Aschersleben - im Harzvorland

Aschersleben: Das Tor zum Harz

Im Harzvorland, am Nordostrand des Harzes, liegt eine der ältesten Städte Sachsen-Anhalts: Aschersleben. Erstmals im Jahr 753 urkundlich erwähnt, blickt die gut 28.000-Einwohner-Stadt auf eine außergewöhnlich reiche Geschichte zurück – und bewahrt deren Zeugnisse bis heute erstaunlich gut. Wer Aschersleben besucht, erlebt eine lebendige Stadtgeschichte, die sich in mittelalterlichen Türmen, klassizistischen Kolonnadengängen und stilvollen Rathäusern aus verschiedenen Jahrhunderten ausdrückt.

Die geografische Lage im Regenschatten des Harzes beschert der Stadt besonders viele Sonnenstunden im Jahr. Kein Wunder, dass das Umland als Zentrum des deutschen Majoran-Anbaus bekannt ist – die milden klimatischen Verhältnisse machen die Region zu einem außergewöhnlich fruchtbaren Landstrich. Das trägt bis heute zur Eigenart und zum Charakter Ascherslebens bei.

Geschichte: Über 1.200 Jahre Stadtgeschichte

Die erste urkundliche Erwähnung Ascherslebens datiert auf das Jahr 753 – damit zählt die Stadt zu den ältesten urkundlich belegten Siedlungen in Sachsen-Anhalt. Im Mittelalter entwickelte sich Aschersleben zu einer bedeutenden Handels- und Verwaltungsstadt. Erkennbar ist das noch heute an den gut erhaltenen Stadtbefestigungsanlagen, die in ihrer Vollständigkeit in Deutschland eine absolute Ausnahme darstellen. Romanische, gotische und Renaissance-Bauten prägen das Stadtbild nebeneinander – auf engem Raum wie ein aufgeschlagenes Architektur-Lehrbuch.

Ein besonderes Kapitel der jüngeren Geschichte: Das Jahr 2010 brachte mit der Landesgartenschau eine städtebauliche Erneuerung. Historische Substanz wurde mit modernen Freizeitanlagen verbunden. Das Rosarium, der Bestehornpark, der Promenadenring und der Stadtpark entstanden neu – Grünanlagen, die bis heute zum Charme der Stadt beitragen und bei einem Stadtspaziergang unbedingt erkundet werden sollten.

Sehenswürdigkeiten in Aschersleben

Aschersleben ist ein offenes Stadtmuseum: Auf engem Raum begegnen sich Baustile aus mehr als einem Jahrtausend. Beim Altstadtbummel lässt sich das eindrücklich erleben – die Stadt ist überschaubar, zu Fuß gut zu erkunden und ohne Touristenmassen.

  • St. Stephanikirche: Das gotische Wahrzeichen der Stadt mit markanter Doppelturmfassade zählt zu den bedeutendsten gotischen Kirchenbauten der Region.
  • Rathaus am Marktplatz: Das Renaissancerathaus zeigt die einstige Bedeutung Ascherslebens als Handels- und Verwaltungszentrum. Der zentrale Marktplatz ist Treffpunkt und Mittelpunkt des Stadtlebens.
  • Grauer Hof: Als romanischer Profanbau des frühen Mittelalters einer der ältesten und seltensten erhaltenen Bauten dieser Art in Sachsen-Anhalt.
  • Krukmannsches Haus: Das prächtige Renaissancegebäude mit reich verzierter Fassade zeugt von der Handelsblüte Ascherslebens im 16. und 17. Jahrhundert.
  • Polizeimuseum: Das ehemalige Stadtgefängnis aus dem Jahr 1896 beherbergt heute eine einzigartige Ausstellung zur Geschichte der deutschen Kriminalpolizei.
  • Städtisches Museum: Die stadtgeschichtliche Ausstellung dokumentiert die wichtigsten Etappen Ascherslebens von der Gründung bis zur Moderne.
  • Tierpark Aschersleben: Mit begehbaren Gehegen und einem abwechslungsreichen Tierbestand ein lohnenswertes Ausflugsziel für Familien mit Kindern.

Stadtbefestigung und Wehranlage

Aschersleben gehört zu den wenigen deutschen Städten, in denen die mittelalterliche Stadtbefestigung noch zu großen Teilen erhalten ist. Wer die Stadtmauer entlangwandert, erlebt Mittelalter direkt und unmittelbar – nicht hinter Museumsglas. Von ursprünglich etwa 20 Türmen sind noch 15 erhalten.

TurmBaujahrHöheBesonderheit
RondellMittelalterMauerstärke bis zu 4 Meter – mächtigster Turm der Anlage
Johannisturm138042 mImposantes Wahrzeichen, abends besonders eindrucksvoll
Schmaler Heinrich144232 mSchlanker Wehrturm direkt neben dem Johannisturm

Die Stadtmauer lässt sich auf dem Promenadenring bequem erkunden. Dieser Rundweg, der die Altstadt umfasst, ist gleichzeitig einer der schönsten Spazierwege der gesamten Region.

Die Scharren – Kolonnadengänge mit Geschichte

Mitten in der Altstadt befinden sich die Scharren – zwei klassizistische Kolonnadengänge, die zu den architektonischen Perlen Ascherslebens zählen. Sie führen direkt zur gotischen St. Stephanikirche und verleihen dem Stadtkern ein beinahe mediterranes Flair. Ursprünglich als Fleisch- und Kaufmannshallen genutzt, sind die Scharren heute eines der charakteristischsten Fotomotive der Stadt. Die geschwungenen Kolonnaden mit ihren Bögen und Säulen laden zum Verweilen ein. Gerade in den Abendstunden, wenn die Beleuchtung einsetzt und das Licht warm über die Sandsteinsäulen fällt, entfalten sie eine ganz besondere ruhige Atmosphäre – ein Ort, der unter die Haut geht.

Lohnt sich ein Besuch in Aschersleben?

Ja – besonders für Entdeckungslustige, die abseits der übervollen Touristenpfade reisen möchten. Aschersleben bietet eine bemerkenswerte Dichte historischer Sehenswürdigkeiten auf engem Raum, dabei ohne Touristenmassen und zu erschwinglichen Preisen. Die gut erhaltene Altstadt, die mittelalterliche Stadtbefestigung und die parkähnlichen Grünanlagen machen die Stadt zu einem lohnenswerten Ziel für einen Kurztrip.

Aschersleben liegt günstig für Tagesausflüge in die Umgebung: Die Welterbestadt Quedlinburg ist nur etwa 25 Kilometer entfernt, Wernigerode mit seiner märchenhaften Altstadt rund 40 Kilometer. Der Harz mit seinen ausgezeichneten Wanderwegen beginnt praktisch vor der Haustür – so lässt sich Aschersleben ideal mit einem Harz-Urlaub verbinden.

Familien schätzen den Tierpark und die weitläufigen Parks. Kulturinteressierte finden in Museum, Stadtgefängnis-Ausstellung und Kirchen reichlich Stoff für einen langen Besuchstag. Und wer einfach durch eine lebendige Altstadt schlendern möchte, kommt ebenfalls auf seine Kosten.

Anreise und praktische Infos für Ihren Besuch

Öffnungszeiten und Eintritt

SehenswürdigkeitÖffnungEintritt
Polizeimuseum (ehem. Stadtgefängnis)Di – SoFrei (Spenden willkommen)
Städtisches Museum AscherslebenDi – SoAb ca. 2 €
Stadtbefestigung / Türme (Außen)TäglichKostenlos
St. StephanikircheTäglichKostenlos
Rosarium und StadtparkTäglichKostenlos
Tierpark AscherslebenTäglichGünstig, Familienkarten vorhanden

Anreise nach Aschersleben

  • Mit dem Zug: Direktverbindungen aus Magdeburg, Halle (Saale) und Halberstadt. Der Bahnhof liegt fußläufig zur Altstadt (ca. 10 Minuten Fußweg).
  • Mit dem Auto: Über die A14 (Abfahrt Bernburg Nord) oder die B180 / B185. Parkplätze am Stadtrand und in der Innenstadt vorhanden.
  • Beste Reisezeit: Frühling bis Herbst. Das Rosarium blüht besonders eindrucksvoll von Mai bis Oktober – empfehlenswert für einen Frühlingsbesuch.

Geheimtipp: Der Abendspaziergang entlang des Promenadenrings

Kaum bekannt, aber wirklich lohnenswert: der Abendspaziergang entlang des Promenadenrings zur goldenen Stunde. Wenn sich das Tageslicht neigt und die Stadtmauertürme im warmen Abendlicht erstrahlen, verwandelt sich die Stadtbefestigung Ascherslebens in eine beinahe märchenhafte Kulisse. Besonders eindrucksvoll ist der Blick vom erhöhten Promenadenweg auf das Rondell und den Johannisturm – ohne jedes Touristengedränge, dafür mit echter Lokalatmosphäre. Die meisten Besucher verlassen die Stadt, bevor die Abendsonne die alten Steine zum Leuchten bringt. Wer bleibt, wird mit einem ganz anderen Aschersleben belohnt: leise, warm, zeitlos.

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