Fichtelberg-Seilschwebebahn

Mehr als eine Seilbahn: auf den Fichtelberg schweben

Älteste Seilschwebebahn Deutschlands, Hochzeitsgeschenk, Lebensretter, mehrmals von der Schließung bedroht - die Schwebebahn am Fichtelberg im sächsischen Erzgebirge hat eine abwechslungsreiche Geschichte. Wer einsteigt, dem ist das aber erst mal egal, schließlich bietet die Fahrt einen fesselnden Blick über Oberwiesental, die Skipisten und das Erzgebirge.

Mit 1.215 Metern ist der Fichtelberg der höchste Berg in Sachsen und bildet zusammen mit dem nahegelegen, tschechischen Klínovec (Keilberg) eines der schönsten Skigebiete des Erzgebirges. Hinauf können Sie ganz bequem schweben - wobei die Schwebebahn eigentlich keine ist, sondern eine Luftseilbahn. Das Gefühl, über die Welt hinweg zu gleiten, ist im Fahrpreis mit inbegriffen. Zunächst bietet sich ein herrlicher Ausblick über den Luftkurort Oberwiesental, im Winter lassen sich dann die Skiboardfahrer direkt über der Schwebebahn beobachten, denn die Fahrt verläuft direkt über der Piste.

Lebensrettende Seilbahn

Dreieinhalb Minuten dauert die Fahrt auf der 1.175 Meter langen Strecke. Dabei werden 303 Höhenmeter überwunden. Ganz so glatt wie heute die Fahrt, lief die Geschichte der Schwebebahn nicht immer. Die Eröffnung musste ein paar Mal verschoben werden, bis die Strecke am 28. Dezember 1924 in Betrieb genommen wurde. Dann blieben die Besucher aus, fast sollte die Bahn verschrottet werden, wurde aber von Unternehmer Hugo Küttner gekauft, der sie seiner Tochter zur Hochzeit schenkte. Mehrmals in ihrer Geschichte wurde die Schwebebahn in der Not benutzt: 1963 brach im Fichtelberghaus ein Brand aus, die Feuerwehrleute konnten nur mit der Seilbahn an das Feuer gelangen. 1965 diente sie zur Versorgung der Bergbewohner nach heftigen Schneefällen.

Vom Fichtelberg bis zum Fichtelgebirge

2011 sollte die Bahn endgültig abgerissen werden, doch Bürger setzten sich für den Erhalt ein. Heute ist sie ein beliebtes Transportmittel für alle Erzgebirgsurlauber. Mindestens alle 15 Minuten bringen die beiden hübschen roten Kabinen bis zu 44 Gäste den Berg hinauf. Oben angekommen geht es auf Wunsch noch höher. Vom 31 Meter hohen Aussichtsturm des Fichtelberghauses blicken Sie auf das mittlere Erzgebirge, bei klarem Wetter bis zum Fichtelgebirge. Und auf die geschichtsträchtige Schwebebahn, die so viel mehr ist als ein Transportsystem für Touristen.

Schwebebahn Fichtelberg

Täglich 9.00 - 17.00, geschlossen 9. 4. 2018 - 27. 4. 2018 und 1. 11. 2018 - 20. 11. 2018

Einzelfahrt Erwachsene 7,- Euro, Kinder 6 - 16 Jahre 5,50 Euro, Kinder 0 - 5 Jahre gratis

ErzgebirgsCard

Die ErzgebirgsCard öffnet Ihnen die Türen zu über 100 Attraktionen der Region: Thermal- und Erlebnisbäder, Freilichtmuseen, Seilbahnen, Schlösser und Burgen, Höhlen, Schaubergwerke, Fahrten mit Postkutsche oder Dampflok und, und, und. Die Karte gibt es seit Herbst 2003, sie gilt für 48 Stunden oder an 4 frei wählbaren Tagen innerhalb eines Kalenderjahres ab erster Nutzung.

Mit der ErzgebirgsCard können Sie sich den Preis für viele Fahrkarten sparen. Zum Beispiel auf der 17 Kilometer langen Strecke der Fichtelbergbahn mit ihren historischen Dampfloks. Die Schwebebahn auf den 1.215 Meter hohen Fichtelberg in Oberwiesenthal ist ebenso inklusive wie der Besuch der schönen Modelleisenbahn in Seiffen.

Weitere Gratis-Leistungen der ErzgebirgsCard

Gesundheits- und Erlebnisbäder: Erlebnishallenbad Talsperre Malter Dippoldiswalde, "Therme Miriquidi" Thermalbad Wiesenbad, Silber-Therme Warmbad, Badegärten Eibenstock, Freizeitbad Greifensteine in Geyer, Schwimmhalle Atlantis in Annaberg-Buchholz, Aqua MARIEN in Marienberg, u.v.m.

Museen: August Horch Museum Zwickau, Stickereimuseum Eibenstock, Eisenbahnmuseum Schwarzenberg, Erzgebirgsmuseum mit Besucherbergwerk "Im Gößner" Annaberg-Buchholz, Technisches Museum "Frohnauer Hammer" Annaberg-Buchholz/OT Frohnau, Kleines Fichtelbergmuseum mit Panoramaaussichtsturm Kurort Oberwiesenthal, Suppenmuseum Neudorf, Erzgebirgisches Freilichtmuseum Seiffen, Erzgebirgisches Spielzeugmuseum Seiffen, Erzgebirgisches Glashüttenmuseum Neuhausen, Erstes Nussknackermuseum Europas Neuhausen, Museum Saigerhütte Olbernhau, u.v.m.

Besucherbergwerke: Bergbaumuseum Oelsnitz, Schaubergwerk "Herkules Frisch Glück" Beierfeld/OT Waschleite, Besucherbergwerk "Markus Röhling Stolln" Annaberg-Buchholz/OT Frohnau, Besucherbergwerk und Mineralogisches Museum Zinngrube Ehrenfriedersdorf, Museum "Huthaus Einigkeit" Brand-Erbisdorf, u.v.m.

Sakralbauten, Burgen und Schlösser: St. Annenkirche Annaberg-Buchholz, Schloss Schwarzenberg, Schloss Lichtenwalde, Motorradmuseum, Kutschenmuseum, Schloss Augustusburg, Erzgebirgisches Weihnachts- und Spielzeugmuseum Scharfenstein, Museum zur Burggeschichte, Bergfried (Aussichtsturm) und Zisterne Scharfenstein, u.v.m.

Freizeitaktivitäten und Sport: STOCKHAUSEN - das lebendige Spielzeugland Olbernhau, Sommerrodelbahn Seiffen, Sommerrodelbahn Kurort Oberwiesenthal, Sport und Freizeitzentrum am Fichtelberg Kurort Oberwiesenthal, u.v.m.

Historische Verkehrsmittel: Fichtelbergbahn Cranzahl - Kurort Oberwiesenthal, Fichtelbergschwebebahn Kurort Oberwiesenthal, 4er Sesselbahn Kurort Oberwiesenthal, Historische Postkutsche Kurort Oberwiesenthal, Museumsbahn Steinbach - Jöhstadt und Drahtseilbahn Erdmannsdorf-Augustusburg

Weitere Angebote: Tourist-Information - Stadtführung Zwickau, Stadtrundgang Annaberg-Buchholz, Miniaturpark "Klein Erzgebirge" Oederan, 1. Seiffener Schauwerkstatt, Seiffen, Haus der Modelleisenbahn Seiffen, u.v.m.

Preise

48-Stunden-Karte: Erwachsene 24,- Euro,
Kinder (6 -14 J.) 16,- Euro
4-Tages-Karte: Erwachsene 35,- Euro,
Kinder (6 - 14 J.) 21,- Euro

Museen

Im Erzgebirge gibt es eine Vielzahl von Museen und technische Denkmäler. In einigen Museen wird die jahrhundertealte Technik sogar im unveränderten Originalzustand vorgeführt.

Sächsisches Industriemuseum: Im Frühjahr 2003 eröffnete das Industriemuseum seine Zentrale am neuen Standort in Chemnitz an der Zwickauer Straße. Auf über 4.000 qm Ausstellungsfläche besitzt die sächsische Industrie und Wirtschaft nun ein Dokumentationszentrum, das nicht nur die 200-jährige Tradition sondern auch die Gegenwart zum Thema hat. Im Mittelpunkt der Ausstellung stehen nicht nur die technischen Repräsentanten der industriellen Entwicklung. Der Fokus der Ausstellung richtet sich auch auf die gesellschaftlichen Verhältnisse der industriellen Zeit. Es sind die Menschen: die Sachsen, die Unternehmer, die Familie, die Arbeiter, die Karl-Marx-Städter, die Kreativen, die Konsumenten und die Europäer, die die Ausstellung gliedern.

Bergbaumuseum Oelsnitz: Mehr als 20.000 Besucher pro Jahr lassen sich seit nunmehr 15 Jahren in Sachsens größtem Industriemuseum - in Deutschland gehört es zu den bekanntesten Technischen Museen - demonstrieren, was zum Steinkohlenbergbau gehört und welche Anstrengungen die Kumpel auf sich nehmen mussten. Und das viele hundert Meter unter der Erde! Vor über 35 Jahren, 1971, fuhr im Lugau-Oelsnitzer Revier der letzte Hunt mit der letzten Kohle aus dem Schacht. Der Liebknecht-Schacht, als Kaiserin-Augusta-Schacht Jahrzehnte vorher getauft, stellte die Steinkohlenförderung ein. 2.000 Leute am Standort Oelsnitz sollten nun keine Kumpel mehr sein. Die Ausbaustrecken im Museum wurden so angelegt, dass die meisten Besucher während des Rundgangs keine Antwort auf die Frage wissen, wie tief man denn jetzt unter der Erde sei am Streckenausbau. Vor Ort verblüfft feststellen zu müssen, wie man sich verschätzen kann - schon das lohnt den Besuch in der Oelsnitzer Pflockenstraße. Weiterhin haben die Museums-Erbauer auch dafür gesorgt, dass die zwei gewaltigen Fördermaschinen aus den Jahren 1923 und 1933 so erhalten blieben, wie sie bis zum Schluss noch perfekt gelaufen sind.

Erzgebirgisches Spielzeugmuseum Seiffen: Seit der umfassenden Renovierung 1998/99 bietet das Museum heute auf nahezu 1.000 Quadratmetern einen umfassenden Überblick über die Entwicklung des Spielzeugs. Bereits über 8,5 Millionen Gäste besuchten das Haus. Die Emporengestaltung aus dem Jahr 1936, die eingerichteten Stuben mit ihrem Wohn- und Arbeitsmilieu der Jahrhundertwende, die hölzernen Figurenfriese aus den 60er Jahren und schließlich die 6,30 Meter hohe Raumpyramide und der Winterberg "Christmette zu Seiffen" bestimmen auch heute noch die Raumatmosphäre. Kaum bekannte Stücke verdeutlichen in der 2. Etage die Rolle der Spielzeugfachschulen und ihrer künstlerischen Direktoren. Ein umfangreicher Komplex informiert erstmals ausführlicher über die vielgestaltigen Miniaturspielzeuge nach 1905. Die Kostbarkeiten alter weihnachtlicher Volkskunst in der 1. Etage sind stimmungsvoll ausgeleuchtet. Im Dachgeschoss präsentieren sich neben einer wechselnden Sonderschau Kabinettausstellungen zum bergmännischen Thema und zu edlen Hölzern aus aller Welt. Öffnungszeiten täglich 10.00 - 17.00, Eintrittspreise: Erwachsene 3,50 Euro, Kinder von 4 bis 16 Jahren 1,50 Euro, ermäßigt 3,- Euro

Heimatmuseum "Knochenstampfe": Es ist ein technisches Denkmal und ein Kulturzentrum zugleich. Es befindet sich in einem unter Denkmalschutz stehenden Bauernhof mit seinem in der Umgebung einmaligen Rautenfachwerk. Hauptattraktion des Museums ist die noch betriebsfähige Knochenstampfe. Sie wird von einem oberschlächtigen Wasserrad angetrieben und wurde bis 1954 zur Herstellung von Düngemitteln genutzt. Außerdem sind landwirtschaftliche Arbeitsmittel, ein altdeutscher Backofen aus dem Jahr 1585 und ein historisch eingerichtetes Strumpfwirkerzimmer aus der Zeit um 1900 zu sehen. Neue Ausstellungsräume beherbergen Volkskunst mit beweglichen orientalischen Weihnachtsbergen aus dem 19./20. Jahrhundert und den mechanischen Heimatberg, der die Ortsgeschichte von der ersten Besiedlung bis zur Neuzeit wiedergibt. Ein Schulzimmer in historischem Gewand ist dem wohl bekanntesten Sohn des Ortes, dem Philosophen, Juristen und Historiker Samuel von Pufendorf gewidmet, einem Vertreter der deutschen Frühaufklärung. Er wurde am 8. Januar 1632 als Sohn des damaligen Ortspfarrers in Dorfchemnitz geboren. Aber auch wertvolle Stücke einer Sammlung der örtlichen Sportvereine, eine Wohnküche aus dem Anfang des 20. Jahrhunderts und eine ornithologische und entomologische Ausstellung beinhaltet das Museum. Öffnungszeiten Mi. - Sa. 10.00 - 12.00 und 13.00 - 17.00, So. 12.00 - 17.00, Eintrittspreise: Erwachsene 3,- Euro, Ermäßigte 1,- Euro

Erzgebirge-Infos kompakt

Das Erzgebirge: Gelebte und lebendige Tradition

Das Erzgebirge ist die größte zusammenhängende Tourismusregion Sachsens und gleichzeitig das am dichtesten besiedelte Mittelgebirge Europas.

"... Oh Arzgebirg wie bist du schie" schwärmte schon einst der bekannteste Heimatsänger und Volksdichter des Erzgebirges, Anton Günther (1876 - 1937), und beschrieb die Schönheit der sächsisch-böhmischen Region. Doch noch viel mehr geschichtliche Zeugen, die über den Fleiß und das Schöpfertum der Menschen dieser Region sprechen, sind hier zu entdecken und zu erleben. Das Erzgebirge ist eine Ferienregion mit gelebter und lebendiger Tradition.

Mehr als 5.000 Kilometer Wanderwege durchqueren die Region, darunter auch der Fernwanderweg EB (Eisenach - Budapest), neben den Hauptwanderwegen "Zittau-Wernigerode" (Kammweg), "Görlitz - Greiz" und "Ostsee - Saaletalsperren". Nicht zu vergessen sind die vielfältigen Natur- und Bergbau-Lehrpfade, die für Groß und Klein, oft auch auf spielerische Weise, Wissenswertes zum Erzgebirge bereithalten.

Die Naturräume des Erzgebirges sind ein traditionelles Urlaubs- und Naherholungsgebiet. Die herbe landschaftliche Schönheit, die mittelgebirgstypischen klimatischen Verhältnisse, ein reichhaltiges Kulturgut sowie vielfältige Sommer-Sportmöglichkeiten wie Wandern, Radeln und Reiten stellen dabei ein Basisangebot dar.

Das Erzgebirge (tschechisch: Krušné hory) bildet die natürliche Grenze zwischen Sachsen und Böhmen. Knapp nördlich der Kammlinie verläuft die Staatsgrenze zwischen Deutschland und Tschechien. Die höchsten Erhebungen sind Fichtelberg (1.215 Meter ü.NN) und Keilberg (tschech: Klínovec, 1.244 Meter ü. NN). Das Erzgebirge gehört mit seinem oberen Teil dem Naturpark Erzgebirge/Vogtland an. Das östliche Erzgebirge steht als LSG Osterzgebirge unter Landschaftsschutz.

Zur Rohstoffgewinnung in den Kriegsjahren des 1. und 2. Weltkrieges wurde der Bergbau im Erzgebirge nochmals wiederbelebt. Dabei kam es während des Dritten Reiches auch zur Wiederaufnahme des Silberbergbaus. Danach siedelten sich Holzwaren- und Spielzeugherstellung vor allem im Osterzgebirge an. Die Uhrenindustrie hat in Glashütte einen Schwerpunkt. Im Westerzgebirge waren wirtschaftliche Alternativen Maschinenbau und Textilindustrie.

Ein weiterer bekannter Ort der Zinngewinnung war Seiffen. Das Dorf im Osterzgebirge ist heute Mittelpunkt der Holzwaren- und Spielzeugherstellung. Hier werden Räuchermänner, Nussknacker, Schwibbögen, Weihnachtspyramiden und Spieldosen aus Holz gefertigt.

Als im 19. Jahrhundert mehrere Erzgebirgspässe chausseemäßig ausgebaut und auch das obere Erzgebirge durch die Eisenbahn erschlossen wurde, entwickelte sich der Fremdenverkehr. Berggasthäuser wurden auf den höchsten Erhebungen errichtet und Skisportler entdeckten schon damals die schneesicheren Kammlagen. Heute sind die aus dieser Zeit stammenden mit Dampflokomotiven betriebenen Schmalspurbahnen beliebte Touristenattraktionen. Mit der Fichtelbergschwebebahn entstand 1924 die erste Schwebeseilbahn in Deutschland, die bis auf den heutigen Tag Besucher auf den höchsten Berg Sachsens bringt.

Mit dem Kammweg wurde schließlich einer der ersten Fernwanderwege geschaffen. Dieser führte einst vom Hainberg bei Asch über das Erzgebirge, die Böhmische Schweiz und das Lausitzer Gebirge bis zur Schneekoppe im Riesengebirge. Heute existieren nicht nur ein dichtes Netz von Wanderwegen, sondern auch ausgedehnte Loipennetze und Abfahrtspisten für den Wintersport. Mit der Skimagistrale Erzgebirge/Krušné hory gibt es dabei eine deutsch/tschechische Skiwanderstrecke über den gesamten Erzgebirgskamm.

In Anlehnung an die historische Silberstraße wurde nach 1990 eine, zwischen Zwickau und Dresden das ganze Erzgebirge durchquerende, Touristenstraße geschaffen, die alle bedeutenden Sehenswürdigkeiten erschließt. Zu diesen gehören neben Besucherbergwerken, Bergbaulehrpfaden und einer Vielzahl von technischen und heimatkundlichen Museen vor allem die mittelalterlichen Stadtzentren der alten Bergstädte und ihre bedeutenden Sakralbauten wie der Freiberger Dom, die St. Annenkirche in Annaberg-Buchholz oder die Schneeberger St. Wolfgangskirche.

In der Advents- und Weihnachtszeit ist das Erzgebirge mit seinen Traditionen, den weitbekannten Weihnachtsmärkten und großen Bergparaden ein beliebtes Reiseziel für (Kurz-)Urlauber.

Bergwerke

Es war der Bergbau, der nicht nur einer ganzen Region, dem Erzgebirge, seinen Namen gab, sondern auch das Leben der Menschen in Brauchtum und Sitte bis heute prägt. Der Bergbau auf Silber und andere Erze ist längst Geschichte. In zahlreichen Schaubergwerken lässt sich Geschichte hautnah erleben.

Besucherbergwerk "Markus-Röhling-Stolln" Frohnau: Bereits wenige Jahre nach dem Silberfund am Schreckenberg 1491 dehnte sich der Bergbau auf das spätere Grubenfeld der Grube Markus Röhling aus. Der heutige Stollen entstand ab 1500. Der Haupterzgang der Grube wurde 1733 entdeckt. Nach einer knapp 600 Meter langen Fahrt mit der Grubenbahn kann der Besucher in diesem seit 1994 vom Verein Altbergbau Markus Röhling Stolln e.V. betriebenen Besucherbergwerk Zeugnisse aus der Zeit des Silber- und Kobaltbergbaus von 1733 bis 1857 und des Wismut-Uranbergbaus der 50er Jahre besichtigen. Sehenswert ist auch das 9 Meter hohe Wasserrad, welches von den Mitgliedern des Vereins Altbergbau funktionsfähig nachgebaut wurde.

Schaubergwerk "Tiefer Molchner Stolln" Pobershau: Der Besucher dieses 1934 eingeweihten und damit ältesten Besucherbergwerkes im Erzgebirge kann sich einen Einblick in den seit dem Mittelalter bis in das vorige Jahrhundert betriebenen Erzbergbau verschaffen. Im übertägigen Wismut-Teil findet sich die Fortsetzung des sächsischen Bergbaus im 20. Jahrhundert. Das Schaubergwerk befindet sich im Gebiet des alten Zinnbergbaus auf dem Matthias Morgengang, dem Jung Burkhardter Morgengang bis zum silberreichen Molchner Spat. Betreiber des Schaubergwerkes ist Gernot Scheuermann.

Saigerhütte Grünthal mit Kupferhammer: An der Silberstraße und unmittelbar am kleinen Grenzübergang zur tschechischen Republik liegt die Saigerhütte Grünthal. Sie ist der letzte Sachzeuge der Buntmetallurgie in Mitteleuropa, in dem seit 1537 durch das Saigerverfahren Silber und Kupfer getrennt wurden. Ein Ensemble von Bauten mit verschiedenen Schmelzhütten, Hämmern, der Faktorei, dem Schichtmeisterhaus, den Arbeiterwohnhäusern, der Hüttenschule, der Hüttenschänke und der Hüttenmühle erinnert an die Zeit von Georg Agricola und wird zum Teil museal genutzt. Hohe Mauern schützen die Produktionsstätte. Im Althammer wird der Hammer in Funktion vorgeführt, in der Langen Hütte kann man die verschiedenen Öfen, Herde und ein Pochwerk besichtigen, wodurch es möglich war, beide Metalle voneinander zu trennen. In einem Arbeiterwohnhäuschen wird die Wohnumwelt der Familie eines Hüttenarbeiters im 19. Jahrhundert erlebbar, welche die Hüttenleute umgab. Im Zimmerhaus befindet sich eine Ausstellung der verschiedenen Transportwagen, im Herrenhaus ist eine Schauwerkstatt des heimischen Handwerks zu besichtigen. Eine zentrale Ausstellung in der Mehrzweckhalle informiert über die 460-jährige Geschichte der Metallurgie in Olbernhau. Ein Walzgerüst vor dem Neuhammer repräsentiert den letzten Abschnitt, als in Olbernhau bis 1991 Stahlbleche gewalzt wurden. So ist dieses technische Museum ein bedeutendes Denkmal der Produktion und der Lebensweise der Hüttenleute.

Lehr- und Schaubergwerk "Frisch Glück" Johanngeorgenstadt: Das Bergwerk zum Anfassen. Die Bergleute von "Frisch Glück" laden ein, einmal selbst Bergmann zu sein. Denn im Schaubergwerk kann man aktiv die Arbeit des Bergmanns erleben. Kommen Sie ins untertägige Erzgebirge! Vom Silberbergbau bis zur Wismut wird hier alles zum Anfassen erklärt und vorgeführt. Aber auch Sie dürfen Hand anlegen und erfahren, wie die Bergleute gearbeitet haben. Da die Temperatur ganzjährig 8 Celsius beträgt, ist warme Kleidung empfehlenswert. Auch festes Schuhwerk ist angebracht. Gerne werden die Bergführer erzählen, warum das Schaubergwerk auch den Namen "Das Glöckl” trägt.

Lehr- und Besucherbergwerk "Himmelfahrt-Fundgrube" Freiberg: Die historische Grubenanlage "Alte Elisabeth", die zusammen mit der Schachtanlage "Reiche Zeche" zum ehemaligen Grubenunternehmen "Himmelfahrt-Fundgrube" gehörte, besticht mit der komplett erhaltenen Übertagearchitektur aus der 1. Hälfte des 19. Jahrhunderts samt ihrer Einrichtung. Im Schachthaus informiert eine museale Ausstellung zur Geschichte des Erzbergbaus. Eine 12-PS-Dampfmaschine mit stehendem Zylinder für einen Kolbenhub von 933 Millimeter aus dem Jahr 1849, die funktionstüchtige Hängebank und das in der Nähe aufgestellte "Schwarzenberggebläse" aus den Jahren 1830/31 mit neogotischer Industrieformgestaltung sind Kostbarkeiten sächsischer Industriegeschichte. Dazu kommen Förderwagen, Wassersäulenmaschine, Bergschmiede, Scheidebank und eine bergmännische Betstube mit Orgelpositiv. Teile des 1913 stillgelegten Verbundbergwerkes wurden als Lehr- und Versuchsbergwerk weiterbetrieben. Nach einer erneuten Produktionsphase zwischen 1950 und 1969 wurde die "Himmelfahrt-Fundgrube" 1981 als Lehrgrube wiedereröffnet und später auch als Besucherbergwerk genutzt. Die Untertageanlage kann man nach vorheriger Anmeldung in einer mehrstündigen Führung besichtigen.

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