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Kurzurlaub im Elsass: Burgen, Fachwerk, Wein

Das Elsass ist eine der lebendigsten und sehenswertesten Kulturregionen Europas. Liegt es an der lieblichen Landschaft voller Weinberge, an den Fachwerkhäusern? An den Flammkuchen? Oder ist es dieser besondere Mix aus deutscher und französischer Kultur?

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Urlaub im Elsass

Burgen, Fachwerk, Wein - willkommen im Elsass!

Das Elsass ist eine der lebendigsten und sehenswertesten Kulturregionen in Frankreich. Liegt es an der lieblichen Landschaft voller Weinberge, an den Fachwerkhäusern und bezaubernden Dörfern? An den Flammkuchen und anderen Köstlichkeiten? Oder ist es dieser besondere Mix aus deutscher und französischer Kultur, die diese Region jahrhundertelang geprägt hat? Vielleicht ein wenig von allem. Tatsache ist, dass das Elsass mit seiner umwerfenden Mischung für nahezu jeden Familienurlaub ein Muss ist.

Überall stößt man auf Zeugen der Vergangenheit, liest an vielen Häusern deutsche Namen und findet Gebäude wie die Hohkönigsburg bei Colmar, eine Ruine aus dem 12. Jahrhundert. Kaiser Wilhelm II. ließ sie ab 1899 neu aufbauen, und zwar so, wie man sich vor 100 Jahren das Mittelalter vorstellte. Die Burg ist vor allem für Familien einen Besuch wert, da es dort zwei weitere Attraktionen gibt: den Affenpark und die "Volerie des Aigles" mit ihren spektakulären Greifvogel-Vorführungen. Falken und Adler fliegen dabei nur wenige Zentimeter über den Köpfen der Besucher hinweg. Zwischen März und November finden am Nachmittag zwischen zwei bis vier Vorführungen statt.

Neben den zahlreichen Burgruinen und Wehrtürmen ist das Elsass berühmt für seine pittoresken Fachwerkhäuser in den romantischen Dörfern entlang der Weinstraße, etwa Eguisheim, Riquewihr und Ribeauvillé. Bei einer Fahrt ist der Stopp an einer Weinkellerei eine gute Idee. Testen Sie die hervorragenden Weiß- und Rotweine, um Ihre Lieblingssorte zu finden. Wer es etwas spritziger mag, halte sich an den Crémant, einen Schaumwein, der nach dem Champagner-Verfahren hergestellt wird. Überall gibt es kleine Winzereien, welche in lauschigen Innenhöfen zur Probe einladen.

In den Städten Straßburg, Mulhouse und Colmar verbindet sich die Postkartenidylle mit einem lebendigen Treiben und zahlreichen sonnenverwöhnten Straßencafés. Einfach herrlich, um das Savoir-Vivre zu leben. Schlendern Sie durch gemütliche Gassen, besuchen Sie die zahlreichen Museen oder gehen Sie einfach Schaufensterbummeln!

Aber ganz gleich, aus welchem Grund Sie ins Elsass, direkt an der Grenze zu Deutschland kommen: Tauchen Sie ein in eine spannende Kulturlandschaft und erleben Sie diese Region mit allen Sinnen.

Hohkönigsburg- Orschwiller (Frankreich)

Hier werden Märchen wahr: Schloss Hohkönigsburg

Einmal wie eine Prinzessin durch die Gänge eines mittelalterlichen Schlosses streifen oder auf dem Innenhof davon träumen, wie ein Ritter das Schwert zu schwingen. Auf der Hohkönigsburg (französisch: Haut-Koenigsbourg) im Elsass braucht man nicht viel Fantasie, um die Vergangenheit des Schlosses wiederzuerwecken.

An der Ostseite der Vogesen, auf halber Strecke zwischen Colmar und Straßburg, thront die majestätische Hohkönigsburg über dem malerischen Örtchen Orschwiller. 1147 erbaut, ist das Schloss mit einer Länge von 260 Metern auch heute noch eine mächtige Anlage. Nach einer turbulenten Vergangenheit voller Plünderung, Brandschatzung und Zerstörung lag die Burg über 200 Jahre in Trümmern. Erst Anfang des 19. Jahrhunderts veranlasste Kaiser Wilhelm II. die Restaurierung des Schlosses und ließ es wieder in altem Glanz erstrahlen. Weitläufige Korridore münden in hohe Säle, breite Wendeltreppen winden sich in die Höhe und Zugbrücken verbinden einzelne Gebäude der Burg. Das Schloss bietet einen einzigartigen Einblick in das höfische Leben im 15. Jahrhundert und das macht sich bezahlt: Mit etwa 500.000 Besuchern jährlich ist die Hohkönigsburg einer der meistbesuchten Touristenorte Frankreichs.

Adlerblick auf die Umgebung

An schönen Tagen überblickt man vom Schloss aus die Rheinebene und zahlreiche Nachbarburgen bis hin zum Kaiserstuhl und den Berner Alpen. Außerdem ist es ein hervorragender Ausgangpunkt für Wanderungen in den Vogesen. Gehen Sie zum Beispiel den Rundweg der drei Ritterburgen. Von der Hohkönigsburg führt die Strecke vorbei an den Ruinen der Oedenburg und hinunter zur Burg Kintzheim. Unterwegs unbedingt die Augen offen halten: Die Burg Kintzheim dient heute als Greifvogelwarte und immer wieder kann man Adler und andere Raubvögel beobachten, die ihre Runden um die Burg drehen und sich auf der Jagd nach nichts ahnender Beute aus schwindelerregenden Höhen in die Tiefe stürzen.

Königliche Küche

Zurück auf der Hohkönigsburg können sich erschöpfte Ritter und Prinzessinnen in der Burgtaverne mit Gerichten aus der Vergangenheit stärken oder im Pavillon ein kleines Andenken an den Ausflug kaufen – so kann man jeden Tag von Burgen und Schlössern träumen.

Adresse Schloss Hohkönigsburg
67600 Orschweiler, Elsass, Frankreich

Öffnungszeiten Schloss Hohkönigsburg
Die aktuellen Öffnungszeiten finden Sie hier

Villa Meteor- Hochfelden (Frankreich)

Braukunst im Elsass: Auf ein Helles bei Familie Haag

Elsass ist Weinland. Moooment - es ist auch Frankreichs Bierregion Nummer eins. Ganze 60 Prozent des französischen Bieres werden hier produziert. Zunächst brauten die Mönche, dann die ersten unabhängigen Firmen. Wie Meteor, eine ureingesessene Traditionsbrauerei, in achter Generation von Familie Haag geführt. Sie trotzen der Konkurrenz als letzte selbstständige Brauerei des Elsass.

Non, der Franzose trinkt nicht nur Wein. Er schätzt auch gutes Bier. Vor allem der Elsässer. Zwischen Rhein und Vogesen gehören Brasseries (Brauereien) seit dem Mittelalter zum Stadtbild. Die Traditionsmarke Meteor ist eine Bastion in der Region.

Generöser Barmann

Jean Klein gründete das Unternehmen 1640 in Hochfelden, 30 Kilometer nördlich von Straßburg. Bis heute steht es an ebendieser Stelle, nur 500 Meter vom Rathaus entfernt. Meteor wurde sogar die Ehre zuteil, erste Brauerei Europas sein zu dürfen, welche "Pils" außerhalb Tschechiens anbietet. Seit den 50er Jahren ging es rapide bergauf. Die schönste Art, sich mit der Erfolgsgeschichte vertraut zu machen, ist, naturellement, ein Besuch direkt am Stammsitz. Schilder und Geräusche leiten durch die interaktive Ausstellung, auch in die alte Villa mit ihren Privatzimmern darf ein Blick geworfen werden. Es laufen Videos auf Bildschirmen und Filmprojektionen an Saalwänden. Im Maschinensaal gibt es einen kurzweiligen Abriss über die moderne Bierherstellung, welche längst in die großen Gebäude nebenan umgezogen ist. Der wichtigste Mann des Tages: der Barmann. Bei ihm darf verkostet werden, soviel vertragen wird. Sollte das Schulfranzösisch nicht mehr so gut sitzen - im Elsass nicht schlimm. Das Personal spricht sehr gut deutsch. Lediglich die Tafeln sind in Französisch und Englisch.

Klassiker: Weihnachtsbier mit Zimt

450.000 Hektoliter Hopfensaft fließen bei Haags jährlich in die Flaschen. Schönes helles Bier, mild und würzig. Es gibt aber auch die besonderen Kreationen - Weihnachtsbier mit Zimt und Orange, dunkles Abtei-Bier, fruchtiges und saisonales Bier… Verkauft wird es in ganz Ostfrankreich, an den Bartheken quer durchs Land, sogar in Australien. Und doch: Leichte Zeiten sind es nicht. Die Franzosen haben den Bierdurst von einst verloren, der Konsum ging in den letzten 30 Jahren drastisch zurück, um fast 35 Prozent. Ein echter Elsässer hält trotzdem zu seinem Hopfensaft: Er schafft die doppelte Menge eines Franzosen - knapp 60 Liter im Jahr. Der Deutsche ist mit 100 Litern dabei, also auch nur 10 bis 15 Kästen mehr.

Adresse Villa Meteor
6 Rue du Général Lebocq, 67270 Hochfelden, Frankreich

Öffnungszeiten Villa Meteor
Die aktuellen Öffnungszeiten finden Sie hier

La Montagne des Singes- Kintzheim (Frankreich)

Rundweg etwa 800 m, Besuchsdauer ca. 1 Std., Hunde und andere Haustiere dürfen nicht in den Park. Das am Eingang verteilte Popcorn ist das einzig erlaubte Futter im Park.

Der Besuch des Affenbergs im Elsass ist ein einzigartiges Erlebnis für die ganze Familie. Der Rundweg führt durch ein 24 Hektar großes Waldgebiet in den Vogesen, in welchem über 200 Berberaffen frei leben. Bewundern Sie hier ein liebevoll getragenes Affenbaby, dort ein stolzes Männchen und zwischendrin munter herumtollende "Halbstarke" ... Ganz nah können Sie den Klettergesellen kommen, wenn Sie ein paar Popcorn-Flocken auf Ihre Hand legen. Die Tiere nähern sich freundlich, solange Sie nicht versuchen, sie anzufassen. Diese hautnahe Begegnung zwischen Mensch und Tier ist ein tolles Highlight!

Das wahrscheinlich schönste Spektakel sind die Affenfütterungen, die alle 45 Minuten stattfinden. Die (fast) schwanzlosen Makaken kommen von allen Seiten aus dem Wald. Und während sie freudig losfuttern, berichtet das Parkpersonal Interessantes und Amüsantes aus dem Leben der Berberaffen, auch in deutscher Sprache. Wenn Sie noch mehr über das Verhalten der Berberaffen erfahren möchten, können Sie sich jederzeit an das nette Parkteam wenden.

Übrigens, warum befinden sich Berberaffen im Elsass? Der Park unterstützt den Schutz der in Nordafrika stark gefährdeten Primaten. Dazu sind die klimatischen Bedingungen auf den Vogesenhöhen vergleichbar mit ihrem ursprünglichem Heimatland, den marokkanischen Atlasbergen.

Die jüngsten Besucher dürfen natürlich auch selbst mal Kletteräffchen spielen - auf dem schönen Kinderspielplatz im Park. Wenn der kleine Hunger kommt, steuern Sie den Imbiss mit seiner gemütlichen Terrasse im Grünen an. Am Ausgang kommen Sie aus dem Souvenirladen wahrscheinlich nicht mit leeren Händen, aber einem Affen als Kuscheltier wieder heraus!

Adresse La Montagne des Singes Kintzheim
Wick, 67600 Kintzheim

Öffnungszeiten La Montagne des Singes Kintzheim
Aktuelle Informationen finden Sie hier

Ribeauvillé und Umgebung(Frankreich)

Ribeauville: Bilderbuchidylle mit Fachwerk, Burgen und Wein

Ein Städtchen umgeben von malerischen Weinbergen. Kleine Kopfstein-gepflasterte Gassen führen vorbei an bezaubernden Fachwerkhäusern hin zu einem mächtigen mittelalterlichen Stadttor - klingt das nicht nach Elsass-Idylle vom Feinsten? Es gibt eine Gegend im Elsass in der genau solche zauberhaften Ortschaften besonders zahlreich zu finden sind, im Landstrich "Pays de Ribeauvillé". 16 schnuckelige Ortschaften gehören zu diesem Gemeindeverbund rund um Ribeauvillé. Die schönsten finden Sie hier im Überblick:

Riquewihr: Ein Besuch des Winzerdorfs steht meist ganz oben auf der Liste aller Elsass-Urlauber. In Riquewihr machen Sie einen Zeitsprung zurück ins 16. Jahrhundert. Das Stadtbild aus dieser Zeit, samt mittelalterlicher Festungsmauer ist praktisch unversehrt erhalten geblieben. Mit seinen dicht an dicht stehenden Fachwerkhäusern, bezaubernden Innenhöfen, und mit Blumen geschmückten Brunnen bietet der Ort an fast jeder Ecke eine malerische Kulisse.

Ribeauvillé: Das Städtchen liegt schön zwischen Rebhügeln und Gebirge. Im Mittelalter war der Ort Sitz der Herren von Ribeaupierre (daher der Name der Stadt). Sie ließen 3 Wehrburgen rund um die Stadt bauen. Über Wanderwege können Sie die Ruinen der Burgen Saint-Ulrich, Ribeaupierre und Girsberg heute erreichen.

Bergheim: Besonders stolz ist man in diesem Winzerort direkt an der Weinstraße auf die alte Linde im Stadtgarten. Der Baum soll aus dem Jahr 1300 stammen und wäre damit der älteste Baum des Elsass. Auch in Bergheim ist die Stadtmauer aus dem 15. Jahrhundert fast gänzlich erhalten.

Hunawihr: Hauptsehenswürdigkeit des kleinen Weinortes ist die gotische Wehrkirche, die von einer bis zu sieben Meter hohen Mauer mit Bastionen und Schießscharten geschützt wird. Östlich des Dorfs gibt es eine Storchenwarte. Dort erfährt man alles über Nestbau, Aufzucht der Jungen und kann die Tiere im Freien beobachten (von März bis Mitte November geöffnet). Zudem gibt es in Hunawihr auch einen Schmetterlingspark.

Saint-Hippolyte: Mittelpunkt des Städtchens am Fuße der Hohkönigsburg ist die gotische Kirche aus dem 14. und 15. Jahrhundert. Die befestigte Stadtmauer (aus dem Jahr 1316) umgibt noch fast den ganzen Ort. Besonders hübsch ist Saint-Hippolyte im Sommer mit all seinen blumengeschmückten Brunnen.

Zellenberg: Im Herzen von Weinbergen liegt Zellenberg pittoresk auf einer Hügelkuppe. Zwei runde Wehrtürme der ehemaligen Stadtmauer stehen noch: Der eine steht am Eingang des Ortes neben der Barockkirche aus dem Jahr 1760 und trägt ein Storchennest; der zweite wacht an der oberen Dorfgrenze.

Freilichtmuseum Ecomusée- Ungersheim (Frankreich)

Écomusée d’Alsace: Wie vor 100 Jahren

In Ungersheim, etwa 25 Kilometer südlich von Colmar betreten Sie einen Ort, der aus der Zeit gefallen ist. Auf dem riesigen Gelände des Ecomusée stehen über 70 typisch elsässische Fachwerkgebäude, liebevoll aufgebaut, restauriert und farbenfroh gestrichen. Von Abriss bedrohte Häuser werden hier, in Frankreichs größtem Freilichtmuseum, nicht nur ausgestellt, sondern auch mit Leben gefüllt.

Hier geht es genauso zu, wie in einem Dorf in den 1920er Jahren – und Sie sind mitten drin. Jeden Tag können Sie den ansässigen Handwerkern über die Schulter schauen: dem Bäcker, Barbier, Töpfer und Sattler oder Küpfer, der Weinfässer fertigt. Führungen informieren über die Besonderheiten der Häuser und die Geschichte der Region. Sie dürfen mit anpacken und frisches Brot aus dem Ofen holen, alte Rezepte nachkochen oder sich sonntags vom Barbier rasieren lassen.

Altes Handwerk live

Wirklich still ist es hier dank engagierter Mitarbeiter nicht, aber Sie werden keinen Großstadtlärm hören. Stattdessen: Gras mampfende Ziegen, grunzende Schweine, Hämmern, das Wasserrauschen der Mühle und Storchengeklapper. Die nisten auf den historischen Gebäuden besonders gerne. Das Écomusée ist das Elsass in Miniatur.

Zurück in die Zukunft

Doch hier wird auch die Zunkuft geschmiedet: 2014 entwarf Architekt Mathieu Winter das erste elsässische Fachwerkhaus des 21. Jahrhunderts. Ergonomisch, ökonomisch und ökologisch – ein echtes Zukunftsprojekt also und trotzdem im authentischen, historischen Gewand. Am Rande des Museums wird so ein Dorfviertel für die Zukunft entstehen.

Adresse Écomusée d’Alsace
Chemin du Grosswald, 68190 Ungersheim, Frankreich

Öffnungszeiten Écomusée d’Alsace
Die aktuellen Öffnungszeiten finden Sie hier

Odilienberg- Elsass (Frankreich)

Odilienberg: Der heilige Berg des Elsass

Der 747 Meter hohe Odilienberg - oder Mont Sainte Odile, wie er französisch heißt - gehört zu den meistbesuchten Orten des Elsass. Majestätisch über der Rheinebene thront das ehemalige Kloster und zieht bis heute Gläubige, Wanderer und Urlauber an. Eine „Pilgerhochburg“ im wörtlichen Sinne. Gewidmet ist sie der Schutzpatronin des Elsass, der Heiligen Odilia. Besichtigen Sie ihr Grab, die Tränenkapelle, Engelskapelle und Panoramaterrasse. Es gibt auch eine Quelle, der heilende Kräfte nachgesagt werden.

Er ist eine Station auf dem Jakobsweg in Frankreich - der Odilienberg nahe dem Städtchen Obernai und nur 40 Kilometer von der deutschen Grenze entfernt. Viele Jahrhunderte lang war er Sitz eines wichtigen Klosters. Die heilige Odilia, Schutzpatronin des Elsass, soll es im 7. Jahrhundert gegründet haben. Der Legende nach wurde die Tochter des fränkischen Herzogs Eticho blind geboren und erst durch die Taufe sehend. Seit dem 16. Jahrhundert bis heute ist ihre Grabstätte, die Chapelle-Ste-Odile auf dem Odilienberg die wichtigste Wallfahrtsstätte der Region. Zwischen ein und zwei Millionen Menschen kommen jedes Jahr hierher.

Die Heidenmauer

Für alle Wanderfreunde gibt es markierte Wege, z. B. entlang der um 1000 v. Chr. erbauten Heidenmauer. Um ihre Herkunft ranken sich zahlreiche Mythen und Legenden. Sie umschließt den Gipfel als elf Kilometer langer Ringwall mit beeindruckenden Maßen. Etwa 300.000 ungleichmäßig geformte Steinblöcke zwischen 1,60 m und 1,80 m dick und bis zu drei Meter hoch lassen haben so lange Zeit ausgeharrt. Von der Klosterterrasse aus bietet sich bei schönem Wetter ein wundervoller Blick auf die Umgebung, bis zu den Vogesen. Wer länger an diesem magischen Ort mit atemberaubender Aussicht über die Rheineben bleiben mag - es gibt ein Hotel auf dem Klosterareal. Pilger mit gültigem Pilgerausweis erhalten Ermäßigung. Mehrere Restaurants, ein Café und ein kleiner Buchladen stehen den Gästen zur Verfügung. Zum Schutz des Klosters wurden im Mittelalter übrigens zahlreiche Burgen rund um den Berg angelegt. Es gibt definitiv viel zu entdecken. Selbst ein Skigebiet ist nicht weit entfernt.

Die heilende Quelle

Noch eine wichtige Station: die augenheilende Quelle. Zu diesem Bach zu Füßen des Berges ranken sich eine Vielzahl von Geschichten. So soll Odilia, als sie vom Kloster Niedermünster zur Hohenburg hinaufstieg, ein blinder Bettler begegnet sein. Mitleidig klopfte sie mit einem Stock an einen Felsen, woraufhin Wasser herausfloss und den Bettler von seiner Krankheit heilte. Ein Besuch gehört traditionell zu jeder Wallfahrt zum Odilienberg.

Adresse Odilienberg
Mont Sainte Odile, 67530 Ottrott

Elsässische Schweiz

Burgen und Wasserfälle in den malerischen Vogesen

Die Burg Nideck im Norden des Elsass ist ein sagenumwobener Ort. Selbst in die Sammlungen der Gebrüder Grimm hat sie es geschafft. In der Geschichte vom "Riesenspielzeug" wird von einem Riesen erzählt, der hier einst mit seiner Tochter gewohnt haben soll. Heute ist die Ruine eines der beliebtesten Ausflugsziele der Region. Nicht nur, weil Sie vom Bergfried aus eine fantastische Aussicht haben, sondern auch, weil Sie etwas unterhalb von der Burg ein echtes Naturschauspiel erwartet. Hier stürzt der Nideckfall 25 Meter über Vulkangestein in die Tiefe.

Überhaupt, gibt es in der Region rund um die schönen Täler der Mossig, der Hasel und der Sommerau jede Menge zu entdecken. Kein Wunder also, dass die Gegend als "Swiss d'Alsace", elsässische Schweiz bezeichnet wird. Ein Vergleich, der ganz gut passt, bei der überaus abwechslungsreichen Landschaft - von Weinhügeln, Wiesen und Wäldern bis hin zu den steilen Gipfeln der Vogesen.

So kann man hier gar nicht anders, als aktiv werden: Sei es beim Wandern, Radeln, Klettern - oder im Winter dann beim Langlauf. Auf über 300 km markierten Wanderwegen haben Sie die Auswahl zwischen sanften Winzerpfaden und steilen Auftiegen zu großartigen Aussichtspunkten. Eine beliebte Route ist beispielsweise der "Sentier des Geants". Auf dem "Weg der Riesen" im Wald bei Oberhaslach sind Sandsteinskulpturen von internationalen Künstlern ausgestellt.

Übrigens: Wer nach dem Besuch der Ruine Nideck noch nicht genug Burgluft geschnuppert hat, es gibt noch zahlreiche weitere zur Auswahl. So lohnt sich auch ein Besuch des "Château de Wangenburg". Die Burg aus dem 13./14. Jahrhundert ist noch recht gut erhalten.

Sundgau(Frankreich)

Naturparadies im Süden des Elsass: der Sundgau

Straßburg, Colmar, Obernai - diese Orte kennt jeder Elsassbesucher. Aber wie steht es mit Altkirch oder Ferrette? Die Landkarte südlich von Mulhouse scheint für viele Urlauber ein weißer Fleck zu sein. Höchste Zeit, diesen mit Farbe zu füllen. Denn im Sundgau erwarten Sie bezaubernde Landschaften, leckeres Essen sowie freundliche Menschen – und das alles abseits von jeglichem Touristenrummel.

Wasser ist das charakteristische Element im Sundgau. Neben den drei Hauptflüssen Ill, Largue und Thannbach gibt es viele Flüsschen und Bäche. Einst klapperten hier zahlreiche Mühlen (allein 85 an der Ill), die zum Teil heute noch gut erhalten sind. Sehr sehenswert sind beispielsweise die Mühlen von Hunsbach und von Walheim. Zudem tummeln sich in über 1.000 Weihern und kleinen Seen dicke Karpfen. So ist es auch kaum verwunderlich, dass die größte regionale Spezialität des Sundgaus "Carpes frites", gebackene Karpfen, ist.

Ein Traum für Wanderer und Radler

Dank des vielen Wassers ist der südlichste Zipfel des Elsass natürlich auch besonders grün. Saftige Wiesen wechseln sich mit dunklen Wäldern ab. Dazu das Juramassiv, das ebenfalls mit seiner üppigen Vegetation überrascht. Wanderer und Radler werden die Region lieben.

Doch auch wenn Sie Ihre Wanderschuhe lieber zu Hause lassen möchten, sind Sie im Sundgau bestens aufgehoben. Erkunden Sie das ein oder andere verträumte, urspüngliche Dorf im Larguetal oder statten Sie den hübschen Städtchen Altkirch oder Ferrette einen Besuch ab. Ein wahres kunsthistorisches Highlight ist außerdem die romanische Basilika von Fellbach aus dem Jahr 1144.

Ein Fest fürs Auge: Fernsicht von der Burgruine Landskron

Noch ein Tipp: Die wohl schönste Aussicht der ganzen Region haben Sie von der Burgruine Landskron aus. Hoch oben auf dem Turm genießt man nicht nur einen einmaligen Blick ins Sundgau, sondern auch auf Basel und in den Schwarzwald. Einfach sehenswert.

Château du Hohlandsbourg- Elsass (Frankreich)

Château du Hohlandsbourg: Gewaltigste Burg des Elsass

Ein Besuch des Château du Hohlandsbourg bietet atemberaubende Einblicke in die Geschichte und Ausblicke auf das Elsass. Auf einem 620 Metern hohen Berggipfel wurde die Garnisonsburg 1279 erbaut und war Sitz der Habsburger, ehe sie im Dreißigjährigen Krieg zerstört wurde. 1840 unter Denkmalschutz gestellt, wurde sie in den letzten Jahren umfangreich restauriert. Mit ihren 100 Metern Länge und 60 Metern Breite ist das Château du Hohlandsbourg die gewaltigste Burg im Elsass.

Heute öffnet die Burg ihre Tore den Besuchern. Auf einem modernen szenographischen Rundgang entdecken Sie interaktiv und spielerisch die Geschichte und Organisation der Burg. Dabei erfahren Sie alles über die Stellung der Burg von ihrem ursprünglichen Standort in der Bronzezeit bis in unsere Zeit. Am Eindrucksvollsten ist der Rundweg an den Burgmauern entlang. Die Besucher erleben einen atemberaubenden 360-Grad-Panoramarablick über die Vogesen und das Rheintal, sogar den Schwarzwald und die Berner Alpen sind bei klarem Wetter zu erkennen!

Zusätzlich beleben zahlreiche Veranstaltungen diesen herrlichen Ort im Grünen. Während der Feste, die thematisch von der Antike über das Mittelalter bis zur Zeit der drei Musketiere reichen, erleben die Zuschauer eine lebendige Geschichtsseite über Kriegsführung, Kampfkunst und Alltag der Krieger und Handwerker. Für kleinen Hunger und Durst gibt es natürlich im Innenhof eine Brasserie.

Adresse Château du Hohlandsbourg
Route des Cinq Châteaux, Wintzenheim

Öffnungszeiten Château du Hohlandsbourg
Die aktuellen Öffnungszeiten finden Sie hier

Elsässer Küche

Cuisine d'Alsace - da schnalzt der Feinschmecker mit der Zunge. Die Küchenchefs und Restaurants zwischen Strasbourg und Mulhouse genießen zu Recht einen weltweit erstklassigen Ruf. Neben der Spitzen-Gastronomie finden Sie im Elsass aber auch eine bodenständige Küche mit rustikaler Raffinesse. Hier einige der berühmtesten Spezialitäten:

Choucroute: Sauerkraut ist im Elsass wie eine Religion. Im Sundgau gibt es eine Sauerkraut-Bruderschaft, in der sich ehrenwerte Elsässer in speziellen Trachten turnusmäßig versammeln, um das hohe Lied des edlen Krautes zu singen. Die Sauerkraut-verrückten Elsässer scheuten sich vor einigen Jahren nicht einmal, ein weltweit einmaliges "Sauerkraut-Eis" zu kredenzen. Es gibt natürlich viele Rezepte, aber das echte Elsässer Choucroute wird mindestens zwei Monate lang gepresst und bis zum richtigen Zeitpunkt in Riesling oder Bier gekocht. Auf dem Tisch wird das Sauerkraut geschmückt und verziert mit einer reichen Auswahl rustikaler Schweinsteile wie Kasseler, Bratwurst und Speck.

Bäckeoffe: Ein deftiger Auflauf, der es in sich hat. In den feuerfesten Topf gehören Hammel-, Schweine- und Rindfleisch. Mit Zwiebeln, Kartoffeln und Gewürzen wird das Ganze gedämpft. Früher stellten die Elsässer Köchinnen die Terrine in den Brotofen, daher resultiert der Name "Bäckeoffe".

Flammkuchen: Die "Elsässer Pizza" bekommen Sie zu Hause ohne Holzbackofen nicht so perfekt hin, wie es in typisch elsässischen "Winstuben" der Fall ist. Bei mindestens 350 Grad wird der "Tarte flambée" erst richtig geflämmt und entsprechend knusprig. Den Genuss runden auf dem leckeren Teigboden Speck, Sahne und Zwiebeln ab. Echte Elsässer und neugierige Touristen essen den Flammkuchen in 8, 12 oder 16 Teile geschnitten - natürlich mit den Fingern und ohne Besteck.

Gugelhupf: Die Form macht den Kuchen - zum Gugelhupf gehört die originelle, rundliche Form mit den Rillen. Da der Kuchen ein ganz klein wenig trocken ist, genießt man ihn am besten mit einem guten Weißwein - natürlich aus der Region.

Lalique-Museum- Wingen-sur-Moder (Frankreich)

Inmitten der Nordvogesen befindet sich das einzigartige Glasmuseum Lalique am Standort der ehemaligen Glashütte Hochberg. 2011 wurde das moderne Museum als Hommage an den Künstler René Lalique eröffnet, im gleichen Dorf, wo er 1921 eine Manufaktur errichtete. Die Dauerausstellung präsentiert über 650 hochwertige Zeichnungen, Schmuck, Glas-und Kristallwerke. Schon in der Eingangshalle schwebt ein gigantischer Leuchter über den Besuchern. Die Ausstellung selbst ist ein wahrer Augenschmaus. Besonders die Parfümflaschen und Vasen sind faszinierend. Leicht kann man sich vorstellen, wie viel Kreativität und Fachwissen dahinter stecken, diese Kunstwerke zu fertigen. Nicht ohne Grund wurde René Lalique zu seiner Zeit der "Erfinder des modernen Schmucks" genannt. Einige Kreationen seiner Nachfolger, von seinem Sohn Marc, und Marie-Claude, seiner Enkelin, sind ebenfalls ausgestellt.

Übrigens können Sie die verschiedenen Etappen der Herstellung der berühmten Bacchantes-Vase mit Frauen-Skulpturen folgen, sogar die feine Arbeit mit Händen anfassen und fühlen. Vor dem Ausgang sollten Sie sich kurz setzen und den interessanten Film über den aktuellen Herstellungsprozess dieses wertvollen Gefäßes in der Fabrik anschauen. Im Museumshop finden Sie vielleicht ein Produkt der aktuellen Lalique-Kollektionen oder eine andere Überraschung als passendes Souvenir oder Geschenk. Das Lalique-Museum bietet auch temporäre thematische Ausstellungen, Workshops für Gross und Klein, Konferenzen und weitere Veranstaltungen.

Weiter im Garten können Sie auch die Geschichte der talentierten Glasmacher in dieser Region rund um Hochberg entdecken. Gleichzeitig bezaubert Sie das Museumgebäude aus Sandstein und Glas, das mit der umgehenden Waldlandschaft harmoniert. Und wenn der kleine Hunger kommt, gibt es das Café "Crista'Lion".

Adresse Lalique-Museum Wingen-sur-Moder
40 Rue du Hochberg, 67290 Wingen-sur-Moder

Öffnungszeiten Lalique-Museum Wingen-sur-Moder
Die aktuellen Öffnungszeiten finden Sie hier

Le Paradis des sources- Soultzmatt (Frankreich)

Auf der elsässischen Weinstraße, 22 Kilometer südlich von Colmar, im charmanten Dorf Soultzmatt, befindet sich "Le Paradis des Sources", ein außergewöhnliches Varieté-Theater. Die Lage der Gebäude ist einfach herrlich in einem natürlichen Park mit Damhirschen am Fuß der Vogesen.

"Le Paradis des Sources" hat im Dezember 2008 geöffnet und überrascht seither durch seine Originalität und familiäre Stimmung. 2011 übernahm Christophe Gonnet, ehemaliger Winzer aus dem Burgund, die Führung vom "Paradis" und investierte mit Erfolg in seine Entwicklung. Der Stil der berühmten Pariser Varieté-Theater und ein Hauch Moderne sind hier perfekt verbunden. Neben den Genüssen fürs Auge wird auch der Leib nicht vergessen: das Restaurant steht im Theatersaal gleich gegenüber der Bühne. In festlichem Rahmen erleben Paare, Freunde oder Familien unvergessliche, festliche Momente.

Der elegante Theatersaal bietet circa 400 Sitzplätze verteilt auf verschiedene Tische (Normalplätze und einige privilegierte Plätze). Er ist so eingerichtet, dass jeder Zuschauer die Bühne gut sehen und sich von der Unterhaltung beim Essen und der Revue-Show mitreißen lassen kann.

Vor jeder Show serviert man raffinierte Menüs. Feine, kreative und traditionelle Küche vom berühmten Küchenchef Daniel Floranc, ehemaliger Sterne-Koch, und seinem Team.

Hier ein Beispiel des 3-Gänge-Menüs "Régal":

MENÜ

Ente

***

Mariniertes Schweinefleisch mit Erbsenpüree

***

Pavlova-Torte mit Birnen, Heidelbeeren und Kompott

Während des Essens sorgen ein Moderator, eine Sängerin und Musiker für gute Unterhaltung und humorvolle Stimmung. Lieder von bekannten französischen Größen werden aber auch vom Publikum gesungen. Diese lustigen Momente können auch die nicht französischsprachigen Gäste genießen. Dann kommen Tänzerinnen mit elsässischen Kostümen fröhlich durch den Raum auf die Bühne gesprungen. Der "Elsass Cancan", die elsässische Version vom berühmten "French Cancan", kündigt der Anfang der Revue-Shows an.

Jedes Jahr wird ein neues Spektakel vorbereitet und vorgestellt. In etwa 90 Minuten folgt hier Darstellung auf Darstellung, Nummer auf Nummer. Die Rahmengeschichte wechselt saisonal und bestimmt die gebotenen Programmpunkte. Über 15 talentierte internationale Tänzer, Sänger, Akrobaten, Zirkus-Künstler und Illusionisten bezaubern auf der Bühne mit prächtigen Kostümen vor stimmungsvollen Kulissen. Ein Moderator sorgt für eine familiäre Atmosphäre, damit die Zuschauer sich mit den Künstlern nahe fühlen. So kommt schnell ein heiterer Dialog zwischen Bühne und Publikum zustande.

Nach jeder Revue-Show sind die Gäste in die Bar-Lounge eingeladen, es sich in einem gemütlichen Ambiente bequem zu machen und auf musikalische Rhythmen zu tanzen. Mit ein bisschen Glück sind auch einige Künstler dabei.

Lage, Anfahrt

"Le Paradis des Sources" liegt an der Straße "Avenue Nessel" am Ausgang von Soultzmatt. Mit dem Pkw fahren Sie am besten auf die D 83 Richtung Belfort, nehmen die Ausfahrt D 15 Richtung Orschwihr/Soultzmatt/Westhalten und folgen in Soultzmatt der Beschilderung "Le Paradis des Sources".

Ausreichend freie Parkmöglichkeiten gibt es direkt vor dem Variété-Theater.

Entfernung zum Spar mit!-Hotel

Au Relais d’Alsace: ca. 8 km

Fotos: Le Paradis des Sources

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