Erlebnis Silberberg (Bayerischer Wald)

Erst Silberberg, dann die touristische Goldgrube

Dass der Hausberg einen Ort optisch prägt, ist normal. Dass die Menschen, die ihm zu Füßen leben, gleichzeitig von ihm leben, ist eher selten. Im bayerischen Bodenmais spielt der 955 m hohe Silberberg diese Rolle, seit Jahrhunderten schon bringt er den Leuten im Dorf Arbeit und einen bescheidenen Wohlstand.

Denn der Silberberg hat es in sich: Über 60 verschiedene Erze haben die Bergleute hier gefunden und abgebaut, das ist Europarekord. Fachleute nennen ihn deshalb den "geologischen Wunderberg Europas". Silber war in den ersten zwei Jahrhunderten das Hauptziel der "Knappen". Etwa 60 bis 70 kg holten sie jedes Jahr aus ihrem Berg. Aus dem Jahr 1313 stammt die erste urkundliche Erwähnung des Bergbaus in Bodenmais, über 700 Jahre ist das her. Die letzte Schicht war am 27. Mai 1962. Doch damit war noch lange nicht Schluss.

Frühere Mitarbeiter und ihre Söhne kauften das leerstehende Bergwerk 35 Jahre später. Seitdem gibt es regelmäßige, hochinteressante Führungen, die Geschichte des Bergbaus Silberbergs lebt weiter.

Auch aus anderen Gründen ist der Berg ein ganz besonderer. Im weitverzweigten System von 20 Stollen-Kilometern, diversen Höhlen und Hohlräumen haben über 20.000 Fledermäuse ihr Winter-Lebensumfeld gefunden. Sie schätzen neben der Dunkelheit die stabile Temperatur von 5° Celsius. Forscher aus aller Welt haben die Bodenmaiser Fledermäuse in den letzten Jahrzehnten be- und untersucht.

Und dann ist der Silberberg auch noch höchst gesund, vor allem eben die kühle Luft. Der lange Weg der Luft durch den Berg und die vielen Stollen als Filter schaffen im Bergwerk ein "Reinstluftklima", ideal für Menschen mit Asthma und Atemwegserkrankungen. Krankenkassen übernehmen mittlerweile die Kosten dieser Stollentherapie in Bodenmais.

Über Tage geht es am Silbergberg richtig touristisch zu. Hoch fährt eine Sesselbahn, auf der Mittelstation befindet sich der Eingang des Besucherbergwerks, der Barbarastollen. Außerdem ein Restaurant mit Biergarten und Spielplatz, hier genießen die Gäste einen wunderbaren Blick auf Bodenmais im Tal. Hiunter kann man wandern, nochmal Seilbahn fahren oder besser die 600 Meter lange Sommerrodelbahn nutzen.

Markant ist die Doppelspitze des Silberbergs, die Sesselbahn fährt Sie bis fast unters Gipfelkreuz. Ein wunderschönes Fotomotiv und ein beeindruckender Tiefblick.

Im Winter ist der Silberberg das Haus-Skigebiet von Bodenmais, gern genutzt vor allem von Familien und Anfängern. Beliebt ist die 600 Meter lange Winterrodelbahn, die an der Mittelstation beginnt. Wer es höher, schneller, wilder mag, fährt mit dem Skibus die 20 km zum schneesicheren Weltcup-Skigebiet am Großen Arber.

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