Lübecker Leckereien

Lübecker Leckereien: Große Marzipan-Liebe

Wer an Lübeck denkt, denkt auch an Marzipan. Die Hansestädter haben die Köstlichkeit zwar nicht erfunden, dafür aber ihren Siegeszug in der ganzen Welt begründet. Aber es gibt auch im Norden echte Weinkultur ...

Der Ursprung der berühmtesten Lübecker Süßigkeit liegt ganz woanders - im Orient. Lübecks Ruf als "Marzipanstadt" und ihre Vorrangstellung wurde erst nach 1800 begründet. Niemand weiß heute noch genau, ob es ein besonders kunstfertiger und ideenreicher Konditor war oder ob ein Wettbewerb unter den verschiedenen, damals sehr bekannten Lübecker Konditoreien die Marzipanherstellung zu dieser Blüte brachte.

Heute gibt es in der Hansestadt Lübeck noch sechs Unternehmen, die Lübecker Marzipan herstellen und in die ganze Welt exportieren. Da gibt es das Marzipanland von Burkhard Leu (An der Untertrave 97 - 98). In seinen vier Speichern verkauft er nicht nur Lübecker und Königsberger Marzipan, sondern auch Seife, Nudeln oder Eierlikör mit Marzipan. Sie können auch einen Marzipan-Kurs und das M-Abitur machen. Eine Marke aber überstrahlt alle anderen: Niederegger.

Niederegger: Drei Cafés und ein Marzipan-Museum

Konditormeister Johann Georg Niederegger (1777 – 1856) gründete 1806 die Manufaktur und versorgte auch Könige und Zaren mit seiner Köstlichkeit. Wer mehr erfahren möchte: Besuchen Sie das Niederegger Marzipan-Museum im 2. Obergeschoss des Café Niederegger. Hier sind auch die zwölf lebensgroßen Persönlichkeiten aus Marzipan, von Hans Jakob Christoffel von Grimmelshausen über Thomas Mann bis hin zu Wolfgang Joop, ausgestellt, allesamt Fans des berühmten Niederegger Marzipans. Der Eintritt ist frei. Im 1. Stock des berühmten Niederegger-Hauses in der Breiten Straße 89 befindet sich das Café. Gegenüber im Arkadencafé können ebenfalls Niederegger-Spezialitäten und kleine Snacks genossen werden. Ein drittes Caféhaus finden Sie im Lübecker Stadtteil Travemünde.

Schon die Buddenbrooks tranken ihn: Rotspon

Der "Lübsche Rotspon" hatte viele prominente Liebhaber. Von preußischen Königen bis zu wohlhabenden Kaufmannsfamilien, Schriftstellern und Dichtern der alten Zeit bis hin zu Napoleon selbst, reichte die Geschichte des von Frankreich importierten und in Lübeck abgefüllten Weins. Die Anfänge des Lübecker Rotweinhandels gehen auf das 13. Jahrhundert zurück. Damals kamen die ersten Koggen der Hanse an die französische Westküste und brachten Bordeaux-Weine mit. Bedeutung gewann der Weinhandel jedoch erst 1530, als der Lübecker Kaufmann Thomas Bugenhagen der Überlieferung nach als erster begann, Rotwein im größerem Maße einzuführen. Er soll seinen Lagermeister beauftragt haben, den Wein reifen zu lassen, "damit seine guten Eigenschaften sich voll entwickeln und der Wein nicht laut und heftig, sondern fröhlich und gesellig macht". Woher nun aber der Name Rotspon? "Spon ist der niederdeutsche Ausdruck für "Span" - Holzspan. Rotspon war also ursprünglich Rotwein aus Holzfässern. Der mecklenburgische Mundart - Dichter Fritz Reuter, selbst ein Freund des Lübecker Rotspon, sorgte mit seinen humorvollen Versdichtungen dafür, daß die Bezeichnung "Rotspon" in ganz Deutschland bekannt wurde.

Adresse Café Niederegger (Laden, Café, Museum)
Breite Straße 89 (gegenüber der Rathaustreppe)

Öffnungszeiten Café Niederegger (Laden, Café, Museum)
Montag - Freitag 9.00 - 19.00 Uhr, Samstag 9.00 - 18.00 Uhr, Sonntag 10.00 - 18.00 Uhr
Auf Wunsch Führungen, Marzipan-Modellieren und Sonderveranstaltungen.

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