Chiemsee-Infos kompakt

Alpen und Segelboote: Das Meer der Bayern

Riesige Ausmaße für einen See: Den Titel "bayerisches Meer" verdankt der Chiemsee seinen spektakulären 80 Quadratkilometern. Ringsherum voralpenländisches Postkartenidyll, sanfte Hügel, üppige Wiesen. Dennoch droht der größte See Bayerns zu verlanden. Schuld ist die Tiroler Achen, der größte Zufluss. Sie schwemmt gewaltige Kies- und Schlammmassen hinein. Gut möglich, dass es den Chiemsee in 8.000 Jahren nicht mehr gibt. Ein durchaus ausreichender Zeitrahmen, wenn man ihn noch besuchen will.

Aktuell hat er etwa 80 Quadratkilometer Wasseroberfläche. Seine Lage nördlich der Chiemgauer Alpen mit Blick auf Kampenwand, Geigelstein und Hochgern ist atemberaubend. Für die bekannteste Sehenswürdigkeit verausgabte sich Bayerns Märchenkönig Ludwig II.: Das Schloss auf der Herreninsel ließ er als prachtvolle Kopie Versailles‘ errichten. Schlief zwar nie darin, aber Spiegelsaal, Prunkräume, Marmor-Treppenhaus und das "Tischlein deck dich" stehen als perfekte Inszenierung unermesslicher Schönheit. Weniger pompös, aber ebenso zauberhaft: die Fraueninsel. Von einer zur anderen zu hoppen ist problemlos möglich - zum Beispiel im nostalgischen Raddampfer der Chiemseeflotte. An die gute alte Zeit erinnert der Schaufelraddampfer "Ludwig Fessler" aus dem Jahr 1926, ein wahrlich stilvoller Transfer zu barocker Pracht und Fischerdorfromantik. Angeboten werden nicht nur Direktverbindungen zu beiden Inseln, sondern auch Schiffsrundfahrten. Zusteigen kann man fast überall. Eine andere Alternative: Motorboot, Tretboot, Surfbrett, Segelschiff oder selber schwimmen. Strandbäder gibt es mehr als genug.

Drittgrößter See Deutschlands

Bayerisches Meer klingt zwar maßlos übertrieben. Ist aber gar nicht mal so "gspunna". Mit knapp 80 Quadratkilometern liegt der Chiemsee nach Bodensee und Müritz auf Platz 3 der größten Seen Deutschlands. Und zählt zu den stürmischsten und bewegtesten Gewässern des Freistaats. An seinen Ufern sind sogar Gezeiten messbar. Wobei, der Tidenhub von 1 mm ist dann doch ziemlich bescheiden. Wer nicht unbedingt rein will: Rund um den Chiemsee gibt es ausgezeichnete Rad- und Wanderwege. Eine der schönsten Touren führt auf 64 Kilometern rund um den See, andere Wege ins Hinterland. Auf der Uferstraße fahren die Busse der Chiemseeringlinie mehrmals täglich. Müde Wanderer und Radfahrer kommen so ohne Stress wieder an den Ausgangspunkt zurück. Das Fahrrad verstaut man bequem im Anhänger. Und selbst, wenn es ein bisschen länger dauert mit der Umrundung: Der See wird ja langsam kleiner ...

Fraueninsel

Insel mit Alpensicht im Bayerischen Meer

Sie ist klein, die Fraueninsel. Gerade 600 Meter lang, 300 Meter breit und ragt 8 Meter aus dem Wasser des Chiemsees. Aber sie ist auf eine eigene Art beeindruckend. Seit 1.200 Jahren leben hier Nonnen. Und manchmal, in stillen Momenten, weiß man nicht, ob das Kloster die Insel zu diesem besonderen Ort gemacht hat, oder die Insel das Kloster.

Die Benediktinerinnen waren die ersten auf der Insel. 782 gründete Herzog Tassilo III. das Kloster Frauenwörth. Irmengard, die Urenkelin Karls des Großen, war hier Äbtissin. Sie ist die Schutzpatronin des Chiemgaus. Ihre Reliquien werden in der Klosterkirche verehrt. Die mächtige Torhalle vor der Klausur stammt noch aus ihrer Zeit und ist damit das älteste erhaltene Bauwerk Süddeutschlands. Alles andere wurde im Laufe der Zeit abgerissen, um- oder neu gebaut. Heute nimmt das Kloster ein Drittel der Insel ein. Seinen Unterhalt finanzieren die Nonnen mit dem Klosterladen, Seminaren und einem Gästehaus.

Am Anfang stand die große Liebe

Natur, nicht Klausur, suchten hier die Künstler im 19. Jahrhundert. Der Münchner Kunstprofessor Max Haushofer schwärmte sehr von der Schönheit der Insel und griff selbst zum Pinsel. Bald kamen Künstler aus ganz Deutschland hierher - als Chiemseemaler kennt man die Gruppe heute. Wer ihr Gemälde sehen will, muss allerdings auf die Herreninsel rüber schippern. Dort sind viele der Kunstwerke im Augustiner-Chorherrenstift ausgestellt.

Tagsüber geschäftig, abends romantisch

Die Künstlerkolonien Frauenchiemsee gibt es schon lange nicht mehr, doch die Begeisterung über die malerische Insel ist immer noch groß. 300 Menschen wohnen hier permanent, Besucher sind immer willkommen. Autos? Fehlanzeige, hier bummelt man zwischen den kleinen Kunsthandwerksläden und Cafés umher. In den Gasthäusern gibt es fangfrische Renken und Bier aus der Inselbrauerei. Ein besonderes Highlight ist der alljährliche Weihnachtsmarkt. Am Abend, wenn es still wird und man fern von allem ist, fühlt man sich in die Zeit zurückversetzt als die Nonnen hierher kamen. Also einfach hierbleiben und später mit dem Schiffstaxi zurück.

Kloster Frauenchiemsee, 83256 Frauenchiemsee

Mai - Oktober täglich 11.00 - 17.00

Herreninsel

Die Sonnenkönig-Fantasie Ludwigs II. im Chiemsee

Die meisten Schlösser pro Quadratmeter: Bei dieser Auszeichnung hätte die Herreninsel im Chiemsee gute Chancen. Die größte Insel des "bayerischen Meers" kann auf 2,3 Quadratkilometern gleich zwei Gemäuer vorweisen: Das Alte Schloss und das Neue Schloss Herrenchiemsee. Drumherum: ein sorgfältig angelegter Schlosspark im Stil der Versailler Gärten.

Ludwig II. hatte einen Traum: Er wollte sein eigenes Versailles bauen. Also kaufte der bayerische König 1873 die Herreninsel für 350.000 Gulden und ließ elf Millionen Backsteine auf die Insel bringen, um das prunkvolle Herrenchiemsee zu bauen. Auch der Garten erinnert an die Parkanlagen in Versailles - geometrisch streng angelegt mit getrimmten Hecken, Brunnen und Kiesornamenten.

Konkurrenz für Versailles

Das Neue Schloss Herrenchiemsee ist sogar noch opulenter als Versailles ausgestattet - in den Innenräumen sind mehr als 4,5 Kilogramm Blattgold verarbeitet. Dazu ist es mit der damals neuesten Technik ausgestattet: einer Warmluftheizung. Heute widmet sich das "König Ludwig II. Museum" im Südflügel dem exzentrischen Herrscher und zeigt historische Fotografien, original Prunkgewänder und Möbel des Bayernkönigs.

Kloster, Königwohnsitz und Wiege der Verfassung

Das Alte Schloss an der Nordseite der Insel war ursprünglich ein Kloster, in der Bauphase Wohnsitz für Ludwig II. und später Wiege der BRD. Der Verfassungskonvent entwarf im Speisesaal 1948 das Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland. Im Ostflügel lassen sich heute Bilder der "Maler am Chiemsee" bewundern, im Südflügel können der üppig ausgemalte Kaisersaal, das Gartenzimmer und die Hofküche besichtigt werden.

Warum der Märchenkönig die Herreninsel als Bauplatz gewählt hat? Bei einer Kutschfahrt oder einem Spaziergang um die autofreie Insel durch dichte Wälder und Obstwiesen gibt es Gelegenheit, das spektakuläre Alpenpanorama zu bewundern. Das Traumprojekt von König Ludwig II. blieb zu seinen Lebzeiten unvollendet. Er bewohnte Herrenchiemsee nur wenige Tage. Es ist das teuerste seiner Schlösser und kostete mehr als Neuschwanstein und Linderhof zusammen. Auch diesen Preis gewinnt Herrenchiemsee.

Herreninsel Chiemsee

nur mit der Fähre zu erreichen, Öffnungszeiten richten sich nach den Fahrzeiten

April - Ende Oktober 9.00 - 18.00, Ende Oktober - März 10.00 - 16.45

Gesamtkarte "Insel" (Neues Schloss mit König Ludwig II.- Museum/ Augustiner-Chorherrenstift/ ohne Schifffahrt)

Erwachsene 8,- Euro, ermäßigt 7,- Euro

Zugspitze

Die Zugspitze ist mit 2.962 Metern über dem Meeresspiegel der höchste Berg Deutschlands. Sie gehört zum Wettersteingebirge in den Nördlichen Kalkalpen und ist Grenzberg zwischen Deutschland und Österreich. Ihren Namen erhielt die Zugspitze durch die vielen Lawinenzüge (Lawinenstriche) an ihren Steilhängen.

Das Zugspitzmassiv trägt zwei der wenigen deutschen Gletscher, den Schneeferner und den Höllentalferner. Auf dem Zugspitzplateau (Zugspitzplatt genannt) findet sich Deutschlands höchstes- und einziges Gletscher Skigebiet. Der Gipfel beherbergt das Münchner Haus, eine berühmte Alpenvereinshütte, und seit mehr als Hundert Jahren eine meteorologische Station.

Der Gipfel ist mit der Eibsee-Seilbahn, der Bayerischen Zugspitzbahn (Zahnradbahn) oder der Tiroler Zugspitzbahn erreichbar. Wanderwege zur Zugspitze führen durch das Höllental oder etwas bequemer durch die Partnachklamm mit Anschluss in das Reintal. Leutnant Josef Naus bestieg am 27. August 1820 höchstwahrscheinlich als erster Mensch die Zugspitze. Möglich ist auch eine frühere Besteigung durch Einheimische, diese ist aber nicht nachgewiesen.

Lange Zeit schwankte die angegebene Höhe der Zugspitze zwischen 2.960 und 2.970 Metern. Der Wert 2.962 Meter ergibt sich aus den neuesten Messungen und wurde vom Bayerischen Landesvermessungsamt so bestätigt. Aus diesem Grund heißt auch die Lounge des Cafes auf der Zugspitze "2.962".

Es gibt viele Möglichkeiten, auf der Zugspitze einen Traumtag zu erleben. Eine ist mit der Zahnradbahn zum Schneeferner-Gletscher auf dem Zugspitzplatt hinaufzufahren und zum Beispiel Deutschlands höchste Kirche zu besuchen. Mit der Gletscherbahn erreichen Sie vom Sonn Alpin aus den höchsten Gipfel Deutschlands auf 2.962 Metern. Hier können Sie zum Beispiel eine Videovorführung über den Bau der Zugspitzbahn besuchen oder in Deutschlands höchstgelegenem Internet-Terminal surfen. Auch kann man über die Grenze am Gipfel ins benachbarte Tirol spazieren. Nachdem Sie von der Aussichtsplattform den beeindruckenden Panoramablick genossen haben, geht's mit der Eibsee-Seilbahn zurück ins Tal. Von hier aus haben Sie nochmals einen einzigartigen Blick auf den Eibsee und das Werdenfelser Land.

Die Zugspitze bietet Erlebnisse wie kein anderer Berg:

  • Rundreise mit Zahnradbahn und Seilbahnen
  • 4-Länder-Fernsicht (Bernina, Großvenediger, Dolomiten, München), Talblick zum smaragdgrünen Eibsee
  • Restaurants am Gipfel und am Gletscher, Sonnenterrassen mit Liegestühlen, Deutschlands höchstes Internet-Café, Panoramaraum mit Gipfel-Lounge
  • Klettersteig zum Gipfelkreuz, alpine Wanderungen, Gletscherrundgang im ewigen Eis
  • Historische Exponate zur Erschließung der Zugspitze, Videovorführung zum Bau der Zugspitzbahnen
  • Höchste Kapelle Deutschlands
  • Wetterwarte, Umweltforschungsstation Schneefernerhaus
  • Alpenvereinshütte "Münchner Haus"
  • Skiarena und Funpark, Gletscherbar auf der Sonn Alpin Terrasse
  • Behindertengerechte Zugänge und Sanitäreinrichtungen

Fotos: Bayerische Zugspitzbahn Bergbahn AG, Lechner; Bayerische Zugspitzbahn Bergbahn AG, Farys; Wikipedia, Svickova

Chiemgau Thermen

Die Chiemgau Thermen in Bad Endorf zählen zu den beliebtesten Wellnesstempeln Deutschlands. Kein Wunder bei 1.800 Quadratmetern Wasserfläche im Thermenbereich, sechs verschiedenen Saunen und Dampfbädern, umfangreichen Wellnessanwendungen und dem Trainingszentrum PROMOVEO. Alles umrahmt von einer fantastischen Landschaft. Im Whirlpool oder von den Ruheräumen aus bietet sich ein beeindruckender Blick auf den Simssee und die Chiemgauer Alpen. Entspannung pur!

In den 1960er Jahren stieß man zufällig auf die Jod-Thermalsolequelle, als man nach Öl und Gas bohrte. Das Wasser war 115 Grad heiß und kam aus einer Tiefe von 4.848 Metern. Schnell erkannte man das Potenzial der Entdeckung und eröffnete 1970 das sogenannte Jodbad. Die besondere Wasserqualität lockt heute tausende Gäste in die Chiemgauer Thermen.

Im Thermenbereich kann man in den Innen- und Außenbecken bei einer Wassertemperatur von 34 Grad herrlich entspannen. Eine "Wasserreise" ist im 125 Meter langen Strömungskanal möglich. Sportlich ambitionierte Gäste können im niedriger temperierten Aktivbecken ihre Bahnen ziehen oder an der Wassergymnastik teilnehmen. Körperlicher Ertüchtigung kann man zudem im Trainings- und Gesundheitszentrum PROMOVEO nachgehen. Tief durchatmen lässt sich dann im Gradierwerk, das mit salzhaltiger Luft die Atemwege reinigt. Wer ein wenig Strandurlaub möchte - auch kein Problem. Ab an die CABANA BAR und mit dem Lieblingscocktail seiner Wahl in der Liege der Sonne entgegenblinzeln.

Wohlige Wärme findet man auch in der Saunawelt. Erleben Sie stündlich variierende Aufgüsse in der Erdsauna, lassen Sie sich mit pflegenden Hautpeelings im Kräuterdampfbad verwöhnen oder vergessen Sie die dunklen Wintertage mithilfe der lichttherapeutischen Vitalsonnenanlage. Nach einer entspannenden Massage lässt sich der perfekte Wellnesstag mit einem hausgemachten Vitaminsprinter im Thermenbistro abschließen.

Lage, Anfahrt

Nehmen Sie, von der A 8 München-Salzburg kommend, die Ausfahrt Rosenheim. Halten Sie sich in Richtung Traunstein/Bad Endorf, nach ca. 30 Kilometern erreichen Sie den Kurort. Folgen Sie der Beschilderung "Chiemgau Thermen" bis zum Ortsende. Biegen Sie nach einem Autohaus rechts ab. An der nächsten Kreuzung erneut rechts und schon sehen Sie nach 20 Metern den Parkplatz der Chiemgau Thermen Bad Endorf.

Öffnungszeiten, Eintrittspreise

Geöffnet: Thermen- und Saunawelt täglich 9.00 - 22.00 (montags Damensauna, außer an Feiertagen und bayerischen Schulferien), Wellnessbereich täglich 10.00 - 21.30
Eintritt Therme: Erwachsene 3 Stunden 13,50 Euro, 4 Stunden 14,50 Euro, Tageskarte 16,50 Euro, Kinder (3 - 5 Jahre) kostenlos, U26-Tarif (6 - 25 Jahre) jeweils 4,- Euro günstiger
Eintritt Sauna: 5,- Euro zusätzlich zum Thermen-Eintritt

Bitte beachten Sie, dass Kinder unter 3 Jahren keinen Zutritt haben. Unter 1,30 m Körpergröße Einlass nur in Begleitung eines Erwachsenen.

Reisepakete werden geladen

Reisepakete werden geladen