Hiddensee
Hiddensee – Eine Insel ohne Auto, dafür voller Charakter
Hiddensee liegt westlich von Rügen in der Ostsee – und es ist eine dieser Inseln, die man nicht so schnell vergisst. Das hat vor allem einen Grund: Auf Hiddensee gibt es keine Autos. Keine Durchgangsstraßen, kein Motorenlärm, kein Stau. Stattdessen Pferdekutschen, Fahrräder und breite Strände, die sich in einer fast unwirklichen Stille entlangziehen.
Die Insel ist 16,8 Kilometer lang, an der schmalsten Stelle kaum 250 Meter breit und an der breitesten etwa 3,7 Kilometer. Trotz ihrer überschaubaren Größe hat Hiddensee erstaunlich viel zu bieten: vier eigenwillige Dörfer mit ganz unterschiedlichem Charakter, eine abwechslungsreiche Landschaft aus Dünen, Wäldern und Bodden sowie eine Geschichte, die bis zu den Zisterziensermönchen des 13. Jahrhunderts zurückreicht.
Kein Wunder, dass Schriftsteller, Maler und Aussteiger die Insel schon früh für sich entdeckt haben. Gerhart Hauptmann wollte hier sogar begraben werden – und er war es auch. Heute kommen die Menschen wegen der Ruhe, der Natur und einer gewissen Ursprünglichkeit, die sich woanders kaum noch finden lässt.
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Was macht Hiddensee so besonders?
Die kurze Antwort: das Zusammenspiel aus Landschaft, Stille und Eigenständigkeit. Hiddensee ist eine der wenigen Inseln Deutschlands, auf der der motorisierte Individualverkehr verboten ist. Das allein macht die Insel besonders – aber es steckt natürlich mehr dahinter.
- Autofreiheit: Keine privaten Autos außer für Bewohner und Versorgungsfahrzeuge. Fortbewegung per Fuß, Fahrrad oder Pferdekutsche ist hier die Norm.
- Vielfältige Landschaft: Im Norden der hohe Dornbusch mit Leuchtturm und Weitblick, in der Mitte ein schmaler Sandgürtel, im Süden flaches Weideland – drei Inseln in einer.
- Geschichte mit Tiefe: Die Zisterzienser, der Dreißigjährige Krieg, Gerhart Hauptmann, DDR-Urlauber – Hiddensee hat eine Geschichte, die man schichtenweise ablesen kann.
- Künstlertradition: Schriftsteller, Maler und Filmemacher zogen es seit dem frühen 20. Jahrhundert auf die Insel. Diese Atmosphäre ist bis heute spürbar.
- Nationalpark vor der Haustür: Die Insel liegt im Nationalpark Vorpommersche Boddenlandschaft – Natur- und Artenschutz sind hier kein Fremdwort.
Hiddensee ist kein Ort für den klassischen Strandurlaub mit Cocktailbar und Strandkorbvermietung. Es ist ein Ort für Menschen, die einfach mal durchatmen wollen – und dabei nicht auf etwas Echtes verzichten möchten.
Bild: © Pixabay
Die vier Dörfer der Insel Hiddensee
Hiddensee hat vier Dörfer, und jedes hat seinen eigenen Rhythmus. Sie liegen entlang der Insel von Nord nach Süd – wer alle vier kennenlernen will, braucht ein Fahrrad und einen ganzen Tag.
| Dorf | Charakter | Besonderheit |
|---|---|---|
| Grieben | Klein, ruhig, ursprünglich | Ältester Ort der Insel, Feldsteinmauern aus der Slawenzeit |
| Kloster | Kulturell, lebendig | Heimatmuseum, Inselkirche, Hauptmann-Haus, ehemaliger Zisterziensersitz |
| Vitte | Größtes Dorf, Hauptort | Fähranleger, Gemeindeverwaltung, Einkaufsmöglichkeiten |
| Neuendorf | Still, denkmalgeschützt | Komplett unter Denkmalschutz, weißgetünchte Reetdachhäuser |
Grieben im Norden ist der älteste und kleinste Ort mit weißgetünchten Reetdachhäusern und uralten Feldsteinmauern aus der Slawenzeit. Kloster war Sitz der Zisterzienser und ist heute das kulturelle Zentrum der Insel – mit dem Gerhart-Hauptmann-Haus, der Inselkirche und dem Heimatmuseum. Vitte ist mit rund 600 Einwohnern das Hauptdorf: Hier liegt der Fähranleger, hier gibt es Einkaufsmöglichkeiten und die Gemeindeverwaltung. Neuendorf ganz im Süden steht komplett unter Denkmalschutz und hat sich den Charakter eines alten Fischerdorfes erhalten – keine Zäune, keine Vorgärten, nur Reetdachhäuser auf grünen Wiesen.
Bild: © Pixabay
Wandern und Natur auf Hiddensee
Wer auf Hiddensee wandert, merkt schnell: Diese Insel hat erstaunlich viel Abwechslung für ihre Größe. Die Route von Grieben im Norden bis Neuendorf im Süden umfasst knapp 17 Kilometer – ein lohnender Tagestrip zu Fuß oder per Rad.
Der Dornbusch im Norden ist mit 72 Metern die höchste Erhebung der Insel und Ziel vieler Besucher. Von hier oben sieht man bei klarem Wetter gleichzeitig auf den Bodden und die offene Ostsee. Der Leuchtturm auf dem Dornbusch ist seit 1888 in Betrieb und lässt sich besichtigen – der Aufstieg lohnt sich.
Südlich davon wechselt die Landschaft: schmale Dünenstreifen mit breiten Sandstränden im Westen, ruhiger Bodden im Osten. Wer Vögel beobachten möchte, ist am Bodden richtig. Das flache Wasser zieht Wat- und Wasservögel an – besonders im Frühjahr und Herbst, wenn Zugvögel Station machen.
Ein Tipp für Wanderer: Die unbefestigten Wege sind das Schönste auf Hiddensee. Statt Asphalt gibt es Sand, Gras und ab und zu eine Kuh am Wegrand.
Bild: © Pixabay
Anreise nach Hiddensee: So kommt man auf die Insel
Hiddensee ist autofrei – das bedeutet: Das eigene Auto bleibt auf dem Festland. Anreisen kann man von Stralsund, Schaprode (Rügen) oder Breege (Rügen). Die Reederei Hiddensee betreibt die Fährverbindungen.
| Abfahrtspunkt | Anlegestelle Hiddensee | Überfahrt ca. |
|---|---|---|
| Stralsund | Kloster / Vitte / Neuendorf | ca. 1,5–2 Std. |
| Schaprode (Rügen) | Vitte / Neuendorf | ca. 30–45 Min. |
| Breege (Rügen) | Kloster | ca. 30 Min. |
Auf der Insel selbst kommt man zu Fuß, per Fahrrad oder mit der Pferdekutsche voran. Fahrräder können mitgenommen oder vor Ort ausgeliehen werden. Die Saison geht grob von April bis Oktober, außerhalb davon fahren deutlich weniger Fähren.
Unterkünfte in Stralsund – Startpunkt für Hiddensee
Stralsund ist die ideale Basis für einen Ausflug nach Hiddensee. Von der Hansestadt aus legen die Fähren ab – und Stralsund selbst ist als UNESCO-Weltkulturerbe einen längeren Aufenthalt wert. Wer ein oder zwei Tage länger bleibt, kann die mittelalterliche Altstadt erkunden, das Ozeaneum mit seiner beeindruckenden Unterwasserwelt besuchen und am nächsten Morgen mit der ersten Fähre nach Hiddensee übersetzen. Ein gelungenes Kombiprogramm für einen ausgedehnten Ostsee-Urlaub.
Bild: © Grundner, Thomas / Tourismusverband Mecklenburg-Vorpommern
FAQ: Häufige Fragen zu Hiddensee
Darf man auf Hiddensee mit dem Auto fahren?
Nein. Hiddensee ist offiziell autofrei. Private Pkw haben keine Zufahrtsgenehmigung. Ausnahmen gibt es nur für Inselbewohner, medizinische Versorgung und Lieferdienste. Besucher lassen das Auto am Festland stehen und reisen per Fähre an.
Wie lange sollte man auf Hiddensee bleiben?
Ein Tagesausflug ist möglich – aber knapp. Wer die Insel wirklich erleben möchte, plant mindestens zwei bis drei Tage ein. Dann bleibt Zeit für alle vier Dörfer, den Dornbusch und ein paar Stunden am Strand.
Wann ist die beste Reisezeit für Hiddensee?
Mai und Juni sowie September sind die entspannteren Monate: weniger Besucher, angenehme Temperaturen, gute Fernsicht. Der Hochsommer bringt mehr Trubel, aber auch das volle Fährprogramm und das wärmste Badewetter.
Gibt es Unterkünfte auf Hiddensee?
Ja. Es gibt Ferienwohnungen, kleine Pensionen und wenige Hotels auf der Insel – vor allem in Kloster und Vitte. Die Kapazitäten sind begrenzt, deshalb lohnt sich eine frühzeitige Buchung.
Geheimtipp: Hiddensee im Frühherbst
Wer Hiddensee wirklich still erleben will, kommt im September oder Oktober. Die Fähren fahren noch, die Läden sind geöffnet, aber die Strandsaison ist vorbei. Das bedeutet: Strände fast für sich allein, Herbstlicht über dem Bodden und Wanderwege, auf denen man stundenlang niemandem begegnet. Besonders schön: der Weg vom Dornbusch nach Grieben beim ersten Morgenlicht. Mitbringen: Regenjacke, Fernglas für die Zugvögel – und viel Zeit.