Lübeck 2 Reisepakete
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Städtereisen nach Lübeck, inoffizielle Königin der Hanse

Ganz Lübeck ist eine Sehenswürdigkeit, vor allem aber die historische Altstadt. Im Dezember 1987 nahm die UNESCO Teile der Lübecker Altstadt in die Liste des Weltkulturerbes auf. Diese großartige Auszeichnung teilt Lübeck unter anderen mit dem Kölner Dom.

Kurzurlaub in Lübeck

Die inoffizielle Königin der Hanse: Lübeck

Ganz Lübeck ist eine Sehenswürdigkeit, vor allem aber die historische Altstadt. Im Dezember 1987 nahm die UNESCO Teile der Lübecker Altstadt in die Liste des Weltkulturerbes auf. Diese großartige Auszeichnung teilt Lübeck unter anderen mit den Schlossanlagen von Versailles, den Galapagos-Inseln, den ägyptischen Pyramiden und dem Kölner Dom.

Die sieben Türme prägen das Bild Lübecks, ihre fast perfekt erhaltene Bausubstanz verdanken sie vor allem der Pflege durch ihre Bürger. Lübeck in Deutschland gilt als Musterbeispiel einer mittelalterlichen Stadt. Viele kopierten das leuchtende Beispiel an der Trave, das dank seiner strategisch günstigen Lage jahrhundertelang eine wichtige Handelsmetropole war und stolz auf den inoffiziellen Titel "Königin der Hanse" ist.

Lübeck lebt, und so wird an der Stadt auch immer weiter auf- und umgebaut. Ein schönes Zeugnis dieser stetigen Veränderung ist das Burgtor. Dieses Stadttor stammt in seinen ältesten Teilen aus dem 13. Jahrhundert, der Aufbau mit dem trutzigen Turm und einer Verzierung aus schwarzen und roten Ziegeln kam im Spätmittelalter dazu, und aus dem frühen Barock stammt die kuriose Bronzehaube. Auch ein Teil der mittelalterlichen Stadtmauer ist hier erhalten geblieben.

Markant heben sich die dunklen Ziegel des Rathauses von der übrigen, klassisch rot gehaltenen Bebauung ab. Das war durchaus beabsichtigt. In einer komplizierten Mischung aus Ochsenblut, Asche und anderen geheimen Zutaten wurden die Bausteine für das Herzstück Lübecks gebacken. Konsequent bauten die Patrizier es immer weiter aus, noch heute tagt hier der Senat der Stadt.

Lagerplatz für das "weiße Gold des Nordens" waren die Salzspeicher direkt neben dem Holstentor. Lübecks Reichtum kam auf dem Wasser und wurde auch per Schiff weitertransportiert. Die sechs Salzspeicher vermitteln auch heute noch einen Eindruck der Hansezeit.

Holstentor- Lübeck

Das Holstentor ist das bekannteste und bedeutendste erhaltene Stadttor des Spätmittelalters in Deutschland. Es wurde zwischen 1464 und 1478 von dem Lübecker Ratsbaumeister Hinrich Helmstede im Zuge einer Modernisierung der Befestigungsanlagen an der Traveseite erbaut. Einst lag es wie ein Brückenkopf vor der Stadt. 30 Geschütze fanden darin Platz, aus denen jedoch nie ein Schuß abgefeuert wurde.

Das Holstentor mit seinen bis zu 3,50 Meter dicken Mauern hat eine wechselvolle Geschichte. Es steht auf einer sieben Meter hohen Aufschüttung, unter der sich etwa sechs Meter Moor und Torf befanden, die wahrscheinlich inzwischen unter dem Druck des Bauwerkes zu Braunkohle wurden.

Das Tor wurde auf eine Balkenrost-Konstruktion gesetzt, die vermutlich auf einer Pfahlgründung ruht. Der Boden hielt jedoch der gewaltigen Last nicht stand. Wohl schon während der Bauzeit sank der Südturm ab, das Tor neigte sich nach Westen. Man bemühte sich, diese Neigung bei der Herstellung der oberen Geschosse auszugleichen. Der Boden gab im Laufe der Jahrhunderte immer weiter nach. Heute liegen die untersten Schießscharten zum Teil mehr als einen halben Meter unter der Erdoberfläche.

Die Entwicklung der Kriegstechnik ließ das Holstentor schnell veralten. Schon im 16. Jahrhundert wurde die Errichtung einer Bastion vor dem Tor notwendig, um die Verteidigungsanlage zu verstärken. Der Durchgang der Bastion erhielt ein prächtiges Vortor im Stil der Spätrenaissance, Standort nur 15 Meter vor dem Haupttor. Das Vortor, eines der schönsten Bauwerke Lübecks, wurde 1853 abgerissen, um dem Zeitalter der Technik Platz zu machen. Die Stadt baute unmittelbar vor dem Holstentor ihren ersten Bahnhof, der bis 1908 bestand.

Nach langjähriger Diskussion um das inzwischen zur Ruine verfallene Holstentor setzte ein Gesinnungswandel ein. Im Jahr 1863 lehnte die Lübecker Bürgerschaft mit einer Stimme Mehrheit den Antrag ab, das Tor abzureißen. Danach wurde das Holstentor bis 1871 von Grund auf restauriert - wenn auch nicht in allen Teilen historisch exakt. Bei einer weiteren durchgreifenden Erhaltungsmaßnahme in den Jahren 1931/33 wurde der Bau durch Stahlbetonanker, durch Eisenringe um die Türme und durch Zuganker in den Mauern so befestigt, daß er seitdem sicher steht.

Die Inschrift "CONCORDIA DOMI FORIS PAX" - "Drinnen Eintracht - draußen Friede" - gibt es in dieser Form erst seit 1863. Sie ist die verkürzte Fassung früherer Inschriften. Die allererste Inschrift hieß "PULCHRA RES EST PAX FORIS ET DOMI CONCORDIA" - draußen Frieden und drinnen Einigkeit sind eine schöne Sache - und war auf der Stadtseite des Renaissancevortores angebracht.

Heute ist die Silhouette des Lübecker Holstentores weit über die Landesgrenzen hinaus bekannt. Das Holstentor wurde zum Wahrzeichen der Hansestadt Lübeck, der Deutsche Städtetag wählte es zum Symbol, Marzipanhersteller und andere Lübecker Firmen verwenden es als Warenzeichen. Es gibt eine ganze Anzahl von Briefmarken mit dem Bild des Holstentores und nicht zuletzt war es von 1958 bis 1991 auf dem 50-Mark-Schein der Deutschen Bundesbank zu sehen. Seit 1950 befindet sich in den Räumen des Holstentores das Stadtgeschichtliche Museum.

Adresse Holstentor Lübeck
Holstentorplatz, 23552 Lübeck

Öffnungszeiten Holstentor Lübeck
Die aktuellen Öffnungszeiten finden Sie hier

Lübecker Leckereien

Lübecker Leckereien: Große Marzipan-Liebe

Wer an Lübeck denkt, denkt auch an Marzipan. Die Hansestädter haben die Köstlichkeit zwar nicht erfunden, dafür aber ihren Siegeszug in der ganzen Welt begründet. Aber es gibt auch im Norden echte Weinkultur ...

Der Ursprung der berühmtesten Lübecker Süßigkeit liegt ganz woanders - im Orient. Lübecks Ruf als "Marzipanstadt" und ihre Vorrangstellung wurde erst nach 1800 begründet. Niemand weiß heute noch genau, ob es ein besonders kunstfertiger und ideenreicher Konditor war oder ob ein Wettbewerb unter den verschiedenen, damals sehr bekannten Lübecker Konditoreien die Marzipanherstellung zu dieser Blüte brachte.

Heute gibt es in der Hansestadt Lübeck noch sechs Unternehmen, die Lübecker Marzipan herstellen und in die ganze Welt exportieren. Da gibt es das Marzipanland von Burkhard Leu (An der Untertrave 97 - 98). In seinen vier Speichern verkauft er nicht nur Lübecker und Königsberger Marzipan, sondern auch Seife, Nudeln oder Eierlikör mit Marzipan. Sie können auch einen Marzipan-Kurs und das M-Abitur machen. Eine Marke aber überstrahlt alle anderen: Niederegger.

Niederegger: Drei Cafés und ein Marzipan-Museum

Konditormeister Johann Georg Niederegger (1777 – 1856) gründete 1806 die Manufaktur und versorgte auch Könige und Zaren mit seiner Köstlichkeit. Wer mehr erfahren möchte: Besuchen Sie das Niederegger Marzipan-Museum im 2. Obergeschoss des Café Niederegger. Hier sind auch die zwölf lebensgroßen Persönlichkeiten aus Marzipan, von Hans Jakob Christoffel von Grimmelshausen über Thomas Mann bis hin zu Wolfgang Joop, ausgestellt, allesamt Fans des berühmten Niederegger Marzipans. Der Eintritt ist frei. Im 1. Stock des berühmten Niederegger-Hauses in der Breiten Straße 89 befindet sich das Café. Gegenüber im Arkadencafé können ebenfalls Niederegger-Spezialitäten und kleine Snacks genossen werden. Ein drittes Caféhaus finden Sie im Lübecker Stadtteil Travemünde.

Schon die Buddenbrooks tranken ihn: Rotspon

Der "Lübsche Rotspon" hatte viele prominente Liebhaber. Von preußischen Königen bis zu wohlhabenden Kaufmannsfamilien, Schriftstellern und Dichtern der alten Zeit bis hin zu Napoleon selbst, reichte die Geschichte des von Frankreich importierten und in Lübeck abgefüllten Weins. Die Anfänge des Lübecker Rotweinhandels gehen auf das 13. Jahrhundert zurück. Damals kamen die ersten Koggen der Hanse an die französische Westküste und brachten Bordeaux-Weine mit. Bedeutung gewann der Weinhandel jedoch erst 1530, als der Lübecker Kaufmann Thomas Bugenhagen der Überlieferung nach als erster begann, Rotwein im größerem Maße einzuführen. Er soll seinen Lagermeister beauftragt haben, den Wein reifen zu lassen, "damit seine guten Eigenschaften sich voll entwickeln und der Wein nicht laut und heftig, sondern fröhlich und gesellig macht". Woher nun aber der Name Rotspon? "Spon ist der niederdeutsche Ausdruck für "Span" - Holzspan. Rotspon war also ursprünglich Rotwein aus Holzfässern. Der mecklenburgische Mundart - Dichter Fritz Reuter, selbst ein Freund des Lübecker Rotspon, sorgte mit seinen humorvollen Versdichtungen dafür, daß die Bezeichnung "Rotspon" in ganz Deutschland bekannt wurde.

Adresse Café Niederegger (Laden, Café, Museum)
Breite Straße 89 (gegenüber der Rathaustreppe)

Öffnungszeiten Café Niederegger (Laden, Café, Museum)
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Rathaus- Lübeck

Das Rathaus der Hansestadt Lübeck - von den Lübeckern im Jahre 1230 begonnen und in den folgenden Jahrhunderten immer wieder verändert und erweitert - gilt heute trotz seiner sehr verschiedenartigen Teile als eines der schönsten und ältesten deutschen Rathäuser. Ein historischer Reisebericht nannte das Lübecker Rathaus einmal ein "steinernes Märchen". Noch heute erfüllt es seine Aufgabe als Sitz der Verwaltung, Tagungsort der Bürgerschaft und ihrer Ausschüsse sowie des Senats.

Das spitzbogige Hauptportal aus grün glasiertem Backstein stammt aus der Zeit nach 1350. Die kreisförmigen Bronzebeschläge an den Türflügeln zeigen den Kaiser, umgeben von den sieben Kurfürsten. Ein Beschlag besteht noch als gotisches Original aus dem 14. Jahrhundert, der zweite ist ein Nachguß.

Die Eingangshalle ist im Stil der Neugotik gehalten und stammt aus dem Jahr 1887. Damals wurde auch die große Freitreppe gebaut. Der Audienzsaal war früher Tagungsort des hansischen Obergerichts. Seine jetzige Ausstattung im Stil des Rokoko stammt aus den Jahren 1754 bis 1761. Die Gemälde, von dem italienischen Künstler Stefano Torelli geschaffen, sind allegorische Darstellungen der guten Eigenschaften einer Stadtregierung: Freiheit, Barmherzigkeit, Gerechtigkeit, Einigkeit, Vorsicht, Klugheit, Mäßigung und Verschwiegenheit sowie die Freiheit der Künste und des Handels.

Der hohe eiserne Ofen aus dem 18. Jahrhundert war noch bis 1963 die einzige Möglichkeit, den Saal zu heizen.Von der früheren Renaissance - Ausstattung des Audienzsaales ist die Saaltür des Lübecker Meisters Tönnies Evers aus dem Jahre 1573 erhalten. Sie zeigt in Reliefs das Urteil Salomos, die Gerechtigkeit und die Liebe. Zahlreiche Inschriften erinnern an die frühere Funktion des Audienzsaals als Gerichtssaal. Heute wird der Raum für besondere feierliche Anlässe, Empfänge und Ehrungen sowie Konzerte genutzt.

Auf dem Weg zum Bürgerschaftssaal sind oberhalb der Freitreppe drei Kolossalgemälde zu sehen, die die Einsetzung des ersten Lübecker Rates durch Heinrich den Löwen, die Verleihung des Barbarossa - Privilegs im Jahre 1188 und den Bau des Doms durch Heinrich den Löwen darstellen. Der Bürgerschaftssaal wurde durch den Einbau einer Zwischendecke in den Großen Börsensaal geschaffen, in dem die Lübecker Kaufmannschaft seit 1673 ihre Geschäfte abschloß. Die historischen Bildfolgen an den Wänden stellen die Einbringung des kaiserlichen Freibriefes im Jahre 1226 und den Empfang Kaiser Karls IV. und seiner Gemahlin im Jahre 1375 dar.Im Bürgerschaftssaal tagen am letzten Donnerstag jeden Monats die 49 Mitglieder der Bürgerschaft - des Stadtparlaments. Die Möblierung des Saales stammt aus dem Jahr 1959.

Direkt neben dem Bürgerschaftssaal befindet sich der Rote Saal, in dem an jedem Mittwoch der Senat der Hansestadt Lübeck tagt. Ein großes Ölgemälde an der Rückwand des Saales stellt die Seeschlacht bei Gotland im Jahre 1564 dar, bei der das Lübecker Kriegsschiff "Der Engel" das schwedische Admiralsschiff "Makeloes" eroberte. Der Hansesaal des Lübecker Rathauses, in dem früher die Hansetage stattfanden, ging Anfang des 19. Jahrhunderts durch Umbauten im Rathaus verloren.

Adresse Rathaus Lübeck
Breite Straße 62, 23552 Lübeck

Öffnungszeiten Rathaus Lübeck
Führungen

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Günter Grass-Haus- Lübeck

Das Günter Grass-Haus, eröffnete im Oktober 2002 anläßlich des 75. Geburtstags des in Lübeck lebenden Nobelpreisträgers. Das "Forum für Literatur und Kunst" ist mit dem Buddenbrookhaus, dem Heinrich-und-Thomas-Mann-Zentrum, unter dem Dach der Kulturstiftung Hansestadt Lübeck vereint. Lübeck ist damit der einzige Ort in Deutschland, der sowohl das Werk von zwei deutschen Literaturnobelpreisträgern ausstellt als auch der Darstellung von künstlerischen Mehrfachbegabungen eine Bühne gibt.

Das Günter Grass-Haus rückt einen Aspekt des künstlerischen Schaffens von Grass in den Mittelpunkt, der bislang in diesem Ausmaß kaum bekannt ist: Der weltberühmte Autor, geboren 1927 in Danzig, ist ausgebildeter Bildhauer und Graphiker. Nach dem Krieg studierte Grass an den Kunsthochschulen Düsseldorf und Berlin. Seine künstlerische Ausbildung ging einher mit ersten dichterischen Arbeiten, denen 1959 der Romanerfolg "Die Blechtrommel" folgte. Bei Grass ergänzten und beeinflussten sich literarisches und bildkünstlerisches Schaffen.

Die Sammlungsausstellung "Das Ungenaue genau treffen" bietet immer wieder neue Einblicke in den Schaffensprozess des Künstlers und zeigt Verbindungslinien in seinen Wort- und Bildwelten auf. Darüber hinaus beleuchtet die Schau verschiedene Facetten aus Leben und Werk von Günter Grass, der mit seinen Arbeiten und politischen Äußerungen in der Öffentlichkeit polarisiert.

Das Grass-Haus ist mit seinen verschiedenen Funktionsbereichen und seinem Skulpturengarten in einem mittelalterlichen Lübecker Hof in der Altstadt, im Haus Glockengießerstraße 21 untergebracht. Seit 1995 befindet sich hier das Sekretariat von Günter Grass, später kam das graphische Kabinett hinzu. Die räumliche Nähe ermöglicht eine enge Beziehung des Grass-Hauses zum Autor und seiner Wirkungsstätte in Lübeck. Sie birgt überdies für die Besucher den Reiz der persönlichen Aura von Günter Grass.

Adresse Günter Grass-Haus Lübeck
Glockengießerstraße 21, 23552 Lübeck

Öffnungszeiten Günter Grass-Haus Lübeck
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Buddenbrookhaus- Lübeck

Das Buddenbrookhaus gegenüber der Marienkirche blickt auf eine wechselvolle Geschichte zurück: 1758 von Johann Michael Croll, einem aus Marburg stammenden Kaufmann, erbaut, wurde das Haus 1841 von Johann Siegmund Mann, dem Großvater von Heinrich und Thomas Mann, erworben. Es blieb bis 1891 im Besitz der Familie Mann. 1893 übernahm die Hansestadt Lübeck das Gebäude und vermietete es in den folgenden Jahren. So beherbergte das durch die Literatur berühmt gewordene Haus unter anderem das Katasteramt, eine Nachtstation der Laternenwächter sowie die Lübeckische Staatslotterie. Mit der Eröffnung der "Buddenbrook-Buchhandlung" im Jahre 1922, bei der Thomas Mann anwesend war, sollte das Haus schon einmal der Literatur zugänglich gemacht werden.

In der Nacht zu Palmsonntag 1942 wurde über ein Fünftel der historischen Altstadt Lübecks durch Bombenangriffe der britischen Luftwaffe zerstört. Vom Buddenbrookhaus blieben nur die Fassade und der Gewölbekeller erhalten. 1954 kaufte eine Bank das zerstörte Gebäude und errichtete hinter der alten Fassade einen Neubau, in dem sie 1957 eine Filiale eröffnete.

Das durch den Roman Thomas Manns weltberühmt gewordene Buddenbrookhaus kehrte 1991 mit Unterstützung der Bundesrepublik Deutschland und des Landes Schleswig-Holstein in den Besitz der Hansestadt Lübeck zurück. Hinter der historischen Fassade entstand ein modernes Heinrich-und-Thomas-Mann-Zentrum, eben der "geborene Ort" für eine lebendige Auseinandersetzung mit Leben und Werk der Brüder. Eine Dauerausstellung im Erdgeschoß unterrichtet den Besucher über das Verhältnis der Brüder zueinander und zu ihrer Heimatstadt Lübeck. Im Obergeschoß und im Kellergewölbe finden Wechselausstellungen, Tagungen, Film- und Videovorführungen sowie Lesungen statt. Ein Forschungsbereich, der mit Bibliothek und EDV den an Heinrich und Thomas Mann Interessierten mit Rat und Tat zur Seite stehen soll, befindet sich im Aufbau.

Adresse Buddenbrookhaus Lübeck
Mengstraße 4, 23552 Lübeck

Öffnungszeiten Buddenbrookhaus Lübeck
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Bis ca 2025 wegen Umbauarbeiten geschlossen.

Schiff Passat- Travemünde

Seit 1960 ist auf dem Priwall, gegenüber der Travemünder Altstadt, vor dem Seglerhafen, der Liegeplatz des Viermasters "Passat". Das Schiff wurde nach dem Leuchtturm zum zweiten Wahrzeichen Travemündes. Ein Jahr zuvor war sie außer Dienst gestellt, nachdem 1957 die ähnlich gebaute "Pamir" gesunken war. Die Hansestadt Lübeck bewahrte sie vor dem Abwracken und holte sie nach Travemünde. Die "Passat" ist einer der legendären "Flying-P-liner", deren Namen alle mit P begannen. Die "Peking" ist heute in New York zu besichtigen, die "Padua" segelt heute als "Krustenstern" unter russischer Flagge und ist häufiger Gast in Travemünde. 1978 wurde die "Passat" als Beispiel deutscher Seefahrtsgeschichte unter Denkmalschutz gestellt.

Das "flying" steht für die unglaubliche Geschwindigkeit von 18 Knoten, die die "Passat" mit 4.600 Quadratmeter Segelfläche an ihren vier 56 Meter hohen Masten und Rahen dem Wind entgegenstellte.

Der britische Dichter John Masefield, der schon als 13-Jähriger zu See ging, schrieb: "Ich sah die Passat unter vollen Segeln im Kanal vorbeiziehn, und kein Zweifel, sie war das grandioseste Schiff, das jemals gebaut, und wundervoll zu sehen, wie das großartige Gebilde durch das Wasser glitt, man erwartete geradezu, dass es sich heraushob und zu fliegen begann. Ich beobachtete die Passat bis sie außer Sicht war, weil ich wusste, dass ich solch Anblick nie mehr erleben würde."

Damit allerdings wollen sich nicht alle Freunde der "Passat" abfinden. Als hunderttausende Schaulustige Ende der 90er Jahre das Schiff, zwar nicht aus eigener Kraft, sondern von Schleppern gezogen, über die Trave gleiten sahen, da glänzte in vielen Augen der Wunsch, das stolze Schiff möge wieder hinaussegeln und Botschafter Lübecks für die großartige Geschichte dieser alten Hansestadt werben. Es gründete sich ein Verein, der es sich zur Aufgabe machte, dieses Ziel zu erreichen. Aber die Hansestadt Lübeck, die mit dem Kauf der "Passat" einst soviel Weitblick bewiesen hat, lehnte ab.

Nun baut ein reicher Reeder eine Kopie, die wird dann über die Meere segeln. Die echte Passat wird bleiben, was sie seit über 40 Jahren ist: eine Begnungsstätte für junge Menschen und ein Wahrzeichen. Aber werden die neuen Planken und Wanten des Nachbaus jemals so wissend und sehnsüchtig im Wind jammern?

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