Schloss Fontainebleau

Frankreichs Königen zum Pläsir: Fontainebleau

Sie haben den Louvre gesehen, Notre Dame und Versailles? Dann ist es an der Zeit, einmal Fontainebleau einen Besuch abzustatten. "Mon dieu" denkt man mitunter, wie war so viel geballter Prunk und Pomp eigentlich auszuhalten? 800 Jahre lang gingen in dem prächtigen Renaissance-Meisterwerk französische Regenten ein und aus, von Franz I. über Ludwig XIV. bis zu Napoleon III. Wohnten, jagten, amüsierten sich.

60 Kilometer südlich von Paris ein wahrer Schlosstraum: 1.500 Zimmer, 130 Hektar Park- und Gartenreich, Blattgold, Lüster, Stuckengel ... Napoléon Bonaparte nannte Château de Fontainebleau "das Haus der Jahrhunderte, die wahre Residenz der Könige". Tatsächlich wohnten alle französischen Regenten hier. Da Geld keine Rolle spielte, wurde aus der mittelalterlichen Jagdresidenz ein pompöses Prachtschloss. Platzprobleme gab es trotzdem: Mit jedem Regenten rückte auch der gesamte Hofstaat (eine knapp 5.000-köpfige Entourage) von Versailles nach Fontainebleau aus, es bedurfte weiteren Wohnraums. So entstand schließlich die gleichnamige Stadt rund um das Schloss.

Neuer König, neuer Stil

Schloss Fontainebleau war das erste Renaissancegebäude auf französischem Staatsgebiet. Unter Francois I., der sich von italienischen Künstlern beeinflussen ließ, entstand "fast ein neues Rom", wie Künstler Vasari sich ausdrückte. Sämtliche Herrscher ließen die besten Maler, Bildhauer, Architekten und Gärtner kommen, mit allen Epochen veränderte sich der Baustil. Seit 1981 gehören Schloss und Park zum UNESCO-Weltkulturerbe. Gleich vier wunderbare Museen befinden sich im Schloss: das Chinesische Museum, eines, das ganz und gar Napoleon I. gewidmet ist, die Paintings Gallery und Furniture Gallery.

Napoleons große Liebe

Versailles vs. Fontainebleau - der Vergleich kommt zwangsläufig. Schloss Versailles wurde später, im 17. Jahrhundert, zu Zeiten Ludwig XIV., erbaut, da er Schloss Fontainebleau zu klein fand. Äußerlich mag Fontainebleau auch nicht so eindrucksvoll sein, doch im Inneren gehen einem die Augen über. Die "Grand Appartements" (königlichen Gemächer) scheinen die Pracht das Pariser Machtzentrums noch zu übertrumpfen. In den kostbaren Fresken- und Stuckarbeiten, Täfelungen, Bildern, Möbeln und Tapeten lebt das schöne Leben des 16. bis 19. Jahrhunderts fort. Für Besucher besonders interessant: jene Zimmer, die ab 1808 für Napoleon I. eingerichtet wurden. Er liebte dieses Schloss und lies es nach den Verwüstungen der Französischen Revolution neu herrichten. Am Tisch im "Salon Rouge" signierte er seine erste Abdankung. Und dann ist da noch sein Thron, der einzig erhaltene, auf dem einmal ein französischer Herrscher saß. Bei ihrem Rundgang entdecken Besucher zudem die berühmte Königstreppe mit ihren Verzierungen, die Szenen aus dem Leben von Alexander dem Großen darstellen, den unglaublichen Ballsaal, die Gemächer des Papstes und der Königinmutter. Doch dann hinaus! Raus in die üppig bepflanzten Gärten mit ihren romantischen Teichen, Pavillons, Fontänen. Zu Fuß, mit Pferdekutsche oder dem kleinen Zug - der Park lässt sich auf vielerlei Art erkunden. Mon dieu, was für eine Herrlichkeit.

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