Frauenkirche

Am 30. Oktober 2005 blickte die Welt auf Dresden, als die Frauenkirche nach zehn Jahren Restaurationsarbeiten eingeweiht wurde. Fast 250.000 Menschen feierten in den ersten drei Tagen das Fest der Weihe in und an der Dresdner Frauenkirche.

Die Freude über die Auferstehung des Gotteshauses, Wahrzeichen Dresdens, war riesengroß. Glanzvolle Konzerte, besinnliche Gottesdienste und freie Besichtigungen ermöglichen es jedem, die Frauenkirche hautnah zu erleben.

Der Ursprung des protestantischen Kuppelbaus geht auf die kleine romanische Kirche "Zu unserer lieben Frau" aus dem 11. Jahrhundert zurück. Diese über die Jahre mehrfach umgebaute Kirche entsprach durch ihren Bauzustand und ihre Größe nicht mehr den Bedürfnissen der Zeit.

So fällte der Rat der Stadt 1722 den Beschluss, eine neue Kirche zu bauen. Mit der Planung wurde der Ratszimmermeister und Architekt George Bähr beauftragt. Nach vier Jahren Planung wurde sein Entwurf am 26. Juni 1726 von der Stadt genehmigt. Finanziert wurde der Bau vorwiegend aus Spenden der Dresdner Bürger.

Am 28. Februar 1734 wurde der Innenraum mit einer großen Feier geweiht. Der Weiterbau der äußeren Kirche wurde zunächst aufgeschoben. Zu dieser Zeit veröffentlichte George Bähr seinen Plan, die Kuppel massiv aus Stein zu bauen. Dies stieß aber zunächst auf erhebliche Bedenken. Doch Bähr hatte einen mächtigen Fürsprecher in August dem Starken, dem sächsischen Herrscher. Aber es gab einen zweiten guten Grund für die Dresdner, die Kuppel aus Stein zu fertigen. Die Bedachung in Kupfer war teurer als der Sandstein, den man direkt vor den Toren Dresdens gewann.

Am 27. Mai 1743, knapp fünf Jahre nach dem Tod George Bährs, wurde der Monumentalbau schließlich durch Aufsetzen eines Kuppelkreuzes vollendet. Das Besondere an dem Entwurf von Bähr war nicht nur die komplett steinerne Kuppel - dies hat man noch bei zwei anderen Kirchenbauten in Europa (z. B. der Dom von Florenz) - sondern auch die konkave Form der Kuppel, welche an eine Glocke erinnert. Das war einzigartig auf der Welt und brachte dem Gebäude den Namen "Die Steinerne Glocke" ein (das Originalbild ist in der Gemäldegalerie "Alte Meister" zu sehen).

Die Akustik des Gebäudes war großartig. An der Silbermannorgel versuchte sich 1736 sogar Johann Sebastian Bach, auch er war von den Klangverhältnissen in dem Gebäude begeistert. So wurde die Kirche schon in der Vergangenheit sehr gerne für Konzerte genutzt.

Für mehr als 200 Jahre prägte die steinerne Glocke die Silhouette Dresdens. In der Nacht vom 13. zum 14. Februar 1945 flogen anglo-amerikanische Geschwader mehrere Angriffe auf Dresden. Tausende Menschen starben. Die genaue Anzahl kann niemand bestimmen, da sich in der Stadt viele Flüchtlinge aufhielten. Neben den menschlichen Tragödien, die sich im Bombenhagel abspielten, hatte der Angriff auch eine verheerende Wirkung auf das barocke Dresden. Fast die komplette Innenstadt wurde zerstört. Viele der barocken Schätze fielen den Flammen zum Opfer.

Die Frauenkirche überlebte den Bombenhagel wie durch ein Wunder. Sie ragte als Hoffnungsschimmer aus den Ruinen. Völlig ausgebrannt löste sich jedoch der Sandstein der inneren Stützpfeiler auf und konnte das Gewicht der Kuppel nicht mehr tragen. Die Frauenkirche stürzte einen Tag nach dem Inferno in sich zusammen. Der Dichter Gerhart Hauptmann schrieb zur Dresdner Bombennacht: "Wer das Weinen verlernt hat, der lernt es wieder beim Untergang Dresdens."

Lage, Anfahrt

Dominierendes Sakralbauwerk mitten in der Dresdner Altstadt, Straßenbahnlinie 1, 2, 4 Altmarkt oder Straßenbahnlinie 3, 7, 8 und Buslinie 75 Pirnaischer Platz

Öffnungszeiten, Eintrittspreise

Geöffnet:  Mo. - Fr. 10.00 - 12.00, 13.00 - 18.00
Gottesdienst: So. 11.00 und 18.00
Führungen: Mo. - Sa. 12.00, Mo. - Mi, Fr. 18.00;
Dauer ca. 50 Min.
Eintritt: frei (um Spenden wird gebeten)
Konzerte: Karten erhältlich unter www.frauenkirche-dresden.de oder per Tel. +49 (0)351 65606701

(Dresden-Fotos: DWT/Dittrich)

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