Wendisches Museum - Cottbus

In 16 Ausstellungsräumen belegen zahlreiche Exponate zu Trachten, Schrifttum und Literatur, Musik und Liedgut, Volkskunst und wendischem Brauchtum die Entwicklung der Sorbischen Kultur.

Hand aufs Herz: Wussten Sie, dass in Ostsachsen, in der Oberlausitz, und im südlichen Brandenburg, also der Niederlausitz, ein kleines slawisches Volk zu Hause ist? Dass auf einem Gebiet von etwa 100 Kilometer Länge und 40 Kilometer Breite, zu beiden Seiten der Spree, bis heute die Sorben leben? Ihre Heimat ist seit rund 1.500 Jahren die Lausitz- auf sorbisch Lužica, was soviel wie "Sumpfland" bedeutet.

Beim Besuch der Lausitz fallen Ihnen sicherlich die zweisprachigen Ortsschilder auf. In der Region um Bautzen und Kamenz, aber auch um Hoyerswerda und Schleife sowie in verschiedenen Kirchspielen der Niederlausitz rund um Cottbus können Sie älteren Frauen begegnen, die täglich ihre Tracht tragen.

Etwa eintausend Kreuze, Betsäulen und kleine Kapellen an Wegen und Straßen - als stumme Zeugen erfahrenen Leids oder tiefer Dankbarkeit - gehören zum Landschaftsbild im Gebiet der katholischen Sorben.

So mancher kirchliche und weltliche Brauch wird hier gepflegt, und zu Hochfesten und kirchlichen Feiertagen wehen neben der deutschen und der Landesfahne auch die blau-rot-weißen Farben der Sorben:

Die Vogelhochzeit - ptaškowa swajz'ba: Die in der heutigen Zeit am 25. Januar von Kindern gefeierte Vogelhochzeit hängt mit Beobachtungen aus der Tier- und Pflanzenwelt zusammen. Um diese Zeit beginnen bereits einige Vogelarten zu nisten und Eier zu legen. Als Ursprungsgebiet der Lausitzer Vogelhochzeit gilt der obersorbische Sprachraum, wo der Brauch in der Familie weit verbreitet ist. In Kindertagesstätten wird die Hochzeit mit der Elster als Braut und dem Raben als Bräutigam (sorbisch wron) gefeiert. Das Brautpaar ist festlich gekleidet, meist mit der niedersorbischen Festtagstracht. Die anderen Kinder sind als Vögel verkleidet. Mit Tänzen und Liedern gestalten sie den Tag.

Der Hahn - Kokot: Die Sommerbräuche bei den Sorben/Wenden in der Niederlausitz ranken sich besonders um das Ende der Ernte. Eine gute Ernte entschied nicht nur über den Wohlstand der besitzenden Bauern, sondern auch, ob die ärmeren Leute im Dorf genug zu essen hatten. Dem Hahn, sorbisch "kokot", sprachen sie Kräfte zu, die Ernte zu beeinflussen. War die Ernte beendet, versteckte sich der Hahn unter der letzten Garbe, um neue Kraft für die nächste Ernte zu sammeln. Diese Garbe wurde von den Schnittern mit bunten Blumen und Bändern ausgeschmückt und dabei wurde gerufen: "Z'ins jo kokot- heut ist kokot", was soviel bedeutete, dass an diesem Tag die Ernte abgeschlossen war.

Lage, Anfahrt

In der Altstadt, Bushaltestelle "Stadtpromenade", Bus 13 oder 15-44.

Öffnungszeiten, Eintrittspreise

Geöffnet: 1. 5. - 30. 9. Mi. - Fr. 10.00 - 18.00; Sa./So./Fei. 13.00 - 18.00; 1. 10. - 30. 4. Mi. - Fr.
10.00 - 17.00; Sa./So./Fei. 13.00 - 17.00;
24./31. 12. geschlossen
Eintritt: Erwachsene 4,- Euro; Ermäßigte 3,- Euro;
Kinder 6 - 18 Jahre 2,- Euro; Kinder unter 6 Jahre gratis

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