Römerberg

Der Römerberg in Frankfurt: Herz der Metropole

Linker Seite erheben sich die silberglänzenden Wolkenkratzer in den Himmel, geradeaus liegt die wuselige Einkaufsmeile mit dem modernen „MyZeil“ Shoppingcenter, doch wenn Sie nach rechts abbiegen, gelangen Sie unvermittelt in den historischen Teil Frankfurts: dem Römerberg, einem großen Platz gesäumt von historischen Häusern.

Es ist das Herz Frankfurts, die Seele der Stadt, Keimzelle für den Aufstieg der Stadt. Denn auch wenn die Mainmetropole vor allem als Finanz- und Bankzentrum bekannt ist, hier auf dem Römerberg wurde deutsche Geschichte geschrieben. Benannt ist der Platz nach dem Rathaus der Stadt, „Zum Römer“. Seit dem Mittelalter kommt dem Platz große Bedeutung zu: Zehn Kaiser wurden hier gewählt und im Dom nebenan gekrönt. Dabei gab es auf dem Römerberg jedes Mal ein großes Volksfest, bei dem im Gerechtigkeitsbrunnen sogar Wein statt Wasser geflossen sein soll. Weniger bedeutungsschwer für den Verlauf der deutschen Geschichte, aber umso mehr für Frankfurt waren die Herbst- und Frühjahrsmessen, die hier stattfanden und zu denen Händler aus ganz Europa anreisten. Ab 1393 wurde auch ein Weihnachtsmarkt veranstaltet, eine Tradition, die sich bis heute fortsetzt. Auch Unrühmliches fand statt: 1933 verbrannten Studierende, Dozente und die SS Bücher von „undeutschen“ Autoren vor johlendem Publikum. Seit 2001 erinnert eine Gedenkplatte wenige Schritte vom Brunnen entfernt an die Tat.

Geballte Sehenswürdigkeiten

Heute treffen sich die Frankfurter auf dem „Römer“ für einen Stadtbummel oder zum Cafébesuch. Urlauber und Touristen kommen, um die historischen Gebäude zu bestaunen. Die sind leider nicht mehr original erhalten, denn im Zweiten Weltkrieg wurde der Römerberg fast vollständig zerstört. Doch dank Restaurationen und Wiederaufbau bemerkt man davon heute nichts mehr. Auf und um den Platz ballen sich Frankfurts historische Attraktionen: der Kaiserdom, die alte Nikolaikirche, das Haus Wertheim (das einzige original erhaltene Fachwerkhaus der Innenstadt), die Kunsthalle Schirn 12 und das Historische Museum. Im Eckhaus Großer Engel wurde die erste Bank Frankfurts gegründet – sozusagen der Urgroßvater des Commerzbank Towers ein paar Straßen weiter. Die Häuser haben überhaupt lustige Namen, wie zum Beispiel „Schlüssel“, „Kleiner Laubenberg“ und „Schwarzer Stern“. Die rekonstruierten Fachwerkhäuser sind eines der beliebtesten Fotomotive der hessischen Millionenstadt und Kulisse für viele Veranstaltungen, Feste und den jährlichen Weihnachtsmarkt. Also einfach mal von der Zeil abbiegen und das historische Herz Frankfurts erforschen. Einen Kaffee dort trinken, wo früher Kaiser gewählt wurden, und sich an den adretten Fassaden der Fachwerkhäuser satt sehen.

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