MS Goethe

MS Goethe

Schiffe können ganz schön alt werden, nicht nur in Museen, sondern auch im Dienst. Den verrichtet die MS Goethe seit 1913 auf dem Rhein. Noch zu Kaisers Zeiten erlebte sie ihre Jungfernfahrt, damals für die Preußisch-Rheinische Dampfschifffahrts-Gesellschaft.

Dampf: die nächste Besonderheit. Vor über 100 Jahren trieben Dampfmaschinen üblicherweise auch Schiffe an, die "Goethe“ hatte als luxuriöser Doppeldeck-Salondampfer zwischen Köln und Mainz bis zu 2.400 Passagiere an Bord. Das waren die "Goldenen Zwanziger“, denen die NS-Zeit und ein fürchterlicher Krieg folgten. Er traf auch die MS Goethe folgenschwer. Bei einem amerikanischen Tiefflieger-Angriff im März 1945 wurde das halbe Schiff versenkt, 20 sowjetische Zwangsarbeiter und der Maschinist kamen ums Leben.

Sieben Jahre lagen wesentliche Schiffsteile auf dem Rheinboden, wurden dann geborgen, die "Goethe“ wieder aufgebaut. 1953 nahm der legendäre Schaufelraddampfer wieder seine Kursfahrten auf, mit einer Unterbrechung zwischen 1989 und 1996 bis zum heutigen Tag.

Das Dampf-Zeitalter auf dem Rhein ist allerdings endgültig vorbei. Am 5. Oktober 2008 fuhr die "Goethe“ zum letzten Mal unter Dampf und ist damit das letzte Dampfschiff auf dem Rhein. Bei allem Hang zur Nostalgie: "Goethes" Dampfmaschine war nicht mehr reparabel und die energetische Bilanz verheerend.

Ein Superlativ ist geblieben: Das immer noch größte Seitenradschiff der Welt mit seinen original Salons aus den 1920er Jahren atmet und erzählt schwimmende Geschichte.

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