Bingen

Heilige Hildegard! Mehr Rhein und Wein geht nicht

Mal ehrlich: In der heimlichen Weinhauptstadt Deutschlands nüchtern zu bleiben ist schwer. Aber das UNESCO-Weltkulturerbe hat noch mehr zu bieten. Einen Turm mit menschenfressenden Mäusen. Wingertsknorze mit Spundekäs. Und natürlich Hildegard, die spannendste Frau des Mittelalters.

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Heilige Hildegard! Mehr Rhein und Wein geht nicht

Mal ehrlich: In der heimlichen Weinhauptstadt Deutschlands nüchtern zu bleiben ist schwer. Aber das UNESCO-Weltkulturerbe hat noch mehr zu bieten. Einen Turm mit menschenfressenden Mäusen. Wingertsknorze mit Spundekäs. Und natürlich Hildegard, die spannendste Frau des Mittelalters.

Eine schaurig-schöne Legende sollte jede Stadt haben. In Bingen übernimmt das der Mäuseturm. Im ehemaligen Wehr-und Wachturm, der wie ein leuchtender Zinnsoldat auf einer schmalen Insel nahe des Binger Lochs stramm steht, wurde im 10. Jahrhundert ein hartherziger Erzbischof von Mäusen gefressen. Heute ist er das pittoreske Wahrzeichen von Bingen. Besichtigungen allerdings nur zu bestimmten Terminen im Jahr. Gastfreundlicher und mit schönerer Aussicht: Burg Klopp. Selbst an Regentagen gibt es hier einen tröstlichen Ort: das Burgrestaurant. Perlhuhn oder Kalbstafelspitz, dazu fließt Rhein-Wein. Und dann? Bingen hat nur gesehen, wer auch Hildegards Spuren folgt.

Frauenpower des Mittelalters

800 Jahre ist es her, dass das Universalgenie Hildegard in Bingen lebte. Sie wusste alles über Natur- und Heilkunde, komponierte nebenbei und schrieb theologische Werke. Sie beratschlagte den Papst, Kaiser und Bischöfe. Es ist eine Lust, ihren Spuren zu folgen. Zur Rochuskapelle und auf Kloster Rupertsberg, in den Hildegarten und zur Dauerausstellung im Historischen Museum. Überhaupt - die ganze Umgebung von Bingen ist Hildegard-Land. Zwischen Rhein und Nahe, bis nach Rüdesheim, Eibingen, Trier und Mainz. Ja, sie war viel unterwegs. Ein Großteil davon zählt heute zum UNESCO Weltkulturerbe Oberes Mittelrheintal.

Lieblingszutat? Riesling!

Gründe für die viel beschriebene Rheingauer Lebensfreude hängen vor allem am Rebstock. Mehr als 30 Weingüter gibt es in Bingen, es ist die Wiege des Eisweins, berühmte Lagen sind der Scharlachberg und Rochusberg. Doch erst muss was in den Bauch. Aussprache-übungsbedürftig ist ein besonderes Brötchen, aber geben Sie alles, es lohnt sich: Wingertsknorze. Aus Roggen, mit Kümmel, Röstzwiebeln und Speck, knorrig in Gestalt. Wird gern verzehrt mit Spundekäs. Oder auch Handkäs mit Musik und Tresterkäse. Im Grunde sofort genussfertig für ein Duett mit einem Glas Riesling. Da dieser Weißwein im Rheingau allgegenwärtig ist, auch bei der Verfeinerung von Gerichten, kann Frischluft nicht schaden. Der ideale Ort, um den kleinen Schwips auszulüften: das Bingener Kulturufer mit Hafenpark, Parkanlage Hindenburg, Rhein-Nahe-Eck und - hier steht er wieder, der Mäuseturm.

Burg Klopp, Kloppgasse 1, 55411 Bingen am Rhein

Turmbesteigung Apr. - Okt. täglich 8.00 - 18.00, gratis

Restaurant Mi. - So. 12.00 - 14.30 und ab 18.00, Mo./Die. Ruhetag

Rochuskapelle, Rochusberg 2, 55411 Bingen am Rhein (nur zu Gottesdiensten geöffnet)

Kloster Rupertsberg, Am Rupertsberg 16, 55411 Bingen-Bingerbrück

März - Oktober So./Fei. 14.00 - 17.00 oder nach telefonischer Absprache 06721-984368

Foto: Stadt Bingen am Rhein

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