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Suhl

Ins Schwarze getroffen: Kurzurlaub in Suhl

Eine historische Fachwerkstadt an den Hängen des Thüringer Waldes: Suhl, seit langem bekannt für die ansässige Rüstungsindustrie, ist ein friedlicher kleiner Ort in bester Lange für alle Wanderfreunde. Genießen Sie die Ruhe

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Suhl: Grüner Volltreffer in der Mitte Deutschlands

Versuchen Sie mal, mit geschlossenen Augen in die Mitte der Deutschlandkarte zu tippen. Suhl getroffen? Die thüringische Stadt liegt nicht nur im Herzen von Deutschland, sondern auch in einer der reizvollsten, grünsten Gegenden des Landes – im Thüringer Wald. Von herrlichen Wipfeln und Gipfeln umgeben, ist Suhl ein Top-Ziel für einen Wanderurlaub. Hier führt der Höhenweg-Mythos Rennsteig vorbei. Ebenso traumhaft ist der „Gipfelwanderweg Suhl“, sieben Neunhunderter können am Stück oder etappenweise erwandert werden. Gern genippter Belohnungsschluck: „Suhler Waffenöl“. Die Stadt hat eine lange Tradition im Büchsenmacher-Handwerk.

Urlaub in Suhl, das ist Urlaub im romantischen Tal von Lauter, Hasel und Vesser, mitten im Thüringer Wald. Als naturreichste Stadt in Thüringen darf sie sich auch den Superlativ des größten staatlich anerkannten Erholungsorts in Deutschland anpinnen. Über 300 Kilometer bestens ausgeschilderte Rad- und Wanderwege können beschritten werden. Singen unbedingt erwünscht.

Wandern auf dem „Rückgrat Thüringens“

Die berühmteste Strecke ist natürlich der Rennsteig. Zu Thüringens ältestem und bekanntesten Höhenwanderweg sind es von Suhl aus nur sieben Kilometer Fußmarsch. Ein weißes „R“ auf den Baumstämmen führt jährlich bis zu 100.000 Besucher entlang des Vaters aller Wanderwege, 170 Kilometer quer durch den Thüringer Wald. Die Strecke verläuft von Hörschel an der Werra bis nach Blankenstein an die Selbitz. Traditioneller Wandergruß: „Gut Runst!“. Traditionelles Wanderliedchen: das Rennsteiglied. Sie werden den Refrain nicht mehr aus dem Kopf bekommen: „Diesen Weg auf den Höh'n bin ich oft gegangen, Vöglein sangen Lieder. Bin ich weit in der Welt, habe ich Verlangen, Thüringer Wald, nur nach dir.“ Ein Super-Ohrwurm, von dem es sogar Versionen in russischer, finnischer und chinesischer Sprache gibt. Die Melodie stammt von Herbert Roth, einem waschechten Suhler. Der gelernte Frisör, der zusammen mit seinem Vater einen Salon in der Suhler Innenstadt betrieb, wurde zum bekanntesten Volksmusik-Komponisten Thüringens. Mehr über sein Leben und Schaffen erfahren Sie in der Ausstellung in Suhl-Vesser. Auch eine Wonne: der Herbert-Roth-Wanderweg. Die etwa 22 Kilometer lange Rundtour startet westlich der Suhler Innenstadt im Haseltal. Es geht um den Spitzberg (649 m) herum und weiter zum Tierpark Suhl und nach Lauter. Dann zum Domberg (675 m) mit Bismarckturm und Krinitzenstube und schließlich zum Balkon der Stadt Suhl, dem Aussichtspunkt Ottilienstein. Keine Frage, was Sie hier die ganze Zeit schmettern.

Sieben auf einen Streich: Suhler Gipfelwanderweg

Während der Rennsteig keine Promotion mehr braucht, ist der „Suhler Gipfelwanderweg“ mit der Prämierung des 13. Platzes von „Deutschlands schönsten Wanderwegen 2019“ erst so richtig in den Fokus gerückt. Eine knackige Tour: Die 30 Kilometer lange Strecke von Goldlauter bis Heidersbach verbindet sieben Bergkuppen, lediglich einer ist kein 900er-Gipfel. Und weil jedes Wandererlebnis eine kulinarische Krönung braucht: Die Gehlberger Hütte auf dem Schneekopf (978 m) ist die höchstgelegene Ausflugsgaststätte im Thüringer Wald. Rostbratwurst, Klöße, süße Schneekopfkugeln – wo mehr verdient, wenn nicht hier.

Meister der Präzision: Sport – und Jagdwaffen aus Suhl

Bereits vor 600 Jahren wurden in Suhl Waffen hergestellt. Die Thüringische Stadt galt einst sogar als Rüstkammer Europas, lieferte an Königshäuser und Scheichs. Auch Spitzensportler profitieren von Suhler Meisterpräzision, hier feilten und feilen sie an den schnellsten Ladesystemen der Welt. Biathlon-Legende Sven Fischer trainierte auch im unterirdischen Kälteschießstand, den die Suhler Büchsenmacher zu DDR-Zeiten als Weltneuheit entwickelten.

Bis heute werden in Suhl meisterlich gravierte Gewehre in Handarbeit gebaut, darunter goldverzierte Jagdgewehre mit einem Wert von bis zu 50.000 Euro und Sportgewehre von außerordentlicher Güte. An Nachfrage fehlt es nicht, einen Jagdschein zu machen liegt im Trend, auch zunehmend mehr Frauen legen das „Grüne Abitur“ ab. Vor Ort ist es in der Jagdschule Frühauf möglich, die Schießausbildung auf der Anlage des Schießsportzentrums abzulegen. Sie zählt zu den modernsten und kompaktesten Schießsportanlagen weltweit, ist zugleich Landes,- Bundes- und Olympiastützpunkt. Mit einem Getränk, so sagt man, trifft man immer ins Schwarze: Suhler Waffenöl. Wir empfehlen das Kräuterlikörchen natürlich erst getaner Arbeit.

Stadt-Geschichten

Die Stadt selbst (38.000 Einwohner) kann sich auch sehen lassen. Der Steinweg und seine Verlängerung, die Gothaer Straße, bieten ein hübsches Ensemble alter Stadthäuser voller Charme, Geschäfte und Cafés. Gewiss, es ist nicht alles klein und schnuckelig. Als in den 1960er und 1970er Jahren aus dem kleinen Städtchen eine DDR-Vorzeigestadt wurde, riss man schöne alte Bausubstanz einfach ab und ersetzte sie durch graue Plattenbau-Viertel. Die typischen Hochhäuser, Relikte sozialistischer Umgestaltung, gehören also auch zu Suhl. Eine Institution ist das Congress Centrum. In der riesigen Veranstaltungshalle finden heute großartige Konzerte und Veranstaltungen statt, zudem gibt‘s immer wieder Aufnahmen für populäre TV-Sendungen der öffentlich-rechtlichen Sender. Wer also schon immer einmal zuschauen wollte, wie es hinter den Kulissen eine Fernsehshow zugeht, sollte vor seinem Besuch einen Blick in den Veranstaltungskalender werfen. Rein sollte man auf jeden Fall. Im Atrium des Gebäudes befindet sich das Fahrzeugmuseum Suhl mit ca. 220 Ausstellungsstücke aus der hundertzwanzigjährigen Fahrzeugbau-Tradition der Stadt. Lieblings-Stücke der Besucher: die berühmten Kleinroller Simson Schwalbe und Spatz. Die „Vogelserie“ des einstigen VEB Fahrzeug- und Jagdwaffenwerks Simson Suhl führte noch weitere Kultobjekte in ihrer Schar: „Sperber“, „Habicht“ und „Star“.

Sushi in Suhl: Japan-Hype in der DDR

Schwere Stadtbummelbeine? Nichts geht über einen gemütlichen Stopp mit Verkostung der heimischen Spezialitäten. Die Thüringer Top 3: Kuchen, Klöße, Bratwurst. Gewiss, Thüringer Rostbratwurst bekommt man heute fast überall in Deutschland, aber nirgends schmeckt sie so gut wie hier im Geburtsland. Bei Grill-Contests auf dem Suhler Marktplatz wird regelmäßig um die Krone des Thüringer Bratwurstkönigs gekämpft.

Kulinarisch bekannt wurde die Stadt in ganz Deutschland allerdings durch den Film „Sushi in Suhl“. Er erzählt die wahre Geschichte des Kochs Rolf Anschütz, der hier in den 1960ern ein japanisches Restaurant eröffnete. Der „Waffenschmied“ blieb 15 Jahre lang das einzige japanische Restaurant in der DDR. Da musste man auf eine Tischreservierung schon mal bis zu zwei Jahre warten. Es war definitiv etwas Gewagtes: Für das Fado-Bad zogen sich die Gäste vor dem Essen aus und gingen zusammen nackt baden. Heute können Suhl-Besucher den Geschichten über den bekannten Suhler Gastronom bei einer Gästeführung lauschen. Den japanischen „Waffenschmied“ gibt es zwar nicht mehr, gut speisen können Sie dort aber immer noch. Die Gaststätte setzt auf urig-rustikale Erlebnis-Gastronomie, inklusive Waffenausstellung mit antiken Handfeuerwaffen, diversen Blankwaffen und Ritterrüstungen.

Winterfreuden rund um Suhl

Im Winterurlaub locken gespurte Loipen, Skihänge und ein Loipengarten zum Üben. Der Abfahrtshang am Goldlauterer Salzberg bietet auf über einem Kilometer Länge Skivergnügen für Könner und gilt als „schwärzeste“ Piste nördlich der Alpen. Ein weiteres Familien-Highlight ist die „Winterwelt Schmiedefeld“ mit neuer Liftanlage und zahlreichen sportlichen Angeboten. Auch Gehlberg verfügt über eine eigene Liftanlage und ist an das zentrale Loipennetzsystem rund um den höchsten Aussichtspunkt, den Schneekopf, angebunden.

Suhl mit Kindern

Das große Thüringer Gastwirt-Herz liebt Kinder und Familienbesuch. In und um Suhl gibt es also viel zu erleben und zu entdecken: Ob Ottilienbad, Besucherbergwerk „Schwarzer Crux“, Tierpark, Sternwarte, Planetarium, Explorata-Mitmachwelt und Meeresaquarium Zella-Mehlis, Exotarium und Rennsteiggarten Oberhof – der Kurzurlaub in Suhl kann ruhig länger dauern. Wer zuhause nochmal nachlegen will: Das weltweit bekannte Brettspiel „Monopoly“ erscheint auch als „Thüringer Wald – Edition“. Lust, ein Häuschen oder gar ein Hotel in Suhl zu bauen? Mit dem Brettspielklassiker ist’s möglich. Und dann alle zusammen nochmal lauthals das Rennsteiglied anstimmen …

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