Schloss Elisabethenburg

Vom Bischof zum Herzog, heute Schloss-Museum

Der erste Herzog von Sachsen-Meiningen, Bernhard I., ließ das barocke Schloss in den Jahren 1682 bis 1692 erbauen und benannte es nach seiner zweiten Gemahlin Elisabeth. Ganze 238 Jahre lang residierte hier die Herzogsfamilie.

Ursprünglich sollte an dieser Stelle die Würzburger Burg, genannt Bibrasbau, abgeleitet von Bibra sein Bau nach dem Bischof Lorenz von Bibra, stehen. Im Jahr 1511 stand dann auch tatsächlich der Hauptbau für die Würzburger Bischöfe. Bernhard I. bezog diesen Bibrasbau klevererweise in sein Dreiflügel-Ensemble als Nordflügel ein. Durch den Turm in der Mittelachse des Hauptflügels könnte man aus der Luft betrachtet meinen, ein "E" wie Elisabeth zu erkennen. Die so betrachtete offene Seite schlossen die Baumeister mit einem halbkreisförmigen Bau, dem Rundbau. Der majestätische Schlosshof mit seinem in Italien gefertigten Mamorbrunnen gab der herzoglichen Residenz den letzten Schliff.

Seit mehr als drei Jahrhunderten sind die Meininger für ihr musikalisches Bewusstsein bekannt. Unter Georg I. erlebte das Herzogtum in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts eine kulturelle Blütezeit. Jetzt durften auch normale Bürger an den Schlosskonzerten teilhaben. Berühmtheiten wie Richard Wagner, Hans von Bülow, Johannes Brahms und Richard Strauss waren ebenfalls gern zu Gast. Mitte des 19. Jahrhunderts kam das unter Bernhard II. errichtete Theater hinzu. Max Reger leitete die Meininger Hofkapelle in den Jahren 1911 bis 1914.

Heute befindet sich im Schloss die thematisch vielseitigste Ausstellung Thüringens. Im Hauptflügel in 52 Räumen sehen Sie den Hauptteil der Meininger Museen: das historische Interieur, die herzogliche Kunstsammlung mit über 500 Gemälden und mehreren tausend Grafiken aus ganz Europa, die Musikgeschichte, die durch Musiker wie Brahms, Bach, Wagner, von Bülow, Strauss und Reger geschrieben wurde, und die Meininger Theatergeschichte sowie wechselnde Galerien historischer Exponate. Im Max-Reger-Archiv wird sein Arbeitszimmer gezeigt und eine Sammlung von historischen Musikinstrumenten.

Abgesehen von den beeindruckenden Exponaten ist natürlich auch die Architektur wunderbar anzusehen. Nehmen Sie sich Zeit für den Marmorsaal, den "Konzertsaal Johannes Brahms" in der damaligen Schlosskirche und den barocken Hessensaal im heutigen Turmcafé mit Blick über die Altstadt Meiningens. Und wer sich traut, lässt sich im reich mit Gold verzierten Trauungszimmer trauen.

Öffnungszeiten: Di. - So. 10.00 - 18.00

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