Kurt Tucholsky Museum - Rheinsberg

Kurt Tucholsky Museum: Der liebende Satiriker

Mit dem sommerleichten, heiteren „Rheinsberg. Ein Bilderbuch für Verliebte“ schrieb Tucholsky 1912 einen Welterfolg. Die Geschichte einer freien Liebe, poetisch und lustvoll – war damals eine provokante Revolution. Aber auch den weiteren Leben (mehrere Pseudonyme) des großen Satirikers können sich Besucher des Museums auf eine sehr lebendige Art nähern.

Die Literatur bleibt in der Regel - trotz "Eventkultur" und quotenmächtiger Talkshows - ein stiller, einvernehmlicher Vorgang zwischen Text und Leser. Eine Ausstellung dagegen soll und will ein anderes Erlebnis bieten: eine möglichst intensive Begegnung mit dem geistigen Kosmos des Autors, seinen Prägungen, Wirkungen, Widersprüchen und Leistungen. Anders als beim stillen Lesen wird eine Ausstellung ja nicht in erster Linie mit den Augen und dem Verstand im Sitzen, sondern mit den Sinnen beim Durchschreiten wahrgenommen. Ziel war es also, eine Art "begehbare geistige Biografie" zu schaffen, in der sich der Besucher selbständig, frei und lustvoll orientieren kann.

Im Eingangsbereich wird der Besucher zunächst optisch eingestimmt: eine großflächige Abbildung aus der "Rheinsberg"-Erzählung und eine minimale biografische Information sagen ihm, in welchem Jahrhundert und in welchem geistigen Raum er sich befindet. Wendet er sich in den Ausstellungsraum, wird er - wiederum verbunden mit einem Großfoto - mit der biografischen Gliederung und mit dem farbigen Leitsystem vertraut gemacht.

Mehr als 3.000 Texte zwischen 1912 und 1932

In den Vitrinen sind Tucholskys Bücher (in der Regel alles Erstausgaben,) ), Dokumente, Programmhefte, Zeitschriften, faksimilierte Autographen, Fotos und einige persönliche Gegenstände, wie Schreibmappen, Schreibmaschine, Karaffen, Bleistifte u.a., zu sehen. Die gegenständlichen Exponate (z. B. ein Grammophon mit Zinkschallplatte) rufen nicht nur Zeitkolorit auf, sondern sorgen als optisch interessante "Eye-Catcher" für Ruhepunkte im Fluss der Informationen.

Die Ausstellung richtet sich sowohl an Besucher mit Vorkenntnissen, Tucholsky-Leser und -Verehrer, als auch an interessierte Laien und Zufallsbesucher. Auch Schulklassen und Reisegruppen sollen angesprochen werden - mit Hörbeispielen, mit den Verfilmungen seiner Werke und mit speziellen Führungen und Vorträgen werden Einführungen in Leben und Werk geboten. Die Ausstellung stellt einen Dichter vor, der sich in die Konflikte seiner Zeit einmischte und der bereits 1926 für die Idee der "Vereinigten Staaten von Europa" eintrat. Tucholskys Haltung und seine Formulierungskunst werden noch heute von vielen Menschen als beispielhaft, mitunter auch als Herausforderung empfunden.

Literaturabende

Es gibt auch regelmäßig wunderbare Literaturabende im Schloss. Mehr als 200 Schriftsteller lasen bereits im Museum aus ihren neu erschienen Büchern. Außerdem vergibt das Museum jährlich an zwei Autoren ein Stadtschreiber-Stipendium.

Adresse Kurt Tucholsky Literaturmuseum
im Schloss Rheinsberg, direkt am Ostufer des Grieniericksees, Parkplätze am Gelände
16831 Rheinsberg

Öffnungszeiten Kurt Tucholsky Literaturmuseum
April – Oktober: Dienstag – Sonntag 10.00 – 12.30 Uhr und 13.00 – 17.30 Uhr
November – März: Dienstag – Sonntag 10.00 – 12.30 Uhr und 13.00 – 16.00 Uhr

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