Schloss Bad Homburg – Geschichte & Besichtigung

Schloss Bad Homburg

Ein Schloss, das nach Kaisern riecht und nach Geschichte klingt – das Schloss Bad Homburg vor der Höhe gehört zu den beeindruckendsten Residenzschlössern Hessens und ist gleichzeitig erschreckend leicht zu erreichen: Von Frankfurt aus ist man mit der U-Bahn in rund 30 Minuten dort, und der Weiße Turm ist bereits vom Bahnhof aus zu sehen. Das Schloss war Sommerresidenz der preußischen Kaiser, Kurort für Adel und Bürgertum gleichermaßen – und es erzählt eine Geschichte, die von hessischen Landgrafen bis zu Kaiser Wilhelm II. reicht, dem Mann, der den Homburger Hut salonfähig gemacht haben soll. Wer Hessen auf seine eleganteste Art kennenlernen möchte, sollte hier anfangen – denn der Taunus beginnt direkt vor der Schlossmauer.

Geschichte und Architektur: Residenz der Landgrafen

Der älteste Teil des heutigen Schlosses ist der Weiße Turm – ein schlanker, mittelalterlicher Rundturm, der als Wahrzeichen der ganzen Stadt gilt und weithin sichtbar über dem Stadtbild thront. Der Hauptbau entstand im 17. Jahrhundert unter Landgraf Friedrich II. von Hessen-Homburg, der wegen einer Beinprothese aus Silber als "Prinz mit dem Silberbein" in die Geschichte einging. Das Schloss wurde schrittweise ausgebaut und diente als Residenz der Landgrafen von Hessen-Homburg, bis die Linie 1866 ausstarb und das Schloss an Preußen fiel.

Damit begann eine neue, glamouröse Epoche: Kaiser Wilhelm I., Friedrich III. und vor allem Wilhelm II. nutzten Bad Homburg als bevorzugte Sommerresidenz. Wilhelm II. liebte die Stadt und verbrachte hier regelmäßig mehrere Wochen im Jahr. Er empfing europäische Würdenträger und machte Bad Homburg zu einem der gesuchtesten Kurorte des Kontinents. Der britische König Edward VII. war ein treuer Stammgast – und aus dieser Zeit soll der Homburger Hut stammen: ein charakteristischer Hut mit längs eingedrückter Krempe, der in Bad Homburg populär wurde und später die Herrenmodewelt im Sturm eroberte. Ob die Legende ganz so stimmt, ist unter Historikern noch immer Gesprächsthema – aber die Stadt nimmt den Ruhm dankend entgegen.

Nach dem Ende der Monarchie 1918 wurde das Schloss verstaatlicht und blieb weitgehend im Originalzustand erhalten. Heute verwalten die Staatlichen Schlösser und Gärten Hessen das Ensemble und bieten Führungen durch die prunkvoll möblierten Kaiserappartements und die landgräflichen Zimmer an. Für alle, die Schlösser und Burgen lieben, ist das einer der authentischsten Orte seiner Art in ganz Deutschland.

Was gibt es im Schloss Bad Homburg zu sehen?

Das Schloss Bad Homburg bietet zwei getrennte Besichtigungsbereiche – man kann sie einzeln oder als kombinierte Tour buchen. Stündliche Führungen nehmen einen mit auf eine Zeitreise durch Jahrhunderte hessischer und preußischer Geschichte:

  • Kaiserliche Zimmer – Die Appartements aus der Wilhelminischen Epoche, originalgetreu eingerichtet mit persönlichen Gegenständen Kaiser Wilhelms II. – von Schreibtischen bis hin zu Uniformen
  • Englischer Flügel – Die landgräflichen Zimmer mit Rokoko-Dekorationen, prachtvollen Wandvertäfelungen und historischer Möblierung aus dem 17. und 18. Jahrhundert
  • Weißer Turm – Das mittelalterliche Wahrzeichen der Stadt lässt sich besteigen und bietet einen schönen Ausblick über Bad Homburg und den Taunus
  • Schlosspark – Kostenlos zugänglich, ganzjährig geöffnet – ideal für einen Spaziergang rund um das historische Ensemble
  • Schlosscafé – Direkt im Schloss, perfekt für eine Pause nach der Führung
BereichEintritt ErwachseneÖffnungszeiten
Kaiserliche Zimmer9,00 €Di–So 10:00–17:00 Uhr
Englischer Flügel7,00 €Di–So 10:00–17:00 Uhr
Kombiniertes Ticket14,00 €
SchlossparkkostenlosGanzjährig bis zur Dämmerung
SchlosscaféDi–So während der Öffnungszeiten

Geführte Rundgänge finden stündlich statt – eine Anmeldung ist besonders in der Hauptsaison empfehlenswert. Montags ist das Schloss geschlossen, ebenso an den Weihnachtsfeiertagen (24.–26. Dezember) sowie Silvester und Neujahr (31. Dezember und 1. Januar).

Rund um das Schloss: Ausflugsziele in Bad Homburg und im Taunus

Schloss Bad Homburg ist kein Einzelkämpfer – es ist eingebettet in eine Stadt, die voller Ausflugsziele steckt. Wer einmal da ist, sollte auf keinen Fall nach der Schlossbesichtigung sofort wieder nach Frankfurt fahren. Das wäre fast eine Sünde.

Kurpark Bad Homburg

Direkt neben dem Schloss erstreckt sich einer der schönsten und weitläufigsten Kurparks Deutschlands. Mit seinen historischen Alleen, dem Kaiser-Wilhelms-Bad und den berühmten Mineralquellen war er seit dem 19. Jahrhundert Anziehungspunkt für Erholungssuchende aus ganz Europa. Im Park befinden sich übrigens auch zwei vergoldete Thailändische Salas – ein einzigartiges Geschenk des siamesischen Königshauses, das Bad Homburg zu einem besonderen Ort macht. Ein Spaziergang durch den Kurpark gehört zu jedem Besuch dazu.

Römeranlage Saalburg

Etwa 5 Kilometer vom Schloss entfernt liegt die Saalburg – das bekannteste rekonstruierte Römerkastell am Obergermanisch-Raetischen Limes, der zum UNESCO-Weltkulturerbe gehört. Die Anlage gibt einen faszinierenden Einblick in das Alltagsleben römischer Soldaten am nördlichsten Grenzwall des Imperiums. Ein halber Tag reicht für einen Besuch – und der lohnt sich wirklich, besonders mit Kindern.

Spielbank Bad Homburg

Die Spielbank Bad Homburg gilt als eine der ältesten in Deutschland und war im 19. Jahrhundert Magnet für den europäischen Hochadel. Das mondäne Flair vergangener Jahrhunderte schimmert noch immer durch – auch wenn man nicht spielen möchte, ist das historische Ambiente einen Blick wert. Kaiser und Könige haben hier ihr Glück versucht; man selbst kann es mit einem Kaffee im Foyer halten.

Taunus Therme Bad Homburg

Wer nach dem Schlossbummel entspannen möchte, findet in der Taunus Therme das ideale Gegenmittel: Thermal- und Solebäder, Saunen und Wellnessangebote machen sie zu einem der beliebtesten Thermalbäder in der Rhein-Main-Region. Gut kombinierbar mit dem Schlossbesuch für einen entspannten Ausflugstag.

Praktische Infos: Anreise, Eintritt und Öffnungszeiten

Bad Homburg vor der Höhe ist gut erreichbar – und das ist kein Zufall. Die Stadt war schon im 19. Jahrhundert ein Kurort für den Hochadel, und der komfortable Anschluss an das Verkehrsnetz gehörte von Anfang an zum Konzept.

InformationDetails
AdresseSchloss Bad Homburg, 61348 Bad Homburg vor der Höhe
Telefon+49 (0)6172 9262-148
Anreise mit ÖPNVU2 oder U9 ab Frankfurt (Hauptwache), ca. 30 Min. bis Bad Homburg Bahnhof, dann 10 Min. zu Fuß zum Schloss
Anreise mit PKWA661 Richtung Bad Homburg, Ausfahrt Bad Homburg-Zentrum, ausgeschildert
ParkenTiefgarage Bahnhof Bad Homburg oder Parkplätze Kurpark (kostenpflichtig)
Öffnungszeiten SchlossDi–So 10:00–17:00 Uhr (letzter Einlass 16:00 Uhr), montags geschlossen
SchlossparkGanzjährig kostenlos bis zur Dämmerung
Beste ReisezeitApril bis Oktober (Park in voller Pracht, längere Tageslicht)

Aktuelle Informationen zu Sonderführungen, Veranstaltungen und Gruppenkonditionen findest du auf der offiziellen Website der Staatlichen Schlösser und Gärten Hessen.

Wer die Region rund um Bad Homburg längere Zeit erkunden möchte, findet in der Umgebung ein gutes Angebot an Hotels – von klassischen Kurhotels im Taunusstil bis zu modernen Häusern mit direkter Anbindung an die Rhein-Main-Region. Bad Homburg ist auch als Ausgangspunkt für Hessen-Ausflüge beliebt – der Taunus liegt buchstäblich vor der Tür.

Geheimtipp: Russisch-Orthodoxe Kirche im Schlosspark

Viele Besucher des Schlosses übersehen sie komplett: die Russisch-Orthodoxe Kirche im Schlosspark, ein kleines goldbekuppeltes Kirchlein aus dem 19. Jahrhundert, das an die Verbindung zwischen dem deutschen Kaiserhaus und dem russischen Zarenhof erinnert. Die Kirche entstand, weil russische Zarenfamilien Bad Homburg regelmäßig als Kurort nutzten – und für ihren orthodoxen Gottesdienst eine eigene Kirche brauchten. Heute steht sie still im Park, von den meisten Besuchern unbemerkt, und strahlt eine faszinierende Mischung aus russischer Kirchenbaukunst und hessischem Kurpark-Ambiente aus. Wer sie findet, hat einen der schönsten Geheimorte der Stadt entdeckt.

Häufige Fragen zu Schloss Bad Homburg

Häufige Fragen auf einen Blick

Wann ist das Schloss geöffnet? Dienstag bis Sonntag, 10:00–17:00 Uhr (letzter Einlass 16:00 Uhr). Montags geschlossen.

Was kostet der Eintritt? Kaiserliche Zimmer 9 €, Englischer Flügel 7 €, kombiniertes Ticket 14 €. Kinder zahlen reduzierte Preise, der Schlosspark ist kostenlos.

Wie lange sollte man einplanen? Für Schloss und Schlosspark empfehlen wir mindestens 2–3 Stunden. Wer noch den Kurpark und weitere Sehenswürdigkeiten besuchen möchte, plant am besten einen ganzen Ausflugstag ein.

Gibt es eine Gastronomie? Ja, das Schlosscafé ist direkt im Schloss während der Öffnungszeiten geöffnet. Im Kurpark gibt es weitere Cafés und Restaurants.

Bild: Taunus Touristik Service e.V.

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