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Elsass-Infos kompakt

Burgen, Fachwerk, Wein - willkommen im Elsass!

Das Elsass ist eine der lebendigsten und sehenswertesten Kulturlregionen Europas. Liegt es an der lieblichen Landschaft voller Weinberge, an den Fachwerkhäusern und bezaubernden Dörfern? An den Flammkuchen und anderen Köstlichkeiten? Oder ist es dieser besondere Mix aus deutscher und französischer Kultur, die diese Region jahrhundertelang geprägt hat? Vielleicht ein wenig von allem. Tatsache ist, dass das Elsass mit seiner umwerfenden Mischung für nahezu jeden Urlauber ein Muss ist.

Überall stößt man auf Zeugen der Vergangenheit, liest an vielen Häusern deutsche Namen und findet Gebäude wie die Hohkönigsburg bei Colmar, eine Ruine aus dem 12. Jahrhundert. Kaiser Wilhelm II. ließ sie ab 1899 neu aufbauen, und zwar so, wie man sich vor 100 Jahren das Mittelalter vorstellte. Die Burg ist vor allem für Familien einen Besuch wert, da es dort zwei weitere Attraktionen gibt: den Affenpark und die "Volerie des Aigles" mit ihren spektakulären Greifvogel-Vorführungen. Falken und Adler fliegen dabei nur wenige Zentimeter über den Köpfen der Besucher hinweg. Zwischen März und November finden am Nachmittag zwischen zwei bis vier Vorführungen statt.

Neben den zahlreichen Burgruinen und Wehrtürmen ist das Elsass berühmt für seine pittoresken Fachwerkhäuser in den romantischen Dörfern entlang der Weinstraße, etwa Eguisheim, Riquewihr und Ribeauvillé. Bei einer Fahrt ist der Stopp an einer Weinkellerei eine gute Idee. Testen Sie die hervorragenden Weiß- und Rotweine, um Ihre Lieblingssorte zu finden. Wer es etwas spritziger mag, halte sich an den Crémant, einen Schaumwein, der nach dem Champagner-Verfahren hergestellt wird. Überall gibt es kleine Winzereien, welche in lauschigen Innenhöfen zur Probe einladen.

In den Städten Straßburg, Mulhouse und Colmar verbindet sich die Postkartenidylle mit einem lebendigen Treiben und zahlreichen sonnenverwöhnten Straßencafés. Einfach herrlich, um das Savoir-Vivre zu leben. Schlendern Sie durch gemütliche Gassen, besuchen Sie die zahlreichen Museen oder gehen Sie einfach Schaufensterbummeln!

Aber ganz gleich, aus welchem Grund Sie ins Elsass kommen: Tauchen Sie ein in eine spannende Kulturlandschaft und erleben Sie diese Region mit allen Sinnen.

Fotos: Office de Tourisme Vallée de Kaysersberg, Tourisme Mulhouse, Office de Tourisme de Kaysersberg, La Montagne des Singes, Office de Tourisme de Colmar, Office de Tourisme de Strasbourg, Philippe de Rexel, C. Fleith, G. Würth, Jean-Luc Stadler, Martin Weisensel, Domaine Materne Haegelin

Die Elsässische Schweiz

Burgen und Wasserfälle in den malerischen Vogesen

Die Burg Nideck im Norden des Elsass ist ein sagenumwobener Ort. Selbst in die Sammlungen der Gebrüder Grimm hat sie es geschafft. In der Geschichte vom "Riesenspielzeug" wird von einem Riesen erzählt, der hier einst mit seiner Tochter gewohnt haben soll. Heute ist die Ruine eines der beliebtesten Ausflugsziele der Region. Nicht nur, weil Sie vom Bergfried aus eine fantastische Aussicht haben, sondern auch, weil Sie etwas unterhalb von der Burg ein echtes Naturschauspiel erwartet. Hier stürzt der Nideckfall 25 Meter über Vulkangestein in die Tiefe.

Überhaupt, gibt es in der Region rund um die schönen Täler der Mossig, der Hasel und der Sommerau jede Menge zu entdecken. Kein Wunder also, dass die Gegend als "Swiss d'Alsace", elsässische Schweiz bezeichnet wird. Ein Vergleich, der ganz gut passt, bei der überaus abwechslungsreichen Landschaft - von Weinhügeln, Wiesen und Wäldern bis hin zu den steilen Gipfeln der Vogesen.

So kann man hier gar nicht anders, als aktiv werden: Sei es beim Wandern, Radeln, Klettern - oder im Winter dann beim Langlauf. Auf über 300 km markierten Wanderwegen haben Sie die Auswahl zwischen sanften Winzerpfaden und steilen Auftiegen zu großartigen Aussichtspunkten. Eine beliebte Route ist beispielsweise der "Sentier des Geants". Auf dem "Weg der Riesen" im Wald bei Oberhaslach sind Sandsteinskulpturen von internationalen Künstlern ausgestellt.

Übrigens: Wer nach dem Besuch der Ruine Nideck noch nicht genug Burgluft geschnuppert hat, es gibt noch zahlreiche weitere zur Auswahl. So lohnt sich auch ein Besuch des "Château de Wangenburg". Die Burg aus dem 13./14. Jahrhundert ist noch recht gut erhalten.

Fotos: ADT 67 C. Fleith

Die Hohkönigsburg

Prächtige Elsass-Schönheit und ihr Comeback

Kein echtes Mittelalter, sondern "une grande illusion": die Hohkönigsburg (Château du Haut-Kœnigsbourg). Fast drei Jahrhunderte lang Ruine, lies Kaiser Wilhelm II. sie 1908 imposant auferstehen. Die meistbesuchte Burg des Elsass gewährt einen prächtigen Ausblick auf Rheinebene und Schwarzwald und ist vor allem eines: selbst ein Bild von Bollwerk.

Scheinen schon die malerischen elsässischen Weindörfchen dem Bilderbuch entsprungen, so tut es die Hohkönigsburg ihnen ohne Abstrich gleich. Eine prächtige, trutzige, echte Ritterburg. Oui ... fast. Im 12. Jahrhundert haben die Hohenstaufer sie auf dem Gipfel eines mächtigen Vogesenhügels errichtet, ganze 755 Meter über dem Meeresspiegel. Strategisch brillant. Dennoch setzten ihr die Schweden im Dreißigjährigen Krieg heftig zu. Geplündert, abgerannt, eine Ruine. Wäre sie wahrscheinlich auch geblieben, hätte die Stadt Sélestat sie nicht 1899 Kaiser Wilhelm II. geschenkt. Er ließ die Hohkönigsburg im Stil des 15. Jahrhunderts auf dem Reißbrett entwerfen und aufbauen – eine romantische, aber auch umstrittene Nachahmung. Seit 1919 ist sie wieder Eigentum Frankreichs.

Kleine Korrekturen

Heute besuchen eine halbe Million Menschen die Burg jährlich. 50 Kilometer südlich von Straßburg und nördlich von Colmar gelegen, gehört die Hohkönigsburg zu den imposantesten und faszinierendsten Festungen Europas. Das einzige im Elsass gelegene französische Nationaldenkmal. Selbst wenn man ihr den Rücken zukehrt, sind da diese erstaunlichen Momente. Quelle vue magnifique: Der Blick reicht über den Rhein bis hin zum Kaiserstuhl und Schwarzwald, an klaren Tagen sogar zum Jura. Überwältigend ist das kolossale Kastell vor allem selbst, mit seinen Zinnen und Türmen, der gewaltigen Zugbrücke, den Kanonen, historischen Rüstungen und Waffen. Eine wundersame Zeitreise für jeden Besucher, auch wenn bei der Restauration nicht immer bis aufs I-Tüpfelchen den historischen Quellen entsprochen wurde. In den Sommer- und Ferienmonaten stehen besondere Touren im Programm. Amme Marguerite oder Florine die Apothekerin empfangen in alten Gewändern und führen vorbei an Hieb- und Stichwaffen, Jagdtrophäen und möblierten Gemächern. Wer sich auf eigene Faust ins Mittelalter begeben möchte, wird, ganz modern, mit einen Audioguide ausgestattet.

Großes Kino

Solch eine Kulisse inspiriert und bannt auch Filmemacher. Die Hohkönigsburg diente als optische Vorlage für die Zitadelle von "Minas Tirith", der Hauptstadt Gondors, in "Der Herr der Ringe". Jean Renoir drehte hier 1937 Teile seines Films "La Grande Illusion", der den 1. Weltkrieg und das Verhältnis von Deutschen und Franzosen thematisiert. Und 1956 filmte Jacques Becker im Château du Haut-Kœnigsbourg "Arsène Lupin, der Millionendieb", mit Robert Lamoureux in der Hauptrolle. Im zweiten Leben hat die Festung eben mehr Glück gehabt - eingenommen höchstens vom täglichen Heer Touristen und hie und da einer Filmcrew.

Täglich geöffnet 9.30 - 12.00 und 13.00 - 16.00, im Sommer bis 18.00. Geschlossen am 1. Januar, 1. Mai und 25. Dezember, außerdem montags im Januar und Februar. Erwachsene 9,- Euro, Kinder 5,- Euro, freier Eintritt am ersten Sonntag im Monat von November bis März sowie während der "Tage des offenen Denkmals" (3. Wochenende im September). Kostenlose Führungen (nur Eintrittspreis) von Mai bis Oktober 12.00 und 15.00 in deutscher Sprache.

Fotos: Jean-Luc Stadler, alsace-tourisme_AAA_zvardon

Die elsässische Weinstraße

Die Route des Vins d' Alsace (Elsässische Weinstraße) schlängelt sich auf mehr als 170 Kilometern vom Marlenheimer Tor im Norden bis zum Tor von Thann im Süden quer durch die Hügel der Weinberge, am Fuße der bewaldeten Ausläufer der Vogesen. Ihr zu folgen macht einfach Spaß. Die Weinberge, meist sanft, aber auch mal steil, wechseln mit blumengeschmückten Dörfern und engen Gassen ab. Stolze mittelalterliche Burgruinen, aus der Renaissance-Zeit stammende Brunnen und farbenfrohe Häuser im Fachwerkstil, die sich um Kirchen aus der Zeit der Romanik scharen.

"Winstubs" fordern zur Einkehr auf. An den Elsässer Spezialitäten wie "choucroute" (Sauerkraut) und "tarte flambée" (Flammkuchen) kommen Sie fast nicht vorbei. Sollen Sie auch gar nicht. Die berühmten elsässischen Gerichte harmonieren so trefflich mit den Weinen aus der Region, dass Sie einfach mit der Zunge schnalzen.

Das ganze Jahr hindurch sind die meisten Wein- und Probierkeller an der Wegstrecke geöffnet. Wer zwischen April und November die Gegend besucht, der kommt zusätzlich in den Genuss von ungefähr 50 Weinfesten mit traditionellen Darbietungen, Umzügen und natürlich Weinproben.

Falls Sie vor Ihrer Reise noch eine kleine Einführung in die Weinkunde des Elsass erhalten möchten - aber gerne doch! An der elsässischen Weinstraße wachsen sieben verschiedene Rebsorten.

Sylvaner: Überraschend frisch und leicht, mit einer unaufdringlichen Fruchtigkeit. Optimal als Durstlöscher. Trinken Sie ihn zu Fisch, Meeresfrüchten, zu Wurst, einer Quiche oder zu einem knackigen Salat.

Pinot Blanc: Weich, fein, frisch und geschmeidig im Geschmack. Passt zu zahlreichen Speisen, vor allem aber zu Geflügel, Weichkäse und Meeresfrüchten.

Pinot Noir: Die einzige Rebsorte im Elsass, aus der Rot- bzw. Rosé-Wein gewonnen wird. Genießen Sie ihn zu rotem Fleisch, Wurst und Aufschnitt und Weichkäsesorten wie Camembert und Brie.

Pinot Gris: Ein Wein mit Fülle. Körperreich und rund bereitet er ein lang anhaltendes Geschmackserlebnis. Mit seiner leicht rauchigen Note passt Pinot Gris ausgezeichnet zu weißem Fleisch und zu Wild.

Riesling: Trocken, rassig, mit einer feinen Fruchtigkeit. Unter den Weißweinen gilt er als einer der Besten weltweit. Er passt ideal zu Fisch, Schalentieren, aber auch zu weißem Fleisch und Sauerkraut.

Muscat: Im Gegensatz zum südfranzösischen Muscat ist die elsässische Variante trockener. Unvergleichlich fruchtig - Sie schmecken wunderbar die frischen Trauben. Reichen Sie ihn als Aperitif oder auch zu Spargel.

Gewürztraminer: Außergewöhnlich aromatisch mit fruchtigen, blumigen und würzigen Noten. Ein herrlicher Aperitif-Wein, aber auch ein harmonischer Begleiter zu exotischen Speisen, würzigen Käsesorten und Desserts.

Und möchten Sie noch etwas Spritziges, dann versuchen Sie eine wunderbare Mischung aus verschiedenen Rebsorten.

Crémant d'Alsace: Delikater, lebendiger Schaumwein, nach der traditionellen Methode, wie in der Champagne, erzeugt. Meistens aus Pinot Blanc, Pinot Gris und Pinot Noir Trauben. Der seltene Crémant Rosé, wird nur aus Pinot Noir Trauben erzeugt.

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