Nationalpark Schwarzwald

Nationalpark Schwarzwald: Eine Spur wilder

Für berauschende Naturerlebnisse müssen Sie nicht erst die ganze Welt bereisen. Bizarre Schönheiten, idyllische Pfade und verschwiegene Plätze liegen direkt vor der Haustür. Wie der Nationalpark Schwarzwald – einer der jüngsten Deutschlands und der erste und einzige in Baden-Württemberg. Seit der Gründung im Januar 2014 wurde hier die Natur wieder in die Freiheit entlassen. Auf rund 10.000 Hektar Schutzgebiet, zwischen Baden-Baden und Freudenstadt, entdecken Sie das Schauspiel Natur in seiner ganzen ungezähmten Entwicklung. Zu Fuß, auf dem Rad, mit Langläufern - alles erlaubt. Hauptsache, auf den Wegen bleiben.

Die beste Kur für die Natur: ihr wieder selbst das Ruder überlassen. Das ist auch das Credo im Nationalpark Schwarzwald. Wer Augen und Ohren offenhält, kann vom scheuen Auerhahn bis zum Zitronenzeisig viele seltene Tierarten erspähen. In dem noch jungen Schutzgebiet mit seinen tiefgrünen Wäldern und Mooren liegen auch drei wunderschöne Karseen (Wilde See, Buhlbachsee und Huzenbacher See). Hier zeigt sich eine ganz eigene Vegetation aus raren Torfmoosen, Sumpf-Bärlapp und Wollgras-Arten.

Nationalparkzentrum mit Skywalk

Der beliebteste Startpunkt für einen Streifzug ist das spektakuläre Nationalparkzentrum an der Passhöhe „Ruhestein“ (915 m). Die ganze Konstruktion erinnert an die Stapelstruktur willkürlich liegender Bäume. Acht lange Riegel, die wie Totholzstämme kreuz und quer übereinander liegen, symbolisieren den heimischen Urwald und beinhalten ein hochmodernes Informationszentrum mit multimedialer Dauerausstellung, kleiner Gastronomie und Shop.

Optisches Highlight ist der Skywalk. Der nicht überdachte Steg verbindet das Besucherzentrum mit dem 35 Meter hohen, schrägen Aussichtsturm. Wer noch nicht genau weiß, wohin, kann also über den Kronen hundertjähriger Fichten und Tannen schon mal Ausschau halten und sich im Besucherzentrum über Angebote wie Führungen oder Wanderrouten informieren.

In der multimedialen Dauerausstellung auf rund 1.000 Quadratmetern dreht sich dann alles um die kostbare Wildnis. Der Wald höchstselbst ist Ihr Führer, weiht in die Geheimnisse der Kommunikation zwischen Bäumen, Pflanzen und anderen Lebewesen ein und nimmt Sie mit in eine spannende Welt tief unter der Erde.

Wer etwas Besonderes erleben möchte: Das ganze Jahr über bietet der Nationalpark Exkursionen durch die urwüchsige Natur, von Stockbrot und Geschichten am Lagerfeuer und Besuchen beim Ranger bis zu Familienwanderungen und geistlichen Waldspaziergängen.

Die Rangerstation

Die Rangerstation liegt inmitten des Tonbachtals, an der ehemaligen Löchleshütte. Während der Sommersaison ist die Station jeden Donnerstag von 11.00 Uhr bis 15.00 Uhr besetzt. Hier können Sie die Wanderbeine kurz ausruhen und Spannendes und Humorvolles über den Nationalpark erfahren. Die Rangerstation ist nur zu Fuß oder per Rad über den etwa vier Kilometer langen Wanderweg am Wildgehege vorbei von Tonbach aus erreichbar. Sie ist nicht bewirtet. Der nächstgelegene Parkplatz ist Parkplatz Keckenteich, die nächstgelegene Bushaltestelle Traube/Tanne Tonbach. Im Laufe der Jahre sollen weitere Rangerstationen entstehen.

Meilensteine

Eine erste Zwischenbilanz der Forscherinnen zur Artenvielfalt und Biodiversität im Nationalpark Schwarzwald ließ erfreut aufhorchen: Hier leben mittlerweile mehr als 2.100 Tierarten, davon 1.400 Insektenarten, mehr als 1.050 Pilzarten, fast 600 Farn- und Blütenpflanzen sowie über 200 verschiedene Flechten und fast 400 Moosarten. Der schnellste Vogel der Welt, der Wanderfalke, ist hier ebenso zu Hause wie die kleinste Eule Europas, der Sperlingskauz. Auch der Dreizehenspecht kehrte zurück, der mit Vorliebe Borkenkäfer frisst und vom Aussterben bedroht ist. Selbst der Steinadler wurde wieder gesichtet, der seit fast 200 Jahren als Brutvogel aus dem Schwarzwald verschwunden war. Ja, es tschilpt wieder gewaltig. Dass es auch so bleibt, ist das große Ziel. Zehn der hier beheimateten Vogelarten stehen auf der Roten Liste des Landes. Sowohl Auerhahn, Dreizehenspecht, Ringdrossel, Wiesenpieper und Zitronenzeisig sind stark gefährdet; der Baumpieper, Grauspecht, Wendehals, Waldlaubsänger und Zwergtaucher sogar vom Aussterben bedroht.

Regeln im Park

Ob Mensch, Tier oder Pflanze – im Nationalpark ist Platz für alle. Sie können den gesamten Nationalpark auf den beschilderten Wander-, Rad- und Reitwegen erkunden. Ein paar kleine Regeln sind natürlich zu beachten. Hunde dürfen mit, gehören aber an die Leine. Das Betreten der Gewässer und Übernachten (z. B. im Zelt, wildes Campen) sind generell nicht erlaubt. Fangen, stören oder füttern Sie die Tiere nicht, sondern beobachten nur aus der Distanz. Und so schön sie sind: Lassen Sie Pflanzen und Pilze an Ort und Stelle.

Was ist ein Nationalpark?

„Natur Natur sein lassen“- so lautet das übergeordnete Motto aller deutschen Nationalparks. Dabei handelt es sich um ausgedehnte Schutzgebiete, in denen der Mensch keinerlei Eingriffe vornimmt – sozusagen eine sich selbst überlassene Wildnis. Nationalparks bieten überlebenswichtige Rückzugsräume für bedrohte Arten. Bäume dürfen uralt werden und eines natürlichen Todes sterben, bis sie Licht und Platz machen für die nachfolgende Generation. Nationalparks funktionieren natürlich nur langfristig – die Natur kennt keine Eile. Bis der Wald sich spürbar verändert, können Jahrzehnte oder Jahrhunderte vergehen.

Adresse Nationalparkzentrum Ruhestein

Ruhestein 1, 72270 Baiersbronn

Öffnungszeiten und Ticketpreise Nationalparkzentrum Ruhestein

Informationen finden Sie hier

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