Gutenberg-Museum

Gutenberg-Museum in Mainz: Geschichte im Druck

Waschmaschine, Flugzeug und Computer – alles nützliche Innovationen, doch der Mainzer Johannes Gutenberg kann sich mit der wichtigsten Erfindung des Jahrtausends rühmen: dem Buchdruck. Zugegeben, er war nicht der Erste, der ein Buch druckte, aber der Erste, der mit beweglichen Lettern arbeitete. In dem nach ihm benannten Museum in der Landeshauptstadt von Rheinland-Pfalz begehen Sie seine Werkstatt und bestaunen wertvolle Gutenberg-Bibeln.

Wer in Mainz den Dom besichtigt, kommt fast zwangsläufig am Gutenberg-Museum vorbei, einem modernen, unauffälligen Bau zwischen Dom und Rhein. Nicht nur innerhalb der Mauern wartet Geschichtsträchtiges auf Besucher, auch das Museum selbst hat eine turbulente Vergangenheit. Zum 500. Geburtstag von Johannes Gutenberg im Jahr 1900 gegründet, ist es eines der ältesten Druckmuseen der Welt. Es zog ein paar Mal um, wurde im Zweiten Weltkrieg zerstört (die Exponate wurden gerettet) und löst heute noch Kontroversen aus, wenn die Mainzer sich vehement gegen den „Bibelturm“, den Entwurf für einen Neubau, wehren. Ob Bücherwurm oder nicht, ein paar Stunden Zeit sollten Sie sich bei einem Mainzbesuch auf jeden Fall nehmen, denn solch einzigartige, wertvolle und weltbewegende Ausstellungsstücke bekommen Sie selten zu Gesicht.

Wertvolles zwischen zwei Buchdeckeln

Die ältesten Bücher gelten zugleich auch als die schönsten: Die Gutenbergbibel hat 42 Zeilen pro Seite, handgemalte Prachtinitialen und besteht aus zwei Bänden mit über 600 Seiten. Die Herstellung dauerte zwei Jahre. Das zweibändige Shuckburgh-Exemplar und ein Band des Laubach-Exemplars liegen im Tresorraum der Dauerausstellung, zwei über 550 Jahre alte Bibelexemplare, gedruckt von Johannes Gutenberg persönlich. Es gibt weltweit nur noch 49 – teilweise unvollständige – Exemplare der ursprünglich 180 Bibelausgaben. Wert: unermesslich. Preis: so um die 11 Millionen US Dollar, mindestens. Pro Band. Doch es gibt noch mehr Highlights zu sehen: das schönste Buch der Renaissance („Hypnerotomachia Poliphili“ - Der Liebestraum des Poliphilus), eine „Dharani-Sutra“, eine vom Holzstock gedruckte buddhistische Textrolle von 770, und die Gutenberg-Werkstatt. Die wurde schon 1925 für das Museum nachgebaut und wird noch heute benutzt, um den Druckprozess zu Zeiten Gutenbergs zu demonstrieren. Stündlich wird das Schriftgießen, Schriftsetzen und Drucken anschaulich erklärt.

Schwarze Kunst im Workshop

Auf 3.500 Quadratmetern Ausstellungsfläche und mit 1.100 Exponaten können Besucher in Mainz in die Geschichte des Drucks, der Buchherstellung und der Medien eintauchen. Und das nicht nur eurozentrisch: Das Museum verfügt über viele Exponate aus China, Korea und Japan, Ägypten und vielen islamischen Ländern, die bei Druck, Schrift und Papierherstellung Vorreiter waren. Dem Museum angeschlossen ist der Druckladen, wo Besucher in die „Schwarze Kunst“ eingeweiht werden. In Workshops und bei Führungen können Kinder und Erwachsene selbst mit Papier und Druckerschwärze experimentieren. Zwischen Lesezeichen, Minibüchern, Wachssiegelsets, handgefertigten Notizbüchern, Design-Postkarten, handgeschöpften Papieren und allerlei Literatur im Museumsshop sind dann alle Leseratten und Buchverschlinger im siebten Himmel. Auf dem Weg zurück zum Hotel, gehen Sie doch am Gutenberg-Denkmal neben dem Mainzer Dom vorbei, um dem „Man of the Millenium“ zum Abschied eine kleine Ehre zu erweisen, denn ohne ihn gäbe es weder Jay Gatsby oder Jim Knopf, noch die Bedienungsanleitung für Ihre Waschmaschine. Danke, Johannes!

Adresse Gutenberg-Museum
Liebfrauenplatz 5
55116 Mainz

Öffnungszeiten Gutenberg-Museum
Dienstag - Samstag 9.00 - 17.00 Uhr
Sonntag 9.00 - 17.00 Uhr

Öffnungszeiten Druckladen
Montag - Freitag 9.00 - 17.00 Uhr
Samstag 10.00 - 15.00 Uhr

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