Nordelsass

Eine Reise durch das Nordelsass bedeutet auch immer eine Reise durch die verschiedenen Jahrhunderte: Mittelalterliche Burgen wechseln sich ab mit römischen Militärstationen und Bäderanlagen. Im Gegensatz zum südlicheren Teil der Region mit ihren Großstädten wie Straßburg findet man hier romantische Dörfer und versteckte Täler in pittoresken Landschaften.

Die bewegte Vergangenheit des Elsass ist hier zum Greifen nahe. Burgruinen sind auf nahezu jedem Sandsteinfelsen zu finden und bestimmen daher das Erscheinungsbild dieser Region. Die im Mittelalter errichteten Burgen erlebten ihre Blütezeit im 12. und 13. Jahrhundert, wurden jedoch in den Wirrungen des Dreißigjährigen Krieges teilweise zerstört. Die Ruinen sind heute noch durch zahlreiche Wanderwege zu besichtigen.

Auch in den Städten des Nordelsass kann man die Geschichte hautnah erleben. Haguenau, 25 km nördlich von Straßburg gelegen, bietet hierzu hervorragende Möglichkeiten. Reste der mittelalterlichen Stadtbefestigung, wie das Weißenburger Tor, verweisen auf die Ursprünge der Stadt. Die Kirchen Sankt Georges und Sankt Nicolas verbinden in ihrer Architektur verschiedene Kunstepochen und sind daher ebenfalls eine Besichtigung wert.

Wissembourg, ein weiteres Städtchen im Norden des Elsass, ist durch seine ideale Lage nicht nur ein reizvolles Urlaubsziel. In der Vergangenheit musste es auch weniger glanzvolle Zeiten durchleben. So war die Stadt während des Dreißigjährigen Krieges Ziel mehrerer Eroberungen und wurde schlussendlich im Französisch-Niederländischen Krieg in Brand gesteckt. Glücklicherweise wurden einige der Bauten von den Kämpfen verschont, sodass Touristen auch heute noch mehr als 70 Häuser, die mehr als 300 Jahre alt sind, bewundern können.

Die mit 140 Metern längste klassizistische Schlossfassade von ganz Frankreich findet man in Saverne. Das 1790 erbaute Rohan-Schloss aus rotem Sandstein ist das herausragende Bauwerk der Stadt und begeistert Jahr für Jahr zahlreiche Besucher. Aber auch Mittelalter-Fans kommen in Saverne auf ihre Kosten. Auf der Burgruine Haut-Barr kann man den Blick in die Ferne schweifen lassen und über das Schloss, die Nordvogesen und die elsässische Ebene blicken. Daher wird sie auch liebevoll das "Auge des Elsass" genannt.

Fotos: Office de Tourisme Niederbronn-les-Bains, ADT 67, C. Fleith

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