Grube Samson

Buttermilch und Harzer Roller im tiefen Stollen

Über ein Jahrtausend Bergbau - das hat Spuren im Harz hinterlassen. Mittlerweile sind die meisten Bergwerke jedoch stillgelegt. Im Bergwerksmuseum Grube Samson können Sie erfahren, wie die Kumpel wertvolle Bodenschätze gefördert haben. Das Dröhnen der Maschinen, die glitzernden Wände der Stollen, die knarzenden Wasserräder ... So spannend ist der Harz unter Tage.

Braungestrichene Holzhäuser, etwas düster und schief … Besonders einladend sieht das Bergwerk in St. Andreasberg nicht aus. Doch hier wurde über 400 Jahrhunderte lang erfolgreich gegraben. Hauptsächlich nach Silber und anderen seltenen Mineralien wie dem "Buttermilcherz" - eine stark silberhaltige weißliche Flüssigkeit, die sich an der Luft schnell verfestigte. Die Grube war nicht nur ertragreich, sondern auch eine der modernsten der Welt, ausgestattet mit technischen Neuerungen. Bei der Führung durch das Bergwerk können Sie die weltweit einzige heute noch funktionstüchtige Fahrkunst besichtigen.

Samson: Der Bergwerks-Fahrstuhl

Die Grube Samson war zu ihrer Hochzeit eines der tiefsten Bergwerke der Welt. Bis zu 840 Meter geht der Schacht in die Erde - so tief, dass ein Abstieg mit Leitern mehr als zwei Stunden gedauert hätte. Die Fahrkunst funktioniert ähnlich wie ein Paternoster: zwei Stangen, die sich, angetrieben durch ein Wasserrad, abwechselnd im Schacht senken und heben. Der Bergmann wechselte flink von einem Brett der Fahrkunst zum nächsten, um in die Tiefe oder nach oben zu gelangen. Dank dieser innovativen Technik steht die Grube seit 1987 auf der Liste der internationalen historischen Maschinenbau-Denkmäler und seit 2010 auf der Liste der Weltkulturerbestätten der UNESCO.

Hightech auf der Stange

Im Gaipel des Stollens wird einer der wichtigsten Mitarbeiter in Bergwerken und St. Andreasberg-Ureinwohner gewürdigt: der Harzer Roller. Gemeint ist weder der Käse noch Goslarer Sigmar Gabriel, sondern die Kanarienvogelart. Der gelbe Singvogel war ständiger Begleiter der Kumpel unter Tage, denn er warnte sie vor "matten Wettern", also vor Giftgasen und zu wenig Sauerstoff. Die Kumpel brachten ihm sein melodisches Singen bei und besserten mit Züchtungen ihren Lohn auf. Diese und andere spannende Geschichten aus dem Leben der Bergarbeiter erzählen die Museumsführer authentisch und eindrucksvoll - Fragen willkommen. Der Harz ist eben auch unter Tage ein Erlebnis.

Grube Samson, Am Samson 2, 37444 Sankt Andreasberg

4. 12. - 30. 12. 2018 Di. - Sa. täglich 11.00 - 14.30
2. 1. - 25. 3. 2019 Di. - So. täglich 11.00 - 14.30
26. 3. - 31. 10. 2019 Mo. - So. täglich 11.00 - 14.30 

Erwachsene inkl. Führung 8,- Euro, Kinder und Jugendliche 6 - 16 Jahre 4,- Euro, Kinder 0 - 6 Jahre gratis

Reisepakete werden geladen