Burg Baden und Burgberg - Badenweiler

Die Burg Baden, auch Burg Badin oder Burg Badenweiler genannt liegt auf einer Höhe über dem Kurpark mitten in Badenweiler und ist das weithin sichtbare Wahrzeichen des Kurstädtchens.

Ausgrabungen in der Burg und auf dem Burghügel beweisen, dass der Hügel schon vor 1122 besiedelt wurde. Funde belegen, dass die Römer zum Schutz von Aqua Villae ein Kastell errichteten. Später bauten die Alemannen eine Höhenburg, um ihr Gebiet zu sichern. Diese Taktik wurde von den Franken übernommen.

Ab 1122 war die Burg im Besitz der Zähringer zum Schutz ihres Silberbergbaus. Im Jahr 1147 gelangte die Burg als Mitgift in den Besitz der Welfen. Durch Tausch kam die Burg 1157 an die Staufer, als Erbe 1268 an die Grafen von Freiburg, durch Heirat 1303 an die Grafen von Straßberg. Am 6. April 1678 wurde die Burg im Holländischen Krieg von den abrückenden französischen Besatzern unter Marschall Crequi gesprengt. Danach wurde sie nicht wieder aufgebaut.

Um die Ruine vor dem Verfall zu schützen und sie touristisch zu erschließen, wurde sie restauriert. Der Bergfried ist als Aussichtsplattform zu besteigen. Die vielen hohen erhaltenen Mauern der Ruine zeigen verschiedene Räume und den Palas. Die Burgruine kann durch einen steilen Weg betreten werden.

An der Westseite des Flanierweges um den Burgberg, der sogenannten Kaffeemühle, steht mit Blick auf die Vogesen das Denkmal für Großherzog Friedrich I. (1826-1907); es wurde 1912 von Karl Friedrich Moest von der Kunstakademie Karlsruhe geschaffen und zunächst am Schlossberg aufgestellt. Es ist das größte Denkmal Badenweilers und symbolisiert zugleich eine wesentliche Epoche des badischen Landes als eigenständigen Staat. Der beliebte Landesvater kam häufig nach Badenweiler und feierte hier 1906 auch seinen 80. Geburtstag als dienstältester Monarch Europas. Ebenfalls mit Blick auf die Vogesen wurde 1992 das neue Tschechow-Denkmal am Burgberg errichtet.

Im Jahr 1904 starb in Badenweiler der russische Schriftsteller, Novellist und Dramatiker Anton Pawlowitsch Tschechow. Das weltweit erste Denkmal für ihn stand an gleicher Stelle von 1908 bis 1918, fiel aber der Metallsammelaktion im Ersten Weltkrieg zum Opfer. Heute erinnert daran eine Gedenkplatte. Anlässlich des 100. Todestages von Tschechow wurde am 15. Juli 2004 ein "Symbolischer Kirschgarten" am Denkmal von Vertretern aus Russland und Badenweiler gepflanzt. Er soll ein Zeichen für ein neues, friedliches Europa im Geiste Tschechows sein. Am Fuße des Burgberges steht das Kurhaus, wo sich seit 1998 das Literarische Museum "Tschechow Salon" befindet.

Reisepakete werden geladen