Zwinger - Dresden

Vergnügungsviertel für Kunstfans

Einst feierte Kurfürst August der Starke im Zwinger-Garten rauschende Hoffeste. Heute steigen hier nur noch selten Partys. Trotzdem: Das 300 Jahre alte Gesamtkunstwerk pulsiert. Täglich strömen hunderte Kunstfans in die Museen, Kinder spielen an den Brunnen und Geschäftsleute genießen hier ihre Mittagspause.

Die meisten Besucher sind überrascht, wenn sie das erste Mal durch eines der Eingangstore treten: Vor ihnen liegt plötzlich ein großer Platz mit Rasen, Blumenrabatten und vier Wasserbassins - das Ganze eingerahmt von verspielten Barock-Pavillons. Ein Fußballfeld würde hier locker reinpassen….

Der ehemalige Hausherr, Sachsens Kurfürst August der Starke, hatte ursprünglich sogar noch Größeres vor: Das Festgelände sollte eine Art Vorgarten für sein neues Elbschloss werden. Deshalb ließ Architekt Matthäus Daniel Pöppelmann die Seite zur Elbe offen. Ein neues Schloss gab's nie, und erst über 100 Jahre später baute Gottfried Semper die offene Seite zu. Deshalb sieht der Semperbau (127 Meter breit) auch ganz anders aus.

Er beherbergt heute die berühmte Gemäldesammlung "Alte Meister". Im Zwinger finden Gäste außerdem eine Porzellansammlung mit 20000 Exponaten und den Mathematisch-Physikalischen Salon. Keine Angst, gestrenge Mathelehrer lauern hier nicht auf "Opfer". Besucher können uralte wissenschaftliche Instrumente anschauen, Himmelsgloben, historische Uhren, Rechenmaschinen.

Versteckt in einer Ecke plätschert Wasser. Das Nymphenbad mit seinen (Akt)-Figuren zählt zu den schönsten barocken Brunnenanlagen der Welt. Wer hier einen Moment innehält und lauscht, der wird einen ganz besonderen Zauber spüren. Romantisch ist es auch am anderen Ende des Innenhofes: Dort erklingt regelmäßig ein Glockenspiel aus Meißner Porzellan.

Und warum heißt der Komplex Zwinger? Im Mittelalter wurde so ein Teil zwischen äußerer und innerer Festungsmauer genannt. Diese Funktion erfüllte der Zwinger aber nie. Das erste Gebäude war die Orangerie. Jetzt, 300 Jahre später, wird sie wiederbelebt: 80 italienische Bitterorangenbäumchen kommen zurück ins schöne Elbflorenz.

Öffnungszeiten: Außenanlagen tägl. bis 22.00 Uhr (Winter 20.00 Uhr), Eintritt frei; Museen tägl. 10.00 - 18.00 Uhr, montags zu; Eintritt für alle Ausstellungen: Erwachsene 10 Euro; Ermäßigte 7,50 Euro; Jugendliche bis 17 Jahre frei.

Fotos: Barokkokko; Dresden Marketing, Frank Exß; Christoph Münch, Anja Upmeier; Pixabay

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