Paris neu entdecken

Paris ist tatsächlich immer wieder eine Überraschung

Jeder hat sofort Bilder im Kopf, wenn er an Paris denkt. Den Eiffelturm etwa, den Wahnsinnsverkehr über sechs Spuren am Arc de Triomphe, die für Normalsterbliche untragbare Mode, die "haute cuisine", die gute Küche, und natürlich französisch sprechende, arrogante Franzosen! Viele dieser Bilder sind falsch, viele davon sind Vorurteile - und viele davon bewahrheiten sich dann doch. Natürlich bevorzugen die Franzosen Touristen, die ihre Landessprache sprechen, aber es gibt sie wirklich, Pariser Kellner, die auch Englisch können! Und gleich, welche Hindernisse Sie überwinden müssen: Paris lohnt sich immer wieder aufs Neue!

Tatsächlich bezaubert die französische Hauptstadt wie kaum eine andere gerade die Urlauber, die häufiger herkommen. Zugegeben, der klassische Tourist kommt ein, vielleicht zwei Mal hierher, sieht sich den Louvre, die Seine und den Eiffelturm an, und fährt wieder. Aber - und hier kommt die Überraschung -, wenn Sie einmal das normale Programm hinter sich gebracht haben, zeigt Paris seine ganze Schönheit! Jedes der Arrondissements ist eine Offenbarung. Jedes Viertel eine Welt für sich, mit typischen Bewohnern, versteckten Parks, interessanten Geschäften und guten, weniger belaufenen Restaurants. Wenn Sie einmal die Touristenmeile verlassen haben, erleben Sie ein ganzes neues Paris.

Das Paris mit einem eigenen Weinberg, den die meisten Urlauber, wenn sie auf dem Montmartre sind, gar nicht finden. Das Paris der authentischen Bistrots, der Straßenmusiker, der Wochenmärkte (auch außerhalb der Rue Mouffetard!), vor allem aber das Paris der architektonischen Leckerbissen. Hinter der Gare de Lyon im Westen der Stadt spazieren Sie auf einem begrünten Viadukt entlang oder entdecken unten in den Bögen schicke Boutiquen. In Passy, schräg gegenüber vom Eiffelturm und jenseits der Touristenbusse, stehen weit und breit die schönsten Häuser, viele im Jugendstil. Und noch weiter im Osten, hinter Radio France, hat sich die faszinierende Metropole geradezu kleinstädtischen Charme bewahrt. Hierher verirrt sich kaum ein Urlauber, stattdessen bummeln die Einheimischen über den Markt und profitieren von der Zentralisierung der Hauptstadt, die dafür sorgt, dass ein Pariser nicht auf Melonen aus der Gascogne verzichten muss.

Verzichten Sie nicht darauf, Paris (neu) zu entdecken! Kommen Sie in die vielleicht schönste Stadt der Welt und überzeugen Sie sich: Hinter jeder Ecke werden Sie etwas Neues, Unerwartetes entdecken - garantiert!

(Fotos: Paris Tourist Office, M. Bertrand, D. Lefranc, D. Thierry, J. Lebar, A. Dupont, J. Blachas)

Rundreise-Tipps

Jemand sagte einmal, dass "jede Straße in Paris eine eigene Kunstform darstellt" (aus: Woody Allen, Midnight in Paris, 2011). Genauso hat jedes einzelne Viertel, jedes der 20 Arrondissements eine Überraschung parat.

Hier ein kleiner Vorgeschmack auf Ihre zahlreichen Entdeckungen:

1er und 2e Arrondissement: Nach dem unabdingbaren Besuch im Louvre und einer Pause im Palais Royal schlendern Sie weiter durch die zahlreichen, herrlichen Passagen aus dem 19. Jahrhundert. Als große Einkäufe noch ein Luxus waren und richtig Stil hatten, entstanden zahlreiche wunderschöne, überdachte Passagen, die teilweise bis heute bezaubern: Galerie Véro-Dodat, Galerie Vivienne, Passage des Panoramas, Passage des Princes, Passage du Grand-Cerf, schließlich die Passage Jouffroy, die fast nahtlos übergeht in die Passage du Verdeau. Bereits die Namen wecken Träume und die schicken Boutiquen und alten Buchgeschäfte sind noch immer für eine Shoppingtour gut!

12e Arrondissement: Neben der ansehnlichen Gare de Lyon lohnt hier ein Abstecher ins Weinviertel von Bercy mit fantastischer Atmosphäre und Spitzen-Restaurants. Zwischendurch schlendern und bummeln Sie neben und auf dem begrünten Viadukt, finden ein paar angesagte Geschäfte und können das ganze Arrondissement in luftiger Höhe durchqueren.

16e Arrondissement: Nachdem alle den Eiffelturm gesehen haben, bleibt kaum einer und wandert noch weiter durch Passy. Dabei stehen hier wundervolle Jugendstilvillen, es gibt an jeder Ecke eine einladende Boulangerie oder Patisserie und je weiter Sie kommen, desto mehr zeigt das Viertel seinen kleinstädtischen Charme. Hierher verirrt sich kaum jemand - ein Fehler!

Zeitreise: Wenn Ihnen die Grenzen der Stadt zu eng sind (was bei diesem Angebot an Highlights wahrscheinlich länger dauert), noch ein letzter Tipp. Setzen Sie sich in die Metro Linie 1 und fahren Sie zuerst zum Château de Vincennes im Südosten. Steigen Sie auf den Turm, klettern Sie in den großen Kamin und bummeln Sie vielleicht noch durch den Park. Dann fahren Sie genau ans gegenüberliegende Ende der Stadt, nach La Défense. Sie werden staunen, plötzlich statt von den mittelalterlichen Burgmauern von superneuen Bürotürmen und Hochglanzfassaden umgeben zu sein. Statt verschlafener Ruhe ist hier immer etwas los. Gerade für Paris-Neulinge eine gelungene Art, die Stadt zu erleben!

Die Liste könnte endlos fortgesetzt werden. Aber jetzt sind Sie dran! Fahren Sie (noch einmal) nach Paris und schauen Sie, was Sie alles Neues entdecken. Sei es ein feines Restaurant im 13e Arrondissement oder eine versteckte Gasse im Quartier Latin. Schauen Sie in die begrünten Innenhöfe der Privathäuser und finden Sie in Saint-Germain Ihr Lieblingsbistrot. Viel Spaß!

(Fotos: Paris Tourist Office, M. Bertrand, J. Blachas)

Einkaufen

Paris steht für Mode, Kunst und eine gute Küche. Einkaufsmöglichkeiten gibt es deshalb vor allem für Bekleidung, Bücher, Antiquitäten und Delikatessen. Für alle, die sich gerne von neuen Trends inspieren lassen oder einfach das "gewisse französische Etwas" suchen, wird die Hauptstadt zur Offenbarung.

Reiche Leute aus aller Welt kommen extra nach Paris, um sich hier mit der aktuellen Haute Couture einzudecken. Die meisten dieser Geschäfte finden Sie rund um die Champs Elysées, wie auch zahlreiche Musikläden, Parfümerien, Souvenirshops und Schuhgeschäfte. Auch die Seitenstraßen sind sehenswert. Sehenswert und etwas bezahlbarer ist es in den zahlreichen Kaufhäusern von Paris. Allen voran das wunderschöne alte Kaufhaus "Lafayette" am berühmten Boulevard Haussmannam, das von einer Glaskuppel bedeckt wird. "Printemps" und "Le Bon Marché" bieten weitere Nobeleinkaufsmöglichkeiten. Das Forum Les Halles ist ein riesiges Einkaufszentrum auf dem ehemaligen Großmarkt von Paris, doch auch in den Straßen rund herum finden Sie zahlreiche trendige Shops und Boutiquen. Im benachbarten Marais-Viertel befindet sich das beliebteste Kaufhaus der Pariser, BHV Marais.

Eine noch andere Art einzukaufen bieten die vielen kleineren Wochen- und Flohmärkte. Das Warenangebot reicht von sinnlosem Trödel bis hin zu kostbaren Raritäten. Exotische Früchte, Gemüse, Wein und Käsespezialitäten, Kleider, Briefmarken, Bücher, Handwerk, Blumen, Vögel. Nichts, was es hier nicht gibt. Die Märkte sind im Allgemeinen morgens während der Woche oder an den Wochenenden geöffnet.

Möchten Sie einfach nur durch ein paar Boutiquen, Galerien und Bücherläden schlendern, zwischendurch einen Café und ein Pain au chocolat verdrücken, sollten Sie sich in die Viertel Saint-Germain-des-Près, Marais und Bercy begeben. In letzterem befindet sich übrigens das größte Kino von Paris, das UGC Ciné Cité Bercy.

Fotos: Paris Tourist Office, Daniel Thierry, Marc Bertrand, Stéphanie Rivoal

Essen und Trinken

Paris ist international als Zentrum der Gastronomie bekannt. Die wahren Wunder traditioneller französischer Küche können Sie in einer riesigen Auswahl an Restaurants und Cafés kosten, in gemütlichem und zugleich sehr vielfältigem Ambiente. Als Botschafterin des guten Geschmacks bietet die Pariser Gastronomie unzählige Gaumenfreuden: geschmorte Landgerichte, mediterrane Speisen, Rezepte aus der ganzen Welt, ein Festival an Wurst- und Käsesorten, kreative Desserts… Kleiner Tipp am Rande: die mit Abstand köstlichste "chocolat chaud" (heiße Trinkschokolade) bekommen Sie bei "Angélina" in der 226, rue de Rivoli. Unbedingt vorbeischauen!

In den Pariser Restaurants wird (sehr gut) gegessen, Alkohol in Bars, Weinlokalen und Pubs konsumiert, in Teesalons Tee und Kaffee getrunken, in Eisdielen Eis gelutscht. Klar, oder? Was aber genau sind Bistros und Brasserien?

Das Bistro ist eine Institution des Pariser Lebens und unterscheidet sich vom einfachen Café, da diese Betriebe im vergangenen Jahrhundert von Weinhändlern unterhalten wurden. Eine gute Weinkarte, eine einfache, traditionelle Küche, sympathischer und prompter Service, ein Dekor aus Kacheln, Gardinen und dunkler Holzvertäfelung, eine vernünftige Rechnung und das alles stets in geselliger Atmosphäre. Schon damals lockten die kleinen Bistros am Montparnasse Künstler wie Marc Chagall und Ernest Hemingway an ihre kleinen Bistrotische.

Die Brasserie ist ein wenig wie die große Schwester des Bistros. Anfangs handelte es sich um einen schlichten Herstellungsort von Bier, an dem Passanten direkt vor Ort konsumieren konnten. Mit der Zeit bezeichnete das Wort schließlich große Bistros mit unverwechselbarem und typischem Pariser Charme, in denen man traditionelle französische Gerichte, wie Zwiebelsuppe, Fricassée und andere Suppeneintöpfe, in einem eleganten Rahmen essen kann. Die berühmtesten befinden sich rund um Montparnasse, in der Nähe der Place Clichy und der Bahnhöfe.

Fotos: Paris Tourist Office, Daniel Thierry, Amélie Dupont, Marc Bertrand

Museen

Meistbesuchte Kunst der Welt - Louvre und Co.

"Museum" klingt für Sie nach Staub und Langeweile? Dann waren Sie vermutlich noch nicht in einem der unzählbaren Museen von Paris! Einige meinen sogar, ganz Paris sei - im besten Sinne des Wortes - ein einziges Museum, so viel gibt es hier an jeder Ecke, hinter jeder Kurve und in fast jedem Hinterhof zu entdecken. Aber Tatsache ist, dass es unglaublich viele, sehr unterscheidliche Kunststätten gibt, die von prähistorischen Funden über mittelalterliche Kleinodien bis hin zu ultramodernen Skulpturen alles bieten, was den Kunstbeflissenen erfreut. Selbst wahre Kulturbanausen werden hier zwischen Jugendstil-Vasen, fragwürdigen Klecksbildern und weltbekannten Portraits verweilen udn staunen müssen. Für jeden Geschmack ist etwas dabei: Für die Großen und auch die Kleinen!

Das Palais de la Découverte zum Beispiel bietet kleinen Erfindern und Liebhabern der Wissenschaften Führungen mit interaktiven Experimenten, damit sie sich auf ganz lebendige Weise mit den elementaren und aktuellen Wissenschaften vertraut machen können. Lüften Sie das Geheimnis der Mondfinsternis, entdecken Sie die Grundstoffe eines Parfüms oder beobachten Sie die Bewegungen im Sonnensystem. Verpassen Sie auch nicht das Planetarium das Sie mit seinem authentischen Sternenhimmel verzaubern wird.

Futuristen gehen lieber ins Centre National d'Art et de Culture Georges Pompidou, kurz: Centre Pompidou. 1977 fertig gestellt, ist es der radikalste moderne Bau der Stadt und wirkt mit seinen außen liegenden Rolltreppen, Aufzügen und Belüftungsschächten wie eine utopische Fabrik. In den beiden oberen Etagen befindet sich das Museum der Modernen Kunst, das eine der interessantesten Sammlungen Europas beherbergt.

Das Rodin-Museum ist im herrschaftlichen Hotel Biron untergebracht und birgt etwa 500 der bekanntesten Werke Rodins und seiner Lebensgefährtin Camille Claudel. Der angrenzende Park darf ebenfalls besichtigt werden. Von Skulpturen über Zeichnungen und Gemälden dreht es sich auch im Picasso-Museum, das etwa 250 Zeichnungen, Stiche, Gemälde, Skulpturen und Keramiken aus allen Schaffensperioden des berühmten spanischen Künstlers Pablo Picasso besitzt. Daneben zeigt es rund 50 Gemälde anderer Künstler aus seiner Privatsammlung, unter anderem Arbeiten von Cézanne, Renoir, Matisse und Miró.

Und dann ist da noch der Louvre. Das Museum schlechthin. Vom Mittelalter bis zur Revolution war der Louvre die Residenz der französischen Könige und eine stets größer werdende Baustelle. Nach dem Auszug des Sonnenkönigs zogen Maler und Bildhauer ein. Erst 1793 wurde der Louvre zum Museum. Mit nahezu 60.000 Quadratmetern ist er das drittgrößte Museum der Welt, odt aber das meistbesuchte. Von islamischer und ägyptischer Kunst, französischer, deutscher und niederländischer Malerei, bis hin zu orientalischen, griechischen, etruskischen und römischen Kunstgegenständen - dem Kunstliebhaber wird nichts vorenthalten! Nicht einmal das vielleicht bekannteste Gemälde der Welt, die "Mona Lisa" von Leonardo da Vinci.

Kleiner Tipp: Falls Sie noch weitere Museen in Paris besuchen möchten, lohnt sich der Museumspass. Zu erhalten in Museen, bei der Touristinformation und an Metrostationen.

Fotos: Paris Tourist Office, Marc Bertrand, Amélie Dupont

Reisepakete werden geladen

Reisepakete werden geladen