Die Halbinseln Rügens – Jasmund, Mönchgut, Wittow

Die Halbinseln Rügens

Rügen ist bekannt als Deutschlands größte Insel – doch das Besondere liegt nicht nur in ihrer Fläche, sondern in ihrer Vielfalt: Rügen besteht aus mehreren Halbinseln, die jeweils ein völlig eigenes Gesicht haben. Jasmund mit seinen berühmten Kreidefelsen, das naturnahe Mönchgut, die nördliche Halbinsel Wittow mit Kap Arkona und das ruhige Zudar im Süden – jede dieser Halbinseln bietet eigene Erlebnisse und Landschaften.

Für Urlauber bedeutet das: Wer Urlaub an der Ostsee plant, kann auf Rügen in wenigen Tagen sehr unterschiedliche Küstenformen erleben – von schroffen Steilküsten über idyllische Boddenlandschaften bis zu ruhigen Fischerdörfern.

Die Halbinseln Rügens im Überblick

HalbinselLageHighlightsGröße
JasmundNordostenNationalpark, Königsstuhl, Kreidefelsen~30 km²
MönchgutSüdostenBiosphärenreservat, Hünengräber, Rasender Roland29,44 km²
WittowNordenKap Arkona, Steilküste, zwei Leuchttürme~100 km²
ZudarSüdenSüdlichster Punkt Rügens, Glewitzer Fähre~18 km²

Jasmund: Der Nationalpark der Kreidefelsen

Jasmund im Nordosten Rügens ist die kleinste, aber bekannteste der Halbinseln. Ihr Herzstück ist der 1990 gegründete Nationalpark Jasmund – das einzige Buchenwaldgebiet Norddeutschlands, das zum UNESCO-Weltnaturerbe zählt. Auf rund 30 Quadratkilometern treffen uralter Buchenwald und spektakuläre Kreidefelsen direkt auf die Ostsee.

Der bekannteste Aussichtspunkt ist der Königsstuhl, der mit 119 Metern höchste Kreidefelsen Deutschlands. Der Blick von oben auf das tiefe Blau der Ostsee und die weißen Felsformationen gehört zu den eindrucksvollsten Panoramen Norddeutschlands. Caspar David Friedrich ließ sich davon inspirieren – sein berühmtes Gemälde „Kreidefelsen auf Rügen" machte den Anblick weltbekannt.

  • Nationalpark Jasmund: 30 km² Buchenwälder und Kreidefelsen, UNESCO-Weltnaturerbe
  • Königsstuhl (119 m): Höchster Kreidefelsen Deutschlands mit Nationalpark-Zentrum
  • Wissower Klinken: 2005 fast vollständig ins Meer gerutscht – historische Kreideformation
  • Stubbenkammer: Plateaulandschaft über den Felsen mit eindrucksvollen Wanderwegen
  • Hafen Sassnitz: Tor zur Halbinsel und Ausgangspunkt für Fähren nach Skandinavien

Am besten erkundet man Jasmund zu Fuß: Der Hochuferweg führt direkt entlang der Kante der Kreidefelsen, mit Aussichtspunkten, an denen man die Felsen von oben sehen kann. Wer mehr Zeit hat, wandert den kompletten Kossätenweg durch den Nationalpark – rund 12 Kilometer durch ursprünglichen Buchenwald.

Mönchgut: Natur und Kultur im Biosphärenreservat

Mönchgut im Südosten Rügens ist eine der ältesten besiedelten Regionen der Insel – und gleichzeitig eine der wildesten. Die 29,44 Quadratkilometer große Halbinsel trennt den Greifswalder Bodden von der offenen Ostsee und ist Teil des Biosphärenreservats Südost-Rügen. Der Name geht auf Mönche des Klosters Eldena bei Greifswald zurück, die die Halbinsel ab 1252 durch den sogenannten Mönchsgraben vom Rest der Insel abschotteten.

Die Küstenlinie von Mönchgut ist außergewöhnlich gegliedert: Das Reddevitzer Höft, der Kleine und der Große Zicker sowie die Landzungen bei Thiessow sorgen für ein Netz aus Stränden, Bodden und Steilufern. In Göhren liegt der „Buskam", einer der größten Findlinge der Insel, und die Endstation der Schmalspurbahn Rasender Roland – ein historischer Dampfzug, der seit Jahrzehnten von Putbus über Binz bis nach Göhren fährt.

  • Badeorte: Göhren, Baabe, Lobbe, Middelhagen, Thiessow
  • Naturschutz: Teil des Biosphärenreservats Südost-Rügen
  • Geschichte: Hünengräber (prähistorische Grabstätten) und der Findling „Buskam" in Göhren
  • Dampfbahn: Endstation des „Rasenden Roland" in Göhren
  • Küstenvielfalt: Mischung aus Ostseestrand und stillem Bodden

Wer die Stille sucht, findet sie hier besonders in den Frühlings- und Herbstmonaten. Dann liegt Nebel über den Bodden, die Vögel rasten auf den Wiesen und die Wanderwege gehören fast einem selbst. Das Gebiet um Groß Zicker gilt als eines der ursprünglichsten Flecken der ganzen Insel.

Die Halbinseln Rügens sind gut mit öffentlichen Verkehrsmitteln und dem Fahrrad erreichbar. Wer ohne Auto reist, findet mit der Rügenschen BäderBahn einen historischen Dampfzug und mit der Autofähre Wittower Fähre eine praktische Verbindung in den Norden der Insel.

Wittow: Das nördliche Kap Rügens mit Kap Arkona

Wittow ist die nördlichste Halbinsel Rügens – und zugleich die dramatischste. Im Norden trifft die Steilküste schroff auf die Ostsee, im Süden öffnet sich die Halbinsel zur stillen Boddenlandschaft. Verbunden ist Wittow mit dem Rest der Insel über die schmale Nehrung der Schaabe sowie eine Autofähre beim Wieker Ortsteil Wittower Fähre.

Am nordwestlichen Zipfel liegt Kap Arkona – der nördlichste Punkt der Insel und von Mecklenburg-Vorpommern. Zwei historische Leuchttürme und ein preußischer Peilturm gehören zu den meistbesuchten Sehenswürdigkeiten Rügens. Die Steilküste fällt hier bis zu 45 Meter senkrecht in die Ostsee ab – an klaren Tagen sieht man Hiddensee und die dänische Insel Møn.

  • Kap Arkona: Nördlichster Punkt Mecklenburg-Vorpommerns, zwei Leuchttürme und Peilturm
  • Steilküste: Bis zu 45 m hohe Abbruchkanten an der Nordspitze
  • Hauptorte: Dranske, Wiek, Altenkirchen
  • Nationalpark: Teile der Halbinsel gehören zum Nationalpark Vorpommersche Boddenlandschaft
  • Zugang: Über die Schaabe-Nehrung oder per Fähre bei Wittower Fähre

Besonders empfehlenswert: die kurze Wanderung von Putgarten zum Kap Arkona – ein Weg durch offene Landschaft, der mit einem der schönsten Meerespanoramen Deutschlands belohnt wird.

Zudar: Die stille Halbinsel im Süden Rügens

Zudar liegt im Südwesten Rügens und ist die vielleicht unbekannteste der großen Halbinseln – was ihr einen besonderen Charme verleiht. Die rund 18 Quadratkilometer große Halbinsel liegt zwischen dem Rügischen Bodden und dem südwestlichen Eingang des Strelasundes und ist an der schmalsten Stelle nur 900 Meter mit dem Hauptteil der Insel verbunden.

Am östlichen Rand der Halbinsel liegt mit 25 Metern der höchste Punkt – bescheiden, aber mit weitem Blick über die Boddengewässer. Im Süden befindet sich der „Palmer Ort", der südlichste Punkt Rügens. Die Glewitzer Fähre verbindet Zudar mit dem Festland und ist neben der festen Strelasundquerung die wichtigste Querung zwischen Rügen und dem Festland.

Ortsteile auf Zudar

Zur Halbinsel Zudar gehören die kleinen Ortsteile Foßberg, Glewitz, Grabow, Losentitz, Maltzien, Poppelvitz und Zicker. Das Leben hier ist ruhig und ländlich geprägt – ideales Terrain für Radfahrer und Wanderer, die den touristisch erschlossenen Teilen Rügens entfliehen möchten.

Was macht Rügens Halbinseln so besonders?

Keine andere deutsche Insel bietet eine solche Vielfalt auf so vergleichsweise kleinem Raum. Was Rügens Halbinseln einzigartig macht, ist die geologische Geschichte: Alles hier ist ein Erbe der letzten Eiszeit. Die Kreidefelsen Jasmunds entstanden, als die Gletscher die damals waagrecht liegenden Kreideformationen zu steilen Wänden aufstauchten. Die sanften Boddenlandschaften, die Nehrungen und die Findlinge überall auf der Insel – alles sind Zeugen eines gewaltigen Umbruchs vor rund 12.000 Jahren.

Hinzu kommt die Vielfalt der Küstenformen: Steilküsten bei Jasmund und Wittow, flache Boddenküsten auf Mönchgut und Zudar, weite Sandstrände bei Binz und Sellin. Jede Halbinsel hat ihre eigene Atmosphäre – von der naturwissenschaftlichen Faszination der Nationalparks über das nostalgische Flair der Bäderarchitektur bis zur stillen Einsamkeit auf Zudar. Kein Wunder, dass Rügen jährlich über acht Millionen Übernachtungen verzeichnet – und trotzdem findet man selbst in der Hochsaison noch ruhige Ecken auf den Halbinseln.

FAQ zu den Halbinseln Rügens

Wie viele Halbinseln hat Rügen?

Rügen hat vier große Halbinseln: Jasmund im Nordosten, Mönchgut im Südosten, Wittow im Norden und Zudar im Süden. Hinzu kommen kleinere Landzungen wie Bug auf Wittow oder das Reddevitzer Höft auf Mönchgut.

Welche Halbinsel Rügens ist am bekanntesten?

Jasmund ist die bekannteste Halbinsel Rügens, vor allem wegen des Nationalparks und des Königsstuhls – dem 119 Meter hohen Kreidefelsen, der zum UNESCO-Weltnaturerbe gehört. Auch Wittow mit Kap Arkona zieht viele Besucher an.

Wie kommt man zu den Halbinseln Rügens?

Die meisten Halbinseln sind per Auto, Bus oder Fahrrad erreichbar. Wittow lässt sich auch per Fähre bei Wittower Fähre erreichen. Zudar ist über die Glewitzer Fähre mit dem Festland verbunden. Auf Mönchgut fährt der historische Dampfzug „Rasender Roland" von Putbus bis Göhren.

Wann ist die beste Reisezeit für Rügens Halbinseln?

Die Hauptsaison dauert von Juni bis August – dann sind Strände und Orte belebt. Wer die Halbinseln ruhig erkunden möchte, reist besser im Mai oder September. Die Kreidefelsen und Buchenwälder Jasmunds sind im Herbst besonders stimmungsvoll, wenn das Laub sich färbt.

Geheimtipp: Groß Zicker auf Mönchgut

Während Göhren und Baabe im Sommer gut besucht sind, ist das Gebiet um Groß Zicker auf Mönchgut vielen Urlaubern unbekannt. Die Landzunge liegt abseits der Hauptstraßen und ist nur über einen Feldweg zu erreichen. Von den Hügeln des Großen Zicker – aus Kreideuntergrund und Geschiebelehm aufgebaut – hat man freie Sicht auf die Boddengewässer auf der einen und die Ostsee auf der anderen Seite.

In der Senke zwischen den Zickerschen Bergen liegt ein kleiner stiller See, umgeben von Wiesen und Gebüsch. Wer früh morgens kommt, trifft hier möglicherweise Kraniche, Graureiher und andere Zugvögel an. Ein echter Geheimtipp für alle, die das ursprüngliche Rügen abseits des Touristenstroms suchen – und das ganz ohne weite Anreise vom Badeort Göhren aus.

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