
Ein Ausflug oder Urlaub am Möhnesee lässt sich gut planen – hier die wichtigsten Informationen auf einen Blick.
Anreise
- Mit dem Auto: Der Möhnesee liegt an der B229, gut erreichbar von der A44 (Abfahrt Soest) oder der A46 (Abfahrt Arnsberg). Parkplätze stehen an den Hauptzugängen in Körbecke, Günne und Delecke zur Verfügung.
- Mit dem Bus: Die Buslinie S40 (SauerlandNetz) verbindet Soest und Arnsberg mit dem Möhnesee.
- Mit der Bahn: Nächste Bahnhöfe: Soest (ca. 12 km) oder Arnsberg (ca. 15 km), von dort weiter per Bus oder Taxi.
| Information | Details |
|---|---|
| Lage | Zwischen Arnsberg und Soest, NRW |
| Seefläche | ca. 1.000 ha |
| Uferweg (Radfahren) | ca. 40 km |
| Badestellen | Delecke, Günne, u.a. |
| Eintritt See | Kostenlos (Parkgebühren variieren) |
| Beste Reisezeit | Mai – Oktober |
| Entfernung Dortmund | ca. 45 km |
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Das Sauerland und die Region rund um den Möhnesee haben noch einiges mehr zu bieten – abseits des Mainstreams und der vollen Badebuchten. Wer den See einmal auf ganz andere Weise erleben möchte, sollte einen der folgenden Tipps auf die Merkliste setzen.
Geheimtipp: Die Drüggelter Kapelle
Wenige Kilometer vom Möhnesee entfernt, auf einem Hügel im Wald versteckt, liegt die Drüggelter Kapelle – eine der ältesten und rätselhaftesten Kirchen Westfalens. Das kleine romanische Rundbauwerk stammt aus dem 12. Jahrhundert und fällt sofort durch seine ungewöhnliche Kreisform auf.
Besonders bekannt ist die Kapelle für ihre außergewöhnliche Akustik: Ein leises Flüstern an der Wand ist auf der gegenüberliegenden Seite noch deutlich zu hören. Ein kleines akustisches Wunder, das die meisten Besucher überrascht.
Viele Tagesausflügler am Möhnesee wissen gar nicht, dass es diesen stillen Ort gibt – und genau das macht ihn so besonders. Die Kapelle ist frei zugänglich und liegt nur wenige Kilometer vom Seeufer entfernt. Eine gute Gelegenheit, dem Trubel an der Staumauer für eine Stunde zu entkommen und etwas wirklich Einzigartiges zu erleben.