Tangermünde-Infos kompakt

Tangermünde in Sachsen-Anhalt - eine Stadt mit Geschichte, mit Türmen, Toren, Fachwerkhäusern und verwinkelten Gassen. Bereits im Jahre 1009 wurde die Burg von Tangermünde urkundlich erwähnt. Kaiser Karl IV., der auch als Kaufmann unter den deutschen Kaisern bekannt ist, machte die Burg zu seinem Nebensitz. Über die Hansestadt Tangermünde wollte er mit dem mächtigen Städtebund ins Geschäft kommen. Nach seinem Tod residierten in Tangermünde einige Jahrzehnte die Hohenzollern. Bis heute erhaltene steinerne Zeugen dieser beiden Herrschaftshäuser sind auf dem Burgberg zu bestaunen.

Eine besondere wirtschaftliche Blütezeit stellt das 15. Jahrhundert dar. Der Handel mit Tuch, Bier und Getreide brachte Wohlstand in die Stadt. Prächtige Bauten wie das Rathaus und die mächtigen Stadttore konnten errichtet werden.

1617 zerstörte eine Feuersbrunst den größten Teil aller Wohnhäuser innerhalb der Stadtmauern. Grete Minde soll daran Schuld gewesen sein und wurde zum Tod auf dem Scheiterhaufen verurteilt. Durch sie ist Tangermünde auch ein Schauplatz deutscher Literatur geworden. Neben Theodor Fontane haben sich auch andere Dichter von ihrer Geschichte inspirieren lassen.

Nach dem Brand entstanden viele heute noch erhaltene Fachwerkhäuser mit zum Teil reich verzierten Portalen und interessanten Schmuckformen. Sie bilden einen reizvollen Kontrast zu den backsteingotischen Baudenkmälern.

Die Industrialisierung des 19. Jahrhunderts vollzog sich im Norden der Stadt, so dass Tangermünde sein ursprüngliches Stadtbild erhalten konnte. Die historischen Bauten in der Altstadt, die Stadtmauer und die Burganlage befinden sich noch heute im Originalzustand.

Zu den schönsten mittelalterlichen Toranlagen im norddeutschen Raum gehört das "Neustädter Tor". Zwei Türme flankieren das Haupttor mit seiner spitzbogigen Durchfahrt. Der rechteckige Turm entstand um 1300, der Rundturm und das Mittelhaus um 1450.

Auf der Seite zur Kirchstraße ist eine Austrittsöffnung zu erkennen, die auf einen Wehrgang der Stadtmauer führte. Noch heute ist deutlich zu sehen, wo die alte Stadtmauer anschloss. Geprägt von massiven Wehrtürmen und den früher einzigen Zugängen zur Stadt ist sie ein sehenswertes Zeugnis mittelalterlicher Baukunst.

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