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Herrenhäuser Gärten
Bild: © Coptograph
Barocke Schönheit: Geschichte und Glanz der Herrenhäuser Gärten
Die Herrenhäuser Gärten in Hannover zählen zu den bedeutendsten Barockgärtenanlagen Deutschlands – und das seit über 350 Jahren. Was 1666 als bescheidener Lustgarten des Calenberger Herzogs Johann Friedrich begann, wuchs unter der leidenschaftlichen Hand von Kurfürstin Sophie von Hannover zu einem Gartenreich von europäischem Rang heran. Heute vereint die Anlage vier Teilgärten auf rund 100 Hektar Gesamtfläche und gehört zu den beliebtesten Sehenswürdigkeiten Niedersachsens.
Sophie von Hannover – Enkelin des englischen Königs James I. und eine der gebildetsten Frauen ihrer Zeit – war die entscheidende Gestalterin der Anlage. Sie ließ von 1679 bis zu ihrem Tod im Jahr 1714 den Großen Garten nach den Prinzipien der französischen und holländischen Gartenkunst anlegen. Ihre Vision: ein Gartenraum, der Natur und Geometrie in vollkommener Balance vereint. Das Schloss Herrenhausen, 1943 im Zweiten Weltkrieg zerstört, wurde 2013 als Museum und Veranstaltungsgebäude der Leibniz Universität Hannover neu errichtet und gibt der Anlage ihren historischen Rahmen zurück. Die Herrenhäuser Gärten sind damit nicht nur ein grünes Denkmal, sondern ein lebendiger Ort der Kultur und Geschichte.
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Der Große Garten – Herzstück der barocken Anlage
Der Große Garten ist das Kernstück der Herrenhäuser Gärten. Auf einer Fläche von rund 50 Hektar erstreckt sich eine symmetrisch angelegte Parklandschaft, die noch heute die Handschrift der Barockzeit trägt: streng geordnete Heckenparterre, kunstvolle Figurengruppen, lang gezogene Alleen und ein Freilufttheater, das Sommer für Sommer bespielt wird. Die Anlage wird von der Graft umgeben – einem wasserführenden Graben, der einst dem Schutz diente und heute idyllisch zu Spaziergängen einlädt.
Im Zentrum des Großen Gartens thront die berühmte Große Fontäne. Mit einer Wasserhöhe von bis zu 82 Metern gehört sie zu den höchsten Springbrunnen Europas und ist an Betriebstagen bereits von weitem zu sehen. Rund um die Fontäne gruppieren sich barocke Skulpturengruppen sowie sorgfältig gepflegte Blumenparterre.
Ein besonderes Highlight ist die Grotte von Niki de Saint Phalle. Die farbenprächtige Mosaikgrotte, das letzte große Werk der französisch-amerikanischen Künstlerin, wurde 2003 fertiggestellt und ist ein absolutes Muss für jeden Gartenbesucher. Ihre leuchtenden Mosaike und verspielten Formen bilden einen wunderbaren Kontrast zur geometrischen Strenge des Barockgartens. Ebenfalls sehenswert: der Irrgarten aus Hainbuchen-Hecken, die historische Kaskade und das Galeriegebäude, in dem regelmäßig Ausstellungen stattfinden.
Das Kleine Fest im Großen Garten, ein mehrtägiges Sommerfestival mit Theater, Musik und Artistik, ist seit Jahrzehnten eine Institution und verwandelt die Anlage jeden Sommer in eine einzige große Bühne unter freiem Himmel.
Bild: © HMTG/Kirchner
Was macht den Berggarten so besonders?
Der Berggarten nördlich des Großen Gartens ist heute ein botanischer Garten von internationalem Rang – und er birgt eine Überraschung, die viele Besucher verblüfft: Er beherbergt die größte Orchideensammlung Europas. Ursprünglich im 17. Jahrhundert als Nutzgarten für die höfische Küche angelegt, wurde der Berggarten im Laufe der Jahrhunderte zum botanischen Schaugarten umgestaltet.
In mehreren Schauhäusern kann man das ganze Jahr über exotische Pflanzenwelten erkunden:
- Orchideen-Schauhaus: Hunderte Orchideenarten in atemberaubender Blütenpracht – die größte Sammlung ihrer Art in Europa
- Regenwaldhaus: Tropische Vegetation mit Wasserfällen und exotischer Tierwelt
- Kakteenhaus: Surreale Formen aus Wüstenregionen rund um den Globus
- Schmetterlingshaus (saisonal): Lebende Schmetterlinge aus aller Welt in tropischem Ambiente
Im Frühling, wenn die Rhododendren blühen, verwandelt sich der Berggarten in ein Meer aus Lila, Pink und Weiß – ein Erlebnis, das Fotografen und Naturliebhaber gleichermaßen begeistert. Im Zentrum der Anlage steht das von Georg Ludwig Friedrich Laves entworfene Mausoleum aus dem frühen 19. Jahrhundert, in dem Mitglieder der hannoverischen Königsfamilie ihre letzte Ruhe gefunden haben. Das Bauwerk ist eine stille Oase inmitten der bunten Pflanzenvielfalt.
Der Georgengarten – Flanieren unter Linden
Wer vom Hannoveraner Stadtzentrum spazierend in Richtung Herrenhausen unterwegs ist, durchquert den Georgengarten – und entdeckt dabei einen der schönsten Stadtparks Norddeutschlands. Die rund zwei Kilometer lange Lindenallee, die sich als grünes Rückgrat durch den Park zieht, ist Flaniermeile, Laufstrecke und Picknickwiese zugleich.
Der Georgengarten wirkt ganz anders als seine Nachbargärten: Keine strengen Hecken, keine geometrischen Achsen – stattdessen weite Wiesenflächen, Baumgruppen und stille Winkel, in denen man die Großstadt vergisst. Hannoveraner nutzen ihn täglich für Joggingrunden, Hundespaziergänge und Familienausflüge. Am Rande des Parks erhebt sich das Welfenschloss, heute Hauptgebäude der Leibniz Universität Hannover, das mit seiner imposanten neuromanischen Fassade dem Park einen historischen Rahmen verleiht.
Wer kunst- und kulturinteressiert ist, sollte auch das Museum Wilhelm Busch – Deutsches Museum für Karikatur und Zeichenkunst – nicht verpassen, das unmittelbar am Georgengarten liegt. Der Georgengarten selbst ist ganzjährig und kostenlos zugänglich – ein Ort, der zum Verweilen einlädt, ohne jede Verpflichtung.
Bild: © HMTG/Kirchner
Praktische Infos für Ihren Besuch
| Information | Details |
|---|---|
| Adresse | Herrenhäuser Str. 4, 30419 Hannover |
| Eintritt Großer Garten | Erwachsene ca. 8 €, ermäßigt ca. 4 €, Kinder bis 6 Jahre frei |
| Eintritt Berggarten | Erwachsene ca. 5 €, ermäßigt ca. 2,50 € |
| Kombiticket | Großer Garten + Berggarten günstiger als Einzeltickets |
| Georgengarten | Ganzjährig kostenlos zugänglich |
| ÖPNV-Anfahrt | Stadtbahn Linie 4 und 5, Haltestelle Herrenhäuser Gärten (ca. 15 Min. vom Hbf) |
| Parken | Kostenpflichtige Parkplätze am Großen Garten vorhanden |
| Tipp | Aktuelle Öffnungszeiten und Preise auf herrenhaeuser-gaerten.hannover.de prüfen |
Adresse Herrenhäuser Gärten Hannover
Herrenhäuser Str. 4, 30419 Hannover
Öffnungszeiten Herrenhäuser Gärten Hannover
Großer Garten und Berggarten:
Informationen zu den Öffnungszeiten finden Sie hier.
Grotte im Großen Garten und Schauhäuser im Berggarten schließen 30 Minuten vor dem Großen Garten und dem Berggarten
Events und Highlights in Herrenhausen
Die Herrenhäuser Gärten sind das ganze Jahr über eine lebendige Bühne, auf der Natur und Kultur Hand in Hand gehen. Mehrere Großveranstaltungen ziehen jährlich zehntausende Besucher nach Hannover:
- Kleines Fest im Großen Garten (Juli/August): Das charmanteste Sommerfestival Hannovers vereint Straßentheater, Musik, Artistik und Feuerwerk im barocken Ambiente. Seit Jahrzehnten eine feste Größe im Hannoveraner Kulturkalender.
- Internationaler Feuerwerkswettbewerb (Mai–August): Teams aus verschiedenen Ländern lassen ihre Kunstfeuerwerke über den Gärten aufsteigen – ein spektakuläres Erlebnis an lauen Sommerabenden.
- KunstFestSpiele Herrenhausen (Mai/Juni): Zeitgenössische Musik, Tanz und Theater rund um Schloss Herrenhausen – ein internationales Festival mit hochkarätigen Künstlern aus aller Welt.
- Gartenleuchten Herrenhausen (November/Dezember): Lichtinstallationen und Illuminationen verwandeln die Gärten in eine winterliche Zauberwelt. Besonders atmosphärisch an kühlen Novemberabenden.
Tickets für die größeren Events sind erfahrungsgemäß schnell vergriffen. Wer Gartenbesuch und Event kombinieren möchte, sollte frühzeitig buchen.
Bild: © Hassan Mahramzadeh
Häufige Fragen zu den Herrenhäuser Gärten
Ist der Eintritt in die Herrenhäuser Gärten kostenpflichtig?
Für den Großen Garten und den Berggarten wird Eintritt erhoben. Der Georgengarten ist kostenlos und ganzjährig zugänglich. Kombitickets für beide Gärten sind günstiger als Einzeltickets.
Wie lange sollte man für die Herrenhäuser Gärten einplanen?
Für alle vier Teilgärten sollten Sie mindestens 3 bis 4 Stunden einplanen. Wer auch die Schauhäuser im Berggarten und die Grotte von Niki de Saint Phalle besucht, braucht eher einen halben Tag.
Wann ist die beste Reisezeit für die Herrenhäuser Gärten?
Von Mai bis September zeigen die Gärten ihre schönste Seite: Blütenpracht im Berggarten, aktive Fontäne und zahlreiche Events im Großen Garten. Im Winter lohnt sich das Gartenleuchten Herrenhausen im November und Dezember.
Wie erreiche ich die Herrenhäuser Gärten mit dem ÖPNV?
Mit der Stadtbahn der Linien 4 und 5 fährt man zur Haltestelle Herrenhäuser Gärten. Vom Hauptbahnhof Hannover dauert die Fahrt etwa 15 bis 20 Minuten.
Geheimtipp: Die Stille der frühen Morgenstunden
Wer die Herrenhäuser Gärten in ihrer ruhigsten Form erleben möchte, kommt kurz nach der Öffnung – am besten an einem Werktag. Bevor die ersten Reisegruppen eintreffen, hat man die Alleen des Großen Gartens fast für sich allein. Das Rauschen des Windes in den Linden, der Geruch feuchten Rasens und das sachte Plätschern der Kaskade: Das ist Herrenhausen, wie es kaum jemand kennt.
Besonders lohnend: ein früher Morgenspaziergang durch den Berggarten, wenn die Orchideen im Gegenlicht leuchten und die Schauhäuser noch nahezu leer sind. Wer dann auch noch einen stillen Blick auf das Mausoleum wirft, bevor der Lärm des Tages einsetzt, erlebt einen Moment, der sich deutlich von jedem klassischen Touristenbesuch unterscheidet. Mitbringen: bequeme Schuhe, etwas Zeit – und vielleicht eine Thermosflasche Kaffee.