Atomium - Brüssel (Belgien)

Atomium: Brüssels verrücktes Wahrzeichen

Die Menschheit hat Weltausstellungen einige ikonische Gebäude zu verdanken. Die Space Needle in Seattle, den Arc de Triomf in Barcelona und den Eiffelturm in Paris. In diese Reihe illustrer Architektur reiht sich das Atomium in Brüssel.

Es könnte auch ein Haus aus der Zeichentrickserie „Die Jetsons“ sein: ein begehbares Eisenkristallmodell in 165-milliardenfacher Vergrößerung mit Ausstellungsräumen in den Kugeln und Rolltreppen in den Verbindungsstreben. Skurril. Und doch auch nach über 60 Jahren ein Magnet für Besucher. Dabei wurde das Atomium eigentlich nur für die Weltausstellung errichtet. Schon die Erbauung war schwierig. Nur 102 statt 134 Meter wurde es hoch (aus Gründen der Flugsicherheit) und musste an zwei Seiten gleichzeitig gebaut werden, um das Gebäude statisch in Gleichgewicht zu halten. Doch der Zahn der Zeit an der Vision aus der Zukunft. Dank umfangreichen Renovierungen und einer Verkleidung aus rostfreiem Stahl statt Aluminium erstrahlt das Atomium seit 2016 wieder in neuem Glanz.

Antwerpen in der Ferne

Die friedliche Nutzung der Atomkraft – dafür steht das Bauwerk des Architekten André Waterkeyn. Auch wenn der optimistische Fortschrittsglaube an die Atomkraft nicht mehr aktuell ist, ist das Atomium immer noch das beliebteste Wahrzeichen der belgischen Hauptstadt. Die neun Kugeln haben einen Durchmesser von 18 Metern; fünf davon kann man betreten, drei sind Technikkugeln und die 9. ein Schlafsaal für Grundschulkinder. Wer hier übernachten will, muss sich zwei Jahre vorher anmelden. Für Besucher des Atomiums geht es erst mal in den Fahrstuhl und innerhalb von 32 Sekunden auf 92 Meter bis in die oberste Kugel. Von hier aus haben Sie einen 360-Grad-Ausblick über Brüssel. Im Norden sind die Relikte der Expo 58 zu sehen, im Osten das Schloss von Stuyvenberg und der Flughafen. Bei gutem Wetter sehen Sie sogar bis nach Antwerpen, erkennen Hafenanlagen und die Kathedrale der etwa 40 Kilometer entfernten Stadt. Auch ein Restaurant befindet sich hier. Wer länger die Aussicht genießt, der könnte Zeuge eines ganz besonderen Moments sein: Hier oben werden viele Heiratsanträge gemacht, fast jede Woche verlobt sich ein Pärchen vor dem Panorama der belgischen Hauptstadt.

Hohe Instagrammability

Durch die Verbindungsröhren führen Rolltreppen in die anderen Kugeln, wo sich Dauer- oder Sonderausstellungen befinden. So lernen Sie alles über die Geschichte der Expo 58 und des Atomiums, seinen Zerfall und den Wiederaufbau. Die Sonderausstellungen widmen sich Themen wie Architektur, Design und Gesellschaft. Doch selbst wer sich nicht dafür interessiert, der Baustil des Atomiums selbst ist schon außergewöhnlich genug. Oft sind die steilen Treppen die Kulisse für Fotoshootings für Modemarken. Instagrammability-Faktor: sehr hoch. Immerhin sieht es hier aus, wie man sich in der Vergangenheit die Zukunft vorgestellt hat. Und so fühlt man sich auch, wenn man das Atomium verlässt: als wäre man gerade aus der Zukunft zurückgekommen. Kein Wunder, dass der Besucherstrom seit 1958 nicht abreißt.

Adresse Atomium Brüssel
Square de l'Atomium, 1020 Brüssel, Belgien

Öffnungszeiten Atomium Brüssel
täglich 10.00 – 18.00 Uhr, 24./31. Dezember 10.00 – 16.00 Uhr, 25. Dezember/1. Januar 12.00 – 18.00 Uhr

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