Rübeländer Tropfsteinhöhle

Steinerne Kunstwerke der Natur unter Tage

Wo sieht man einen Mönch, einen Lebensbaum und eine Schildkröte und das unter der Erde? In der Baumannshöhle in Rübeland im Harz, der ältesten Schauhöhle Deutschlands. Eindrucksvolle Stalagmiten (die am Boden) und Stalaktiten (die an der Decke), riesige Säle und Hallen – eine Tour durch die Baumannshöhle zeigt die unterirdische Schönheit des Harzes.

Die Höhle wurde schon 1539 entdeckt, weniger als ein Jahrhundert später beginnen die ersten Führungen durch die Höhle. Die waren zunächst sehr mühsam für Besucher, weil sich der Zugang hoch am Hang des Bodetals befand. Man kletterte über Leitern, rutschte sogar auf dem Hinterteil in die Höhlen hinab – mit einem Lederstück als Schutz (der sogenannte „Arschlappen“). Mittlerweile kann die Höhle aber direkt vom Ortskern betreten werden und die Gänge sind ausgebaut. Seit 1890 sogar mit elektrischem Licht.

Fantasievolle Namen

Die Baumannshöhle wurde bekannt, weil hier Knochen des ausgestorbenen Höhlenbären gefunden wurden und natürlich wegen der atemberaubenden Tropfsteinen. Berühmte Persönlichkeiten kamen zur Besichtigung, Goethe gleich drei Mal. Er inspirierte den Namen für eine Gesteinsformation in der Höhle: In drei Stalaktmiten erkannte er das „Hamburger Wappen“. Direkt gegenüber steht der „Mönch“, ein gedrungener Stalagmit in Menschenform. Fast alle Felsformationen haben solche sprechende Namen, benannt nach den Dingen, die ihre Entdecker darin erkannt haben wollen. Zum Beispiel die „Schildkröte“, der „Lebensbaum“,  der Raum „Hängende Gebirge“ und die „Palmengrotte“.  Von Höhle zu Höhle zeigen sich neue, faszinierende Formen. Schönster Anblick ist die Säulenhalle. Hunderte Stalagtmiten und Stalaktiten wachsen aus Decke und Boden, vereinen sich zu Stalagnaten. Ein wahres Kunstwerk der Natur, denn in 20 Jahren wächst ein Tropfstein um gerade mal sieben Millimeter.

„Ich will“ unter Tage

Der größte Raum der Höhle wird nach dem Dichterfürst „Goethesaal“ genannt. Dieser unterirdische Raum ist riesig, 300 Personen finden hier Platz und es gibt zwei Bühnen für Konzerte und Theaterstücke. Das stete Tropfen der Steine, leichter Hall – Konzerte haben hier eine schaurig-schöne Qualität. Auch Heiraten kann man unter Tage. Doch bei 95 Prozent Luftfeuchtigkeit und acht Grad Celsius sollten Braut und Bräutigam lieber in Daunenjacke und gefütterte Stiefel investieren statt in Smoking und Spitzenkleid.

Baumannshöhle, Blankenburger Str. 36, Rübeland täglich 2. 1. - 31. 1.täglich 9.00 - 15.30, 1. 2. - 31. 3. täglich 9.00 - 16.30, 15. 4. - 31. 10. täglich 9.00 – 16.30, 15. 11. - 23. 12. täglich 9.00 - 15.30 

Weihnachten und 1. 4. - 14. 4. geschlossen, von 24. 12 - 1. 1. verkürzte Öffnungszeiten

Erwachsene 8,- Euro, Kinder 4 – 16 Jahre 5,- Euro, Kinder bis 3 Jahre gratis

Foto: Jan Reichel

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