Dom zu Mainz

Der 1036 geweihte Dom zu Mainz gehört, neben den Domen von Worms und Speyer, zu den drei großen Kaiserdomen. Bereits 975 legte der Erzbischof Willigis den Grundstein nach dem Vorbild des römischen Doms St. Peter. Seine Vision eines Staatsdoms wurde aber nicht verwirklicht, denn seine geplante Weihe im August 1009 erlebte das Bauwerk nicht - ein Brand, der erste von insgesamt sieben, zerstörte das Gebäude kurz vor seiner Einweihung. Im Jahr 1036 konnte der Wiederaufbau von Erzbischof Bardo dann jedoch eingeweiht werden.

Allerdings behielt der heute 116 Meter hohe Dom nicht seine ursprüngliche Gestalt. Im Laufe der Zeit wurde der Sakralbau zahlreiche Male umgebaut und es wurden viele Anbauten getätigt. Die Gewölbebasilika hat heute drei Schiffe, die teils romanische, teils gotische Merkmale aufweisen und zwei Chöre, in denen sich die wechselnden Baustile der Romanik widerspiegeln: schlichte, monumentale Bauweise beim ältesten Teil des Doms, dem Ostchor, im Gegensatz zu reich gegliederter Architektur des spätromanischen Westchores.

Nach einem Brand im Jahre 1081 wurden zu Beginn des 12. Jahrhunderts Langhaus und Ostchor neu errichtet. Ende des 12. Jahrhunderts und Anfang des 13. Jahrhunderts wurde der heutige Westbau angelegt. Nach umfassenden Renovierungsarbeiten unter Erzbischof Siegfried III. wurde der Dom 1239 neu geweiht. Im Verlauf des Jahrhunderts wurde der romanische Bau durch prachtvolle gotische Seitenkapellen erweitert.

Als ein Blitzeinschlag im Jahre 1767 den gotischen Westturm zerstörte, baute der Baumeister Franz Ignaz Michael Neumann ihn zwischen 1769 und 1774 in seiner jetzigen, markanten Form wieder auf. Er entschied sich dabei nicht für den üblichen Baustoff Holz, sondern errichtete einen bis in die Spitzen steinernen Kuppelbau. Zu damaliger Zeit umstritten, bewährte sich diese Entscheidung aber bald. Er überstand im Gegensatz zum restlichen Teil des Doms Beschießungen und verheerende Brände.

Der Dom St. Martin gehört zu den bedeutendsten deutschen Baudenkmälern. Es macht ihn aus, dass er nicht in einem Stil erbaut, sondern eine Vereinigung vieler Epochen ist. Überall im Dom, an den Pfeilern des Langhauses, an den Wänden des Querschiffes und in den Seitenaltären findet man erzbischöfliche Grabdenkmäler, die die verschiedenen Kunststile des 13. bis 19. Jahrhunderts widerspiegeln. Ein gotisches Taufbecken von 1328, der größte mittelalterliche Zinnguss der Welt, die Memorienpforte, die den Durchgang vom Dom zum ehemaligen spätromanischen Kapitelsaal bildet und die Chorstühle zeugen von der Zeit von der Renaissance bis zum Barock.

Das wichtigste Zeugnis der Kunst des 19. Jahrhunderts findet man in den Bögen des Langhauses: Malereien der Nazarenerschule von 1859/64 zeigen Szenen aus dem Leben Jesu. Erwähnenswert und nicht zu übersehen ist auch die romanische Gotthard-Kapelle aus dem Jahre 1137, die nicht wie der restliche Teil des "Domgebirges" aus rot gefärbtem Sandstein, sondern kontrastreich aus hellem Kalkstein erbaut wurde. In ihr ist das berühmte frühromanische "Udenheimer Kruzifix" zu bewundern.

Öffnungszeiten

Dom März - Okt. Mo. - Fr. 9.00 - 18.30, Sa. 9.00 - 16.00, So./Fei. 12.45 - 15.00 und 16.00 - 18.30; Nov. - Feb. Mo. - Fr. 9.00 - 17.00, Sa. 9.00 - 16.00, So. 12.45 - 15.00 und 16.00 - 17.00;
Zu Gottesdienst- und Beichtzeiten ist eine Besichtigung nicht möglich.
Dommuseum Di. - Fr. 10.00 - 17.00, Sa./So. 11.00 - 18.00, montags und an kirchlichen Feiertagen geschlossen

Eintritt

Erwachsene 5,- Euro; Ermäßigte 3,- Euro; Familie 10,- Euro (Kinder bis 5 Jahre frei)

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