Großbritannien

Großbritannien-Infos

Großbritannien – Bohnen zum Frühstück und Milch im Tee

Welcome to Britain! Die Insel mit den Kreidefelsen-Steilküsten und Highlands fasziniert seit Jahrhunderten. Die dort leben, wollten selten runter von ihrer Insel und alle anderen sie erobern. Wikinger, Römer und sogar die Spanier haben es versucht. Die Wikinger konnten nur einige Überfälle erfolgreich verbuchen, den Römern hat selbst der Hadrianswall nicht geholfen und die Spanier sind untergegangen, noch bevor auch nur ein einziges Schiff der größten Armada aller Zeiten am Strand landete. Später herrschten die Briten von London aus über die ganze Welt. Die Sonne ging nie unter im Britischen Empire, denn es umspannte den ganzen Globus. London war das Zentrum der Welt, Englisch ist heute noch die lingua franca. Wer London überdrüssig sei, der sei auch des Lebens überdrüssig, sagte Samuel Johnson, denn London habe alles, was das Leben bieten kann. Ob das stimmt? Werfen wir mal einen Blick auf die kleine Insel, das große Britannien und seine exzentrischen, aber liebenswerten Einwohner.

Willkommen im Königreich der Royals

Großbritannien, das sind England, Wales und Schottland. Trotzdem reden wir meist nur von den „Engländern“ und stecken sie gerne in Schubladen, die Briten: das Land der Hunde, Schafe und Pferderennen, der Menschen, die mit Sonnenlicht nicht klar kommen. Pudding, Gin und Haggis, drive left, stand right, the sun rarely shines bright. Ein turbulentes Königshaus, ein trinkfreudiges Volk und die am besten getrimmten Rasen der Welt. Ironie, Sarkasmus und Skurrilität heißen hier einfach britischer Humor und der ist so schwarz, da hilft nicht mal Festbeleuchtung. Es muss immer Zeit für den „afternoon tea“ sein, ein Tässchen Schwarztee mit ein paar Tröpfchen Milch, dazu Süßes: Shortbread, Scones oder Tea Cake. Selbst inmitten eines internationalen Cricket-Matches wird dafür eine Pause eingelegt, auch von den Spielern. Wenn Sie das mit der Milch noch nicht so ganz verstanden haben, nicht schlimm – immerhin ist man sich selbst auf der Insel uneins, ob denn nun die Milch vor dem Tee in die Tasse muss oder erst danach. Außerdem ist England auch das Land der Gartenzwerge. In fast jedem Vorgarten finden sich welche, im See Wastwater haben Taucher in 80 Metern Tiefe sogar eine ganze Kolonie mit Behausungen angelegt. Einer unternahm sogar einmal eine Weltreise: 2008 verschwand Gartenzwerg Murphy aus seinem Garten. Die Besitzerin fand am folgenden Tag einen Brief, in dem die Zipfelmütze verkündete, ihm sei langweilig gewesen und er müsse sich nun die Welt anschauen. Tatsächlich haben Unbekannte den Zwerg „entführt“ und mit auf ihre große Reise genommen. Bei seiner Rückkehr in den Garten der Besitzerin viele Monate später lag neben Murphy ein Päckchen mit 48 Beweisfotos von seinem Trip in ferne Länder.

So geht’s hin

Mit dem Flugzeug geht’s günstig von Hamburg, Berlin, Düsseldorf, Frankfurt am Main, Stuttgart oder München direkt in die Hauptstadt. Kommen Sie mit der Autofähre an, so gibt’s im Hafen von Dover einen Schnellkurs im Umgewöhnen: Beim Verlassen der Fähre werden Sie von den Einweisern noch rechts eingeordnet – ganz so, wie Sie es kennen. Ungefähr 200 Meter später wird dann, fast unbemerkt, in den Linksverkehr gewechselt. Anschnallpflicht, Kindersitze und Helmpflicht für Motorradfahrer – alles, wie bei uns. Alkohol im Straßenverkehr ist gänzlich verboten. In London ist Parken in der Innenstadt nicht einfach und dazu teuer. Außerdem fallen mancherorts zusätzliche Mautgebühren an, die sogenannte „Congestion Charge“. Deshalb ein guter Tipp: Lieber außerhalb parken und die „Visitor Oyster Card“ für öffentliche Verkehrsmittel zulegen. Das Netz ist super ausgebaut und definitiv günstiger als Park- und Mautgebühren. Die Karte können Sie an Bahnhöfen oder der Tourist-Info kaufen – oder Sie bestellen sie ganz einfach schon vor dem Urlaub im Internet. Mit dem gewünschten Betrag aufladen und es kann losgehen. Zu Beginn 20 Pfund, das sollte für zwei Tage locker reichen.

So ticken die Briten

Wenn die Briten Europa sagen, meinen sie den restlichen Kontinent, so als würden sie nicht dazu gehören. Ein bisschen was ist dran, denn die Briten ticken ein wenig anders: Man fährt nicht nur links, sondern misst auch in „yard“ und „inches“. Euro? No, thanks. Briten pflegen ihre Spleens und den Nationalstolz. Das Land hat die älteste demokratische Verfassung der Welt, die Magna Carta, und das Königshaus verfügt  zwar über keine politische Macht, ist aber für die Briten eine Institution, die nicht weg zu denken ist. Die Briten lieben die Queen, die übrigens das ist, was man landläufig „badass“ nennt. Im Zweiten Weltkrieg diente sie als Automechanikerin in der Britischen Armee und als 1998 König Abdullah von Saudi Arabien zu Besuch war, ließ sie es sich nicht nehmen, den Gast selbst mit dem Auto herum zu fahren. Und dass, wo in Saudi Arabien Frauen kein Auto fahren dürfen. Der hohe Besuch war „not amused“ – die Queen schon.

Das Wetter? Nimmt der Brite an sich gar nicht wahr – T-Shirt und Flipflops werden auch bei Minusgraden getragen. Außer als Thema für den Small Talk. Die Wetterlage gibt nämlich immer Gesprächsstoff her. Sportbegeisterung ist den Briten in die Wiege gelegt: von Cricket über Rugby bis Fußball. Dass man sich nach der Arbeit auf eine Runde im Pub trifft, gehört ebenfalls zum guten Ton.

Nicht wundern, wenn die Verkäuferin beim Bäcker oder der Mann an der Kasse im Supermarkt  ungewohnt  intim sind: „Hello, Darling“ und „Here you go, love“ sind völlig normale Formulierungen. Ansonsten sind die Briten eher zurückhaltend und entschuldigen sich sogar höflich, wenn ihnen jemand auf den Fuß tritt.   

Man is(s)t hier multikulti. Das Empire sorgte für Einwanderung und die Immigranten brachten ihre Kultur und Küche mit. Vor allem in London trifft man auf viele verschiedene Nationalitäten – und ist sehr tolerant. Verrückte Kleidung oder exzentrisches Verhalten wird in London mit britischer Gelassenheit hingenommen und ist meist nicht mal einen Blick wert. „Stiff upper lip“ wird diese stoische Haltung genannt.

Wie schmeckt Großbritannien?

Was nicht stimmt, ist der alte Witz, dass die Hölle ein Europa wäre, in dem die Briten kochen. Okay, man serviert hier Minzsoße zum Braten, Bohnen zum Frühstück und Blutpudding als Snack. Doch die englische Küche ist einfach nur überraschend anders und sehr viel leckerer als erwartet. Das verdankt das Königreich nicht zuletzt dem sogenannten „Naked Chef“, Starkoch Jamie Oliver. Durch ihn wurden britische Rezepturen zu einem regelrechten Food-Trend. Die neue britische Küche ist trendy und mit Sternen ausgezeichnet. Traditionelle Gerichte werden modern interpretiert, dank des Empires gibt es vielfältige Einflüsse aus der ganzen Welt. Und ein paar Skurrilitäten, auf die man sich einlassen sollte. Zum Beispiel ein Aufstrich namens „Marmite“. Braun wie Nutella, mit sehr strengem und würzigem Geschmack, ähnlich wie Maggi. Gesund ist es, keine Frage – weniger als ein Prozent Zucker und Fett, dafür sehr viele B-Vitamine. Sein erstes „Marmite“-Sandwich vergisst man nie, so oder so. Schottland trägt seinen ganz eigenen Teil dazu bei, unvergessliche Erfahrungen im kulinarischen Bereich zu machen: Haggis, Schafsmagen, gefüllt mit Zwiebeln, Hafermehl, Gewürzen und Innereien. Riecht seltsam, wenn es gekocht wird, offenbart aber eine unglaubliche Vielzahl an überraschend gut harmonierenden Geschmäckern – am besten nicht nachdenken, sondern experimentierfreudig sein und genießen. Zur Not hilft ein Whisky, sorry, Scotch natürlich, dem Mut auf die Sprünge. Ein guter Scotch sollte geschmacklich etwas von Torf, Matsch und Rauch haben. Kenner schmecken aber auch Schokolade, Vanille oder Beeren heraus. Zu den britischen Nationalgerichten zählen außerdem noch der ganz schlichte Toast mit Käse überbacken, das durch die ehemalige Kronkolonie Indien inspirierte Chicken Tikka Masala und der Klassiker Fish and Chips – ein Weißfisch frittiert im Bierteig, serviert mit Pommes (nicht wundern, traditionell isst man die Pommes mit Salz und einem guten Schuss Essig).

Das sollten Sie gesehen haben

London steht ganz oben auf der Liste. Buckingham Palace, Tower und Towerbridge, Madame Tussaud’s, Picadilly Circus, Camden Lock Market, Royal Botanical Gardens, Hyde Park. Für Tennisfans ist ein Besuch des „heiligen Rasens“ in Wimbledon natürlich Pflicht. Eine 90-minütige Tour durch das Museum und zu den Plätzen gibt’s für 25 Pfund. Sogar „John McEnroes Geist“, eine Projektion des berühmten Spielers, erscheint in der Umkleidekabine der Männer und schwelgt in Erinnerungen. Wer sich mal ins 16. Jahrhundert zurück versetzen lassen will, dem sei ein Besuch im Globe empfohlen. An der Themse wurde Shakespeares Theater originalgetreu wieder aufgebaut. Immer einen Besuch wert: das British Museum. Eines der größten der Welt, Eintritt frei.

Der Süden Englands ist vor allem bekannt für seine Strände und Steilküsten. Um Dover ragt der berühmteste Abschnitt weißer Steilklippen aus dem Meer, die White Cliffs of Dover. Das Seebad Brighton ist Hauptanlaufziel der Briten im Sommerurlaub, der Strand wird zur Hauptsaison sehr voll. Wer mehr Ruhe sucht, einfach der Küste Richtung Cornwall folgen, hier finden sich wunderschöne Strände ohne Menschenmassen. Dazwischen immer wieder beeindruckende Kreideklippen. Unterwegs lohnt sich ein kleiner Abstecher in Richtung Salisbury, um den legendären prähistorischen Steinkreis von Stonehenge zu sehen. Noch mehr Lust auf historische Stätten und Gemäuer? Dann sind Sie im Vereinigten Königreich genau richtig. Hunderte von Burgen, Schlössern und Abteien sind übers Land verteilt. Schloss Windsor ist Anlaufpunkt für Fans der Royals, Alnwick Castle ist den Harry Potter-Fans bekannt – als Hogwarts, Schule für Hexerei und Zauberei. Mit dem „National Trust Touring Pass“ oder dem „English Heritage Overseas Visitor Pass“ können Sie Geld sparen, es lohnt sich schon ab dem dritten oder vierten Besuch einer historischen Anlage.

An der Grenze zu Schottland verlaufen die Reste des römischen Limes in England: der Hadrianswall. Schottland selbst ist besonders für Naturliebhaber ein Traumziel. Eine Rucksacktour durch die Highlands oder mit dem Kanu die Hochland-Seen („Loch“ genannt) erkunden und nach dem Seeungeheuer Nessie suchen – das ist „the land of the scots“ in seiner ganzen rauen Schönheit. Whisky-Liebhaber müssen sich hier ohnehin wie im Himmel fühlen, über 100 verschiedene Distilleries gibt es zu besichtigen. Drei großen Whisky-Trails kann man in Schottland folgen: dem Highlands & Islands Malt Whisky Trail, dem Speyside Malt Whisky Trail und dem Islay & West Coast Whiskey Trail. Die mit Abstand größte Dichte an Destillen befindet sich im Nordosten, rund um die Stadt Elgin.

Wales ist vor allem bekannt für seine … nun ja … melodischen Ortsnamen. Das Dorf Llanfairpwll­gwyngyllgogery­chwyrndrobwll­llantysilio­gogogoch steht im Guinness Buch der Rekorde. Cardiff mit seinem mächtigen Castle ist Drehort der Serie „Dr. Who“ und immer wieder Austragungsort wichtiger Fußballspiele. Einen der beliebtesten Nationalparks Großbritanniens liegt im Norden von Wales: Snowdonia. Wanderer können hier den höchsten Berg Wales besteigen, den Snowdon. An ihm trainierte Sir Edmund Hillary für die Erstbesteigung des Mount Everest. Der Snowdon ist allerdings nur 1.085 Meter hoch.

So ist das Wetter

Die Briten sagen „If you don’t like the weather, come back in five minutes“. Sonnenschein zum Frühstück, 30 Minuten später dichter Nebel und Nieselregen, darauf wieder blauer Himmel und Sonne. Es hat Gründe, weshalb der Regenmantel hier erfunden wurde. Aber keine Angst: Es regnet nicht jeden Tag und kann im Sommer sogar richtig warm werden – 30 Grad sind schon mal drin. In London ist es durch die geheizten Gebäude und geteerten Straßen sogar immer ein paar Grad wärmer als im Rest des Landes. Im Herbst gibt es besonders viel warme und sonnige Tage. Einen Regenschirm sollten Sie trotzdem dabei haben – just in case.

Das sollten Sie auch noch wissen

Auch im Alltag merkt man: Großbritannien ist etwas anders als der Rest Europas. Fenster lassen sich in der Regel nach oben öffnen. Im Bad gibt es oft statt einer Mischbatterie zwei Hähne, aus denen jeweils heißes und kaltes Wasser kommt. Eine angenehm temperierte Mischung ergibt sich erst im Becken. Aus Steckdosen fließt der Strom nicht einfach so, sondern sie müssen erst angeschaltet werden. Diese charmanten Abweichungen vom europäischen Standard sorgen bei Urlaubern immer wieder zuerst für Verwirrungen, dann zu Belustigungen.

Ein Trinkgeld von 10 bis 15 Prozent ist in Restaurants üblich – vorausgesetzt, es steht keine Servicegebühr auf der Rechnung. Dagegen gibt man im Pub keinen „Tip“. Hier wird an den Tischen nicht bedient, man bestellt sein Getränk an der Theke. Im Taxi ist es üblich, die Summe aufzurunden. Wenn Sie sich bei Ihrem Taxifahrer bedanken wollen, geben Sie 10 bis 15 Prozent. 

Die sprichwörtliche Höflichkeit der Briten ist kein Klischee: Zuvorkommenheit, Freundlichkeit und Rücksichtnahme gehören zum Alltag. Eine gewisse Distanz gehört dazu – Handschlag und ein „How do you do?“ sind genug Nähe für die meisten Briten (Die Antwort ist übrigens immer: „I’m fine. How are you?“). Und: Das berühmte V-Zeichen stammt zwar aus Großbritannien, aber zeigen Sie es immer mit der Handfläche nach vorne. Anders herum ist es der britische Mittelfinger.

Das schönste Souvenir

Eine gute Frage. In London auf jeden Fall Mode. Ein guter Tipp ist der Camden Lock Market, hier verkaufen Nachwuchsdesigner Unikate und es finden sich Kleidungsstücke der letzten 150 Jahre. Der britische Stil ist oft Vorreiter von Trends, damit machen Sie garantiert Eindruck. Wie wäre es mit einem echt britischen Bowler Hat, also einer Melone? Noch exotischer? Herren dürfen sich gern mit einem Kilt in Schale werfen. Haben Sie nur noch wenig Platz im Gepäck? Nehmen Sie Ihren Lieblingstee mit. Wenn Sie Marmite probiert haben und ihre Freunde an diesem Genuss teilhaben lassen wollen: Im Supermarkt kostet ein Glas 2,40 Pfund.

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