Brückenhäuser

Bad Kreuznach – Alte Nahebrücke mit Brückenhäusern

Manche Stadtbewohner machen aus der Not eine Sehenswürdigkeit. So geschehen auf der Brücke über die Nahe in Bad Kreuznach. Um 1300 ließ der Stadtherr über die beiden Flussarme eine hochmoderne Steinbrücke bauen, ein Wunderwerk der mittelalterlichen Ingenieurskunst mit acht Bögen und Flutschutz. Sie war damals Teil der Stadtmauer und die Pfeiler hohl, weil sie zur Aufbewahrung von Schießpulver dienten. Noch heute erkennt man die Schießscharten in der Mauer. Aus Platzmangel begannen die Kreuznacher ein Jahrhundert später, Häuser auf der Brücke zu errichten – die hohlen Pfeiler dienten als Keller, gegen Hochwasser wurden eiserne Stützbalken installiert. Das war ziemlich keck, denn ausgerechnet auf der Brücke durfte man eigentlich nicht bauen. Allem Ärger mit der Obrigkeit zum Trotz, die Häuser blieben und sind heute das Wahrzeichen der Stadt.

Nur zwei der Brückenhäuser sind in der Originalbauweise erhalten. Eines davon hat eine Kanonenkugel in der Stirnseite stecken - ein Relikt der Eroberung durch die Schweden im Jahr 1632. Überhaupt haben Kriege der Brücke übel mitgespielt: Im Zweiten Weltkrieg wurde ein Teil der Brücke gesprengt und später als Spannbetonkonstruktion wieder aufgebaut. Der Rest der Alten Nahebrücke wird jedoch umso liebevoller gepflegt und restauriert. Nicht umsonst ist der Blick über den Mühlenteil von der Geißenbrücke aus eines der beliebtesten Fotomotive unter Besuchern. Wir empfehlen: Von der Kirschsteinanlage gegenüber sehen Sie die gesamte Brücke mit der Pauluskirche im Hintergrund. Seit Anfang der 80er Jahre stehen die Brückenhäuser übrigens unter Denkmalschutz – das hätten die alten Kreuznacher, die nur billigen Wohnraum suchten, bestimmt nicht gedacht.

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