Pöstlingbergbahn

Die Fachleute waren damals sehr skeptisch, als man mit dem Bau begann. Nun fährt seit 1898 die steilste Adhäsionsbahn Europas - eingetragen im Guiness-Buch der Rekorde - von der Talstation im Stadtteil Urfahr auf den Linzer Pöstlingberg. Sie überwindet auf einer 2,9 km langen Strecke einen Höhenunterschied von 225 m in 16 Minuten. Alle 20 Minuten klettert die nostalgische Bahn, die im Sommer auf Anfrage noch mit alten offenen Wagen durch die Gartenlandschaft rollt, auf den 537 m hohen Pöstlingberg, den Hausberg der Linzer.

Seit der Mitte des 18. Jahrhunderts war der Pöstlingberg das Ziel von Wallfahrern. Ab dem Ende des 18. Jahrhunderts wurde der Berg zunehmend auch von Ausflüglern frequentiert, besonders nachdem die Gipfelregion aus militärischen Gründen 1809 und in den 1830er Jahren abgeholzt wurde und eine beeindruckende Aussicht freigab. Dies schien den Bau einer Bergbahn lohnend erscheinen, wie sie gegen Ende des 19. Jahrhunderts auch in anderen Städten projektiert wurden. Für den Pöstlingberg entwickelte Ing. Josef Urbanski 1891 das Projekt einer dampfbetriebenen Zahnradbahn. Urbanski fand zwar viel ideelle, aber kaum finanzielle Unterstützung. Er konnte einen Trassenentwurf in Eigenregie fertigstellen und verband sich 1893 mit der Wiener Baufirma Ritschl Co. Um die Attraktivität des Pöstlingbergs als Ausflugsziel zu erhöhen plante man neben dem Bau der Bergbahn eine entsprechende Umgestaltung der 1883 desarmierten Befestigungsanlage auf dem Pöstlingberg. Daher kaufte die Baufirma Ritschl Co 1897 das Fort und übertrug die Besitzrechte drei Monate später über die Länderbank an die neu gegründete Tramway- und Elektrizitäts Gesellschaft Linz-Urfahr (TEG), die Vorläuferin der heutigen Linz AG Linien. Turm IV der Festungsanlage wurde zur Bergstation der Pöstlingbergbahn. Das Verdeck des Turms V wurde zur Aussichtsplattform umgestaltet. An der Festungsmauer zwischen Turm VI und Turm I wurde ein Hotel-Restaurant, das Bergbahn-Hotel (heute "Pöstlingberg-Schlössl") errichtet. 1906 wurde im Turm II die Grottenbahn eröffnet.

Baubeginn bei der Bergbahn selbst war 1897. Am Pfingstsonntag, dem 28. Mai 1898 fand die Eröffnung statt.

Die Pöstlingbergbahn war zunächst als reine Ausflugsbahn für den Sommerbetrieb konzipiert, weshalb zunächst nur sechs offene Triebwagen ("Sommerwagen") beschafft wurden. Doch schon im ersten Betriebsjahr fuhr man bei schönem Wetter bis in den Dezember. Bereits 1899 wurden daher zusätzlich zwei geschlossene Triebwagen beschafft.

Die Frequenz entwickelte sich bis zum Ersten Weltkrieg langsam nach oben auf knapp über 200.000 Fahrgäste pro Jahr. In den Kriegs- und unmittelbaren Nachkriegsjahren stiegen die Fahrgastzahlen wegen der "Hamsterfahrten" der Städter aufs Land sprunghaft bis auf 688.000 Reisende (1918) an. In den 1920er Jahren pendelten die Fahrgastzahlen um die 400.000 pro Jahr und sanken in den 1930er Jahren auf 300.000 pro Jahr. In der Kriegs- und Nachkriegszeit des Zweiten Weltkriegs erreichten die Beförderungszahlen Rekordwerte (1943: 1.264.000 Fahrgäste). Bis Mitte der 1950er Jahre schwankten die Zahlen zwischen knapp 1 und 1,1 Mio. Fahrgäste. Seitdem ist ein stetiger Rückgang zu verzeichnen. Heute benutzen jährlich ca. 500.000 Personen die Bahn.

Die letzte große Änderung war die Umstellung auf Einmannbetrieb im Jahr 1988. Dazu wurden die Triebwagen (ausgenommen die Sommerwagen) mit einer Totmanneinrichtung ausgerüstet. Ausserdem erhielten die Weichen, die bisher vom Schaffner gestellt werden mußten, elektrische Antriebe und Schlüsselschalter, mit denen sie vom Wagenführer selbst umgestellt werden können.

(Quelle: www.wikipedia.de)

Lage, Anfahrt

Die Straßenbahnlinie 3 fährt vom Hauptbahnhof über die Landstraße (Einkaufstraße im Zentrum) zur Talstation der Pöstlingbergbahn

Fahrzeiten und -preise

Fahrbetrieb: Mo. - Sa. 6.00 - 22.00, So./Fei. 7.30 - 22.00, jeweils im 30-Minuten-Takt
Berg- und Talfahrt: Erwachsene 6,30 Euro, Kinder 6 - 15 Jahre 3,20 Euro
Erlebnisticket: Erwachsene 9,40 Euro, Kinder 6 - 15 Jahre 4,80 Euro (inklusive 24-Stunden-Ticket für alle Straßenbahnen und Busse der LinzAG)

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