Ludwigsburg

Drei Schlösser, bunte Gärten und viel Barock

"Langweilige Städte gibt es schon genug". Herzog Eberhard Ludwig, der dies immer zu sagen pflegte, war wohl der überall gleich aussehenden Städte überdrüssig geworden. Etwas Neues musste also her.

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Drei Schlösser, bunte Gärten und viel Barock

"Langweilige Städte gibt es schon genug". Herzog Eberhard Ludwig, der dies immer zu sagen pflegte, war wohl der überall gleich aussehenden Städte überdrüssig geworden. Etwas Neues musste also her.

Ursprünglich plante er 1704 in der heutigen Stadt Ludwigsburg ein Lustschloss, das sich schnell zum "Schwäbischen Versailles" entwickelte. In seiner Pracht ist es heute das größte noch erhaltene Barockschloss Deutschlands.

Es liegt umgeben von einer 30 Hektar großen Parkanlage, der Gartenschau "Blühendes Barock". Farbenprächtig und mit immer wieder wechselnden Blumenarrangements ist es die ideale Umgebung, um Stress hinter sich zu lassen und zu entspannen. Ein Highlight für Kids ist der Märchenwald, wo Rapunzel, der Froschkönig und viele andere Märchenfiguren zum Greifen nah sind.

Um seine Macht zu demonstrieren, aber auch um den übrigen Fürstentümern in nichts nachzustehen, erschuf er sich eine Residenzstadt nach barockem Idealbild. Auffällig sind die breiten Kastanien-Alleen und die allesamt rechtwinklig verlaufenden Straßen, die von schmucken Bürgerhäusern gesäumt sind.

Doch neben der barocken Schlossanlage, die sage und schreibe 18 Gebäude, drei Höfe und 452 Räume besitzt und jährlich unzählige Besucher anlockt, stammen noch weitere Prunkstücke aus der Zeit Herzog Ludwigs.

Im kleinen, aber dennoch sehr imposanten Jagd- und Lustschlösschen Favorite können Sie kunstvolle Wandgemälde und Möbelstücke aus der Empire-Zeit bewundern. Bei einem ausgedehnten Spaziergang entdecken Sie den 72 Hektar großen Natur- und Wildpark und erreichen das meisterlich im Rokkoko-Stil erbaute Seeschloss Monrepos. Die drei Schlösser sind durch wunderschöne Alleen miteinander verbunden

Der arkadenumsäumte Marktplatz, von Theodor Heuss als "der stolzeste Platz, den Württemberg hat" bezeichnet, zeichnet sich durch seine beiden vis-à-vis stehenden barocken Kirchen, die eine evangelisch, die andere katholisch, aus. Nehmen Sie Platz in einem der vielen Straßencafés und genießen Sie das südländische Flair in der gar nicht langweiligen Stadt.

Schwäbische Alb

Märchenschlösser, Urzeit-Höhlen und Meteoritendorf

Es gibt 350 Vulkanschlote und 2.500 Höhlen, leuchtend blaues Wasser und einen riesigen Meteoritenkrater. Klingt nach einem Abenteuerspielplatz auf einem fernen Planeten. Ist aber alles in Süddeutschland zu finden - auf der Schwäbischen Alb.

Besonders hoch ist sie nicht, aber herrlich grün und voller Geheimnisse: die Schwäbische Alb. Das Mittelgebirge ist 200 Kilometer lang, 40 Kilometer breit und verläuft südöstlich von Stuttgart bis in die Schweiz. Der UNESCO-Geopark gehört zu den spektakulärsten Landschaften der Welt.

Acht Gründe, hier auf Entdeckungsreise zu gehen:

  1. Das Kraterdorf: Die 8.638 Bewohner der Gemeinde Steinheim am Albuch leben in einem Meteoritenkrater (3,8 Kilometer Durchmesser). Vor 15 Millionen Jahren wurde die Stelle von einem etwa 150 Meter großen Meteoriten getroffen - mit 72.000 km/h. Deshalb ist der Ort heute 100 Meter "tiefergelegt", in der Mitte steht ein Kraterberg.
  2. Die Höhlen: Die Alb ist eine sogenannte Karstlandschaft, die über Jahrmillionen entstanden ist. Aus Regenwasser bildet sich Kohlensäure, die den Kalkstein zerfrisst. 2.500 Höhlen sind schon entstanden, 14 können als Schauhöhlen besichtigt werden.
  3. Die Burgen: Auf der Alb "wachsen" Burgen und Schlösser wie Pilze - es gibt mehr als 100. Märchenhaft ist die mittelalterliche Burg Hohenzollern bei Hechingen, die auch "Schwäbisches Neuschwanstein" genannt wird.
  4. Der Donaudurchbruch: Bei Beuron durchbricht die Donau die Schwäbische Alb. Auf beiden Seiten des Flusses ragen weiße Kalkfelsen auf - teilweise senkrecht und mehr als 200 Meter hoch.
  5. Der Vulkan: Im Gebiet um Bad Urach brodelte vor Urzeiten ein Vulkan. Forscher entdeckten im Umkreis von 56 Kilometern mehr als 350 Vulkanschlote. Manche sind heute noch erkennbar, obwohl der Vulkan schon seit 11 Millionen Jahren schweigt …
  6. Die Urzeitkunst: In mehreren Höhlen wurden die ältesten Kunstwerke der Menschheit entdeckt, fast 40.000 Jahre alt. Die UNESCO fand: außerordentlich schützenswert. Und erklärte im Juli 2017 sechs Höhlen nahe Ulm zum Weltkulturerbe. Forscher fanden hier unter anderem die älteste bekannte Menschenfigur der Welt, die "Venus vom Hohle Fels".
  7. Der "Jurassic"-Meeresboden: Im Bachbett der Steinlach in Ofterdingen können Neugierige den Meeresboden der Jurazeit betreten. Im "Schneckenpflaster" (100 Meter lang) sind riesige fossile Ammoniten (Kopffüßler) und Austernmuscheln zu erkennen.
  8. Das blaue Wasser: In Blaubeuren entspringt die Blau. Pro Sekunde strömen etwa 2.280 Liter an die Oberfläche. Durch den Wasserdruck bildete sich der Blautopf, ein Trichter mit 40 Metern Durchmesser, 21 Meter tief. Das Wasser leuchtet vollkommen blau. Obwohl das physikalisch erklärbar ist, ranken sich viele Legenden darum.

Übrigens: Im Juni 2017 wurde das Biosphärengebiet Schwäbische Alb vom Deutschen Tourismusverband auch noch zur nachhaltigsten Tourismusdestination Deutschlands gekürt. Mehr geht jetzt wirklich nicht.

Foto: Achim Mende, Schwäbische Alb Tourismus

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