Seebad Bansin

Das Ende des 19. Jahrhunderts als reines Seebad gegründete Bansin gehört mit Heringsdorf und Ahlbeck zu den drei Kaiserbädern. Der Ort ist von adretten Villen und Hotels geprägt, die zumeist in unmittelbarer Strandnähe liegen. Im jüngsten und kleinsten der drei benachbarten Bäder überwindet zwar nur eine vergleichsweise "einfache" Seebrücke die Trennungslinie zwischen Land und Meer, der Blick von ihr ist jedoch kaum weniger reizvoll als der, den man ihren bekannteren Schwestern zuschreibt.

In Bansin beginnt die bis nach Ahlbeck durchgehende, über sieben Kilometer lange Strandpromenade. Eine Wanderung entlang der drei Bäder erschließt dem Betrachter die feinen Unterschiede, die zwischen ihnen bestehen. In Bansin erkennt man den modernsten Abschnitt der historischen Promenade an einer wichtigen Neuerung aus damaliger Zeit - dem freien Meerblick. Natürlich kann man sich auch einfach zum Strand begeben, dessen Beschaffenheit ist in Bansin von gleicher hervorragender Qualität wie an der gesamten Usedomer Ostseeküste.

Die heute 2.500 Seelen umfassende Gemeinde ist für Usedomer Verhältnisse ein relativ junges Seebad: 1897 durfte man erstmalig mit offiziellem Segen baden. Aus 10 Häusern bestand das Seebad Bansin damals: Eigentlich war das Seebad nichts anderes als ein gerade fertiggestelltes Neubaugebiet mit 10 Häusern im Dünengebiet.

1923 erhielt Bansin als erstes Seebad die Freibadeerlaubnis. Das, was wir heute als selbstverständlich ansehen, sprich: sich offen in Badeklamotten am Strand aufzuhalten, war also vor 100 Jahren noch nicht gestattet. Ab 1923 musste man sich in Bansin nun nicht mehr in den engen Strandbadeanstalten drängen. Nun tummelten sich Hochadel, Großindustrielle und alle anderen betuchten und namhaften Gäste Bansins am breiten, langen und feinsandigen Strand im schicken, teilweise knielangen Badeanzug und genossen ohne Umweg das gesundheitsfördernde Bad im offenen Meer.

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde aus dem Adelsbad Bansin ein Bad der Werktätigen, oder besser gesagt: ein Bad der Werktätigen und der werktätigen Spitzel. Das Ministerium für Staatssicherheit ließ nämlich Ferienwohnheime bauen und viele offizielle sowie inoffizielle Mitarbeiter des Überwachungsstaats durften sich hier vom real existierenden Alltagsstress erholen. Die historische Bäderarchitektur hingegen verfiel und verfiel ...

Ab 1990 wurden die kaiserzeitlichen Villen, Hotels und Pensionen restauriert. Besonders in der Bergstraße, aber auch in der Seestraße kann man sich eine Unzahl dieser historischen Gebäude anschauen, die pompöser Architekturschmuck auszeichnet: Die Fassaden zieren häufig Säulen, Halbsäulen und vielfältige Formen von Putzornamentik. Risalite und Ecktürmchen verleihen den Gebäuden ein schlossartiges Aussehen, die Fenster sind oft rundbogig, Balkone und Erker gehören ebenfalls zum Standard. Zweifelsfrei bildet die historische Bausubstanz neben Strand und Ostseewasser die Hauptattraktion von Bansin.

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