Frankenwald

Der Frankenwald: Das sind ja schöne Aussichten

Im Norden Bayerns liegt er: der Frankenwald. Hier gibt es, so sagt man, keine Berge, nur Täler. Schmale Senken durchschneiden die Hochebene und bilden so das Mittelgebirge zwischen Saale und Main. Wanderziel, Märchenwald, Fitnesscenter und Schlemmerregion, der Frankenwald ist ein vielseitiges Stück Natur, das sogar in Amsterdam eine tragende Rolle spielt.

Wer die üppig grünen Fichten des Frankenwaldes erblickt, den wird es in den Fingern jucken, gleich die Wanderschuhe zu schnüren. Kein Wunder, hier ist das Wegenetz zum Radfahren und Wandern gut ausgeschildert und sogar ausgezeichnet: als erste bayerische „Qualitätsregion Wanderbares Deutschland". Hunderte Kilometer Wanderwege durchziehen die Region, vorbei an bewaldeten Hügeln, Flüssen und Seen, durch malerische Täler und dichten Forst. Liebevoll angelegt sind die „FrankenwaldSteigla“, Wanderrundwege für jeden Anspruch. Ein ganz besonderes Ziel ist das Höllental bei Bad Steben, Heimat des Höllensprudels. Das ist eine der tiefsten Quellen Bayerns, reich an Mineralien und natürlicher Kohlensäure. Hoch hinauf geht es dagegen bei den vielen Aussichtspunkten des Frankenwaldes: Ganz in der Nähe im Höllental locken die Aussichtspunkte „Hirschsprung“ und „König David“. Auch der Birnbaumer Aussichtsturm in Steinwiesen im Frankenwald bietet einen fantastischen Ausblick bis ins Fichtelgebirge und sogar ins Maintal.

„Schwarzes Gold“ auf dem Dach

Typisch für die Region sind die schiefergedeckten Häuser. Im Frankenwald war Schieferbergbau lange eine der Einnahmequellen der Bewohner – das „schwarze Gold“ wird heute noch verwendet und verleiht den Frankenwalddörfern ihren Charme. In Ludwigsstadt gibt es sogar ein ganzes Museum, das sich dem Gestein widmet. Auch die Wehrkirche Zum Heiligen Geist in Grafengehaig ist mit Schiefer gedeckt. Sie ist eine der ältesten und am besten erhaltenen Wehrkirchen Deutschlands und eindrucksvoll anzusehen. Nicht nur für das Auge ist der Frankenwald ein Schmankerl, auch der Magen freut sich über die Spezialitäten der Region. Die Frankenwälder Zicklein werden besonders im Frühling gern serviert, aber auch die Schiefertrüffel und handgemachten Pralinen aus Lauenstein erfreuen die Gaumen der Feinschmecker.

Im Frankenwald hat Wasser Balken

Rekordverdächtig – das sind die beiden berühmten Burgen im Frankenwald. Die Festung Rosenberg in Kronach ist die größte Festungsanlage in Bayern und wurde in ihrer 700-jährigen Geschichte nie gewaltsam eingenommen. Die Plassenburg in Kulmbach bietet gleich zwei Besonderheiten: Zum einen stammt die Legende von der Weißen Frau, dem Hausgespenst der Hohenzollern, von dieser Höhenburg. Zum anderen ist hier das Deutsche Zinnfigurenmuseum untergebracht, mit seinen über 300.000 Figuren ist es das größte der Welt. In 170 Dioramen werden die Exponate ausgestellt, es gibt Gießvorführungen. Wer sich statt auf die Höhenburg lieber in die Tiefe begibt, sollte Bayerns einziges noch betriebenes Schieferbergwerk bei Geroldsgrün besichtigen. Die Frankenwälder fühlen sich sehr mit dem Wald verbunden, war und ist er doch ihre Lebensgrundlage. Heute als Touristendestination, früher durch den Bergbau und die Flößerei. Wer das Nasswerden nicht scheut, kann das selbst ausprobieren. Mit dem Floß und einem erfahrenen Flößer geht es bis Wallenfels auf der Rodach über Stromschnellen und unter Brücken hindurch. Da bleibt kein Fuß trocken. Dabei lernt man auch, dass die Tannen aus dem Frankenwald bis nach Amsterdam gebracht wurden. Ihr Holz bildete das Fundament für die Häuser dort. Die Region hat es weit gebracht.

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