Schloss Hellbrunn

Italienische Gartenkunst vor den Toren Salzburgs

Knapp vier Kilometer von Salzburgs Zentrum liegt ein wahres Wunderwerk der Gartenarchitektur. Hier sind ausgeklügelte Wasserspiele in Betrieb, die einzigen in Europa - seit über 400 Jahren.

Nachdem der Fürsterzbischof von Salzburg, Markus Sittikus Graf von Hohenems, im frühen 17. Jahrhundert die grünen Schätze Italiens kennengelernt hatte, gab er "seinen" Garten in Auftrag. Die verspielte Anlage und ihre beweglichen Figuren entstanden getreu dem Vorbild und werden jährlich von 450.000 Gästen bestaunt. Die luft- und wasserbetriebenen Automaten, Maschinen und Orgeln sind voll funktionsfähig und damit einmalig in Europa.

Komplexe Mechanismen

Unübersehbar: das Germaul, das vielleicht untypischste Selfie-Motiv. Die merkwürdige Fratze rollt die Augen und streckt seinem Gegenüber die Zunge heraus - dank kompliziertester Wassertechnik. Echte Hydraulik lässt sich auch an der Midas- und Kronengrotte erleben, wo ein breiter Wasserarm ein Krönchen hebt. Die ausgefuchsten Erfindungen nehmen kein Ende. Mittendrin: das mechanische Theater. Über 100 Holzfiguren lassen das Treiben in einer Provinzstadt zum Leben erwecken. Eine hydraulische Orgel sorgt für die passende musikalische Untermalung.

Verwunschen und verborgen

Am Fürstenweg stehen fünf kleine Wasserautomaten, wahre Technikkunstwerke. Besonders raffiniert ist neben dem Drachen von Perseus an Grotte Nummer vier die Vogelsanggrotte mit ihren täuschend echten Vogelstimmen - statt modernem Tonbandgerät eine komplexe Mechanik aus acht Wasser- und drei trockenen Pfeifen. Ebenso fantastisch sind die Wasserstrahlen in der Kaskade. Harmlose Wasserbögen zum Durchgehen wechseln sich mit plötzlichen Wasserstrahlen ab. Nie weiß der Besucher, von wo die nächste Fontäne kommt. Nur eines ist sicher: Gelacht wird hier noch genauso wie vor 400 Jahren.

(Wasser-)Kunst auf höchstem Niveau

Das knapp 60 Hektar große Gelände wurde immer weiter vervollkommnet und bis ins letzte Detail perfekt geplant. Künstlich, artifiziell, aber vor allem vergnüglich und überraschend. Vielseitigkeit und Kontrastfreude nach europäischen Vorbildern. Diese prägen auch das manieristische Schloss, in dem eine Ausstellung mehr über das Leben und die Zeit des Bauherrn verrät.

Schloss Hellbrunn, Fürstenweg 37, 5020 Salzburg, Österreich

9.00 - 16.30; Mai, Juni, September bis 17.30; Juli, August bis 18.00

Eintritt Erwachsene 12,50 Euro, Kinder 5,50 Euro

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