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Urlaub in Ingolstadt: Boomtown und Frankensteinstadt

Audi - das fällt den meisten an, wenn sie an Ingolstadt denken. Die oberbayerische Stadt steht ungerechterweise im Schatten von München, Nürnberg und Augsburg. Was hat Ingolstadt zu bieten außer dem Werksgelände von Audi, so groß wie Monaco? Eine Menge: urbayerische Atmosphäre, kleinstädtische Gemütlichkeit, jede Menge Kultur, Architektur und ein Monster.

Ingolstadt, Oberbayern

Ingolstadt: unterschätze Boomtown und Frankensteinstadt

Audi - das fällt den meisten an, wenn sie an Ingolstadt denken. Die oberbayerische Stadt steht ungerechterweise im Schatten von München, Nürnberg und Augsburg. Was hat Ingolstadt zu bieten außer dem Werksgelände von Audi, so groß wie Monaco? Eine Menge: urbayerische Atmosphäre, kleinstädtische Gemütlichkeit, jede Menge Kultur, Architektur und ein Monster.

Ingolstadt boomt wie kein anderer Ort, aber eine Industriestadt - von wegen! In der Altstadt vereinen sich mittelalterliche, spätgotische und barocke Architektur zu einer bunten, historischen Kulisse. Dank gemütlicher Cafés, kleiner Geschäfte und Bäckereien und den zahlreichen Studenten ist es hier immer turbelig. Weichen Sie einfach auf die kleinen, verwinkelten Gassen aus und erforschen Sie Bayerns fünftgrößte Stadt. In der Innenstadt finden Sie auch das Fleißerhaus, ein Museum zu Ehren der Ingolstädter Schriftstellerin Marieluise Fleißer, und das Münster. Hier predigte der Gegenreformator Johannes Eck. Aus der gleichen Zeit wie die Kirche, dem 15. Jahrhundert, stammt auch das Schloss, schneeweiß, trutzig und heute Heimat des Bayerischen Armeemuseums. An Prachtbauten hat die Stadt an der Donau noch einiges zu bieten: die Alte Anatomie, den Herzogkasten (ein Schloss), das Ickstatthaus mit der höchsten Barockfassade Deutschlands, das Kreuztor (Wahrzeichen der Stadt) und fast 600 weitere Baudenkmäler.

Bierbrunnen mit Reinheitsgebot

Obwohl Ingolstadt die zweitgrößte Stadt Oberbayerns ist, hat man nie das Gefühl in einer Großstadt zu sein. Das liegt an der besonderen Topografie: Die Altstadt ist umgeben von einem grünen Band. Das ehemalige Schussfeld der Garnisonsstadt ist heute ein Naherholungsgebiet mit Parks, Freibad und Fußballfeldern. Dank dieser Teilung ist die Innenstadt gemütlich und man kann sich fast bildlich vorstellen, wie hier 1516 das Reinheitsgebot ausgerufen wurde. Daran erinnert heute der Bierbrunnen, der zum 500. Jubiläum errichtet wurde. Der spendet jedoch keinen Gerstensaft, sondern frisches Trinkwasser.

Schauerliche Überraschungen in mittelalterlichen Gassen

Bei aller bayerischen Gemütlichkeit - grausen kann sich der Besucher hier auch. Bei Deutschlands erster Gruselstadtführung lädt Dr. Victor Frankenstein persönlich zu einer Nachtführung durch die Universitätsstadt ein. Mary Shelleys besessener Doktor erschuf sein Monster aus Leichenteilen nämlich genau hier. Die Autorin selbst hat Ingolstadt nie besucht, doch die Universität war damals für ihre medizinischen Experimente europaweit bekannt. Die Führung zeigt Neugierigen und Gruselwilligen alle Orte des Romans und nicht nur das: Man begegnet allerlei finsteren Gestalten - kleine Schrecksekunden nicht ausgeschlossen. Einfach grauenvoll unterhaltsam.

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