Römerberg

Der Römerberg in Frankfurt – Stadtgeschichte zum Anfassen

Der Römerberg ist das historische Herz Frankfurts – ein Platz, an dem mehr als 2.000 Jahre Stadtgeschichte lebendig werden. Während wenige Straßen weiter die Glastürme der Bankenmetropole in den Himmel ragen, öffnet sich hier ein Ensemble aus rekonstruierten Fachwerkhäusern, dem Rathaus „Zum Römer" und dem Gerechtigkeitsbrunnen, das die Zeit des Mittelalters und der frühen Neuzeit wachhält. Wer durch das moderne Frankfurt flaniert und abbiegt, taucht unvermittelt in eine andere Zeitrechnung ein.

Der Römerberg ist kein museales Ausstellungsstück – er ist ein lebendiger Treffpunkt für Einheimische und Reisende, Kulisse für Märkte, Stadtfeste und den berühmten Weihnachtsmarkt. Ob Sie die Architektur auf sich wirken lassen, eine Pause am Gerechtigkeitsbrunnen einlegen oder die nahegelegenen Museen erkunden: Dieser Platz bietet immer wieder neue Perspektiven auf eine Stadt, die viel mehr ist als Banken und Messen.

Die Geschichte des Römerbergs

Der Römerberg ist nicht nur ein schönes Fotomotiv – er ist ein Geschichtsbuch aus Stein und Holz, das fast tausend Jahre zurückreicht. Bereits im frühen Mittelalter diente das Areal als Marktplatz und zentraler Versammlungsort. Den Namen trägt der Platz nach dem Rathaus „Zum Römer": ein Gebäudekomplex aus drei verbundenen Bürgerhäusern des 14. und 15. Jahrhunderts, der bis heute offiziell als Frankfurter Rathaus dient und mit seinen drei markanten Treppengiebeln das Bild des Platzes prägt.

Seinen historischen Höhepunkt erlebte der Römerberg zwischen 1562 und 1792 als Mittelpunkt der deutschen Kaisergeschichte. Nach den Krönungen im benachbarten Kaiserdom fand hier das große Krönungsmahl statt. Das Volksfest war so ausgelassen, dass der Legende nach im Gerechtigkeitsbrunnen Wein statt Wasser floss. Der Brunnen von 1543, gekrönt von der Justitia-Figur, steht noch heute in der Platzmitte.

Wirtschaftlich bedeutend waren die Herbst- und Frühjahrsmessen, zu denen Händler aus ganz Europa anreisten. Seit 1393 gibt es den Weihnachtsmarkt – eine der ältesten Traditionen der Stadt. Ein dunkles Kapitel schrieb der Römerberg 1933, als Nationalsozialisten hier öffentlich Bücher verbrannten. Eine Gedenkplatte in der Nähe des Brunnens erinnert seit 2001 an diese Tat.

Im Zweiten Weltkrieg wurde der Römerberg nahezu vollständig zerstört. Die heute zu sehenden Fachwerkhäuser der Ostzeile entstammen einem aufwendigen Wiederaufbau der 1980er-Jahre – nach historischen Vorlagen rekonstruiert und heute kaum von einem Original zu unterscheiden. Das einzige tatsächlich original erhaltene Fachwerkhaus der Frankfurter Innenstadt ist das Haus Wertheim aus dem 16. Jahrhundert, das den Krieg unbeschädigt überstand.

Was gibt es am Römerberg zu sehen?

Der Römerberg selbst ist ein Freilichtmuseum ohne Eintritt. Rund um den Platz und in unmittelbarer Nähe ballen sich Frankfurts bedeutendste historische Sehenswürdigkeiten. Ein Überblick:

SehenswürdigkeitBeschreibung
Rathaus „Zum Römer"Drei verbundene Bürgerhäuser aus dem 14.–15. Jh., Kaisersaal täglich 10–17 Uhr, ca. 3 €
GerechtigkeitsbrunnenRenaissancebrunnen von 1543 mit Justitia-Figur, freier Zugang
OstzeileRekonstruierte Fachwerkhäuser der 1980er – das Fotomotiv schlechthin
Alte NikolaikircheGotische Kirche aus dem 13. Jh. direkt am Römerberg
Kaiserdom St. BartholomäusWenige Gehminuten entfernt; Ort von Kaiserwahl und -krönung
Kunsthalle SchirnRenommierte Ausstellungshalle, direkt ans Römerberg-Ensemble angrenzend
Haus WertheimEinziges original erhaltenes Fachwerkhaus der Innenstadt (16. Jh.)
Historisches Museum FrankfurtStadtgeschichte vom Mittelalter bis heute; Di–So 11–18 Uhr, ab 9 €

Ein Besuch lässt sich gut mit einem Spaziergang am Mainufer verbinden: Vom Römerberg sind es nur wenige Minuten bis zur Museumsuferpromenade, die mit über einem Dutzend Museen aufwartet. Wer gerne einkauft, findet in der nahe gelegenen Zeil eine der frequentiertesten Einkaufsstraßen Deutschlands.

Wann lohnt sich ein Besuch am Römerberg?

Der Römerberg ist das ganze Jahr über einen Besuch wert – je nach Jahreszeit bietet er ein ganz anderes Gesicht. Wer Menschenmassen meiden möchte, kommt am besten an einem Wochentag und in den frühen Morgen- oder Abendstunden.

  • Frühling (März–Mai): Der Platz erwacht zum Leben, Straßencafés öffnen ihre Türen. Milde Temperaturen machen Spaziergänge durch die Altstadt besonders angenehm.
  • Sommer (Juni–August): Hochsaison mit den meisten Besuchern. Dafür finden zahlreiche Freiluftveranstaltungen statt, darunter das Museumsuferfest – eines der größten Kulturfestivals Deutschlands.
  • Herbst (September–November): Ruhiger und mit farbenfroher Kulisse – ideal für Stadtfotografen. Die goldene Beleuchtung des Sonnenuntergangs taucht die Fachwerkhäuser in ein besonders warmes Licht.
  • Winter (Dezember–Februar): Der Weihnachtsmarkt am Römerberg (Ende November bis kurz vor Heiligabend) gehört zu den bekanntesten in Deutschland. Die historische Kulisse mit Glühweinduft und Lichterketten schafft eine ganz eigene Atmosphäre.

Tipp: Für die besten Fotos der Ostzeile empfiehlt sich das frühe Morgenlicht kurz nach Sonnenaufgang – dann ist der Platz noch ruhig und die Lichtstimmung besonders weich.

Praktische Informationen auf einen Blick

InformationDetails
AdresseRömerberg, 60311 Frankfurt am Main
ÖPNVU-Bahn U4/U5 oder Tram 11/12, Haltestelle Dom/Römer
ParkenParkhaus Römer (Bethmannstraße), Tiefgarage Domstraße
Eintritt PlatzKostenlos, jederzeit zugänglich
Kaisersaal im RömerMo–So 10:00–17:00 Uhr | Eintritt ca. 3 €
Historisches MuseumDi–So 11:00–18:00 Uhr | Eintritt ab 9 € (ermäßigt 4,50 €)
Kunsthalle SchirnDi, Fr–So 10:00–19:00 Uhr, Mi–Do 10:00–22:00 Uhr | variabel
WeihnachtsmarktÜblicherweise Ende November bis 22. Dezember

Wer den Römerberg und das historische Frankfurt in aller Ruhe erkunden möchte, plant am besten mehrere Tage ein. In der Rhein-Main-Region gibt es Unterkünfte für jeden Geschmack – von stadtnahen Häusern in Frankfurt bis hin zu ruhigen Ausweichquartieren im Taunus oder entlang des Rheins.

Rund um Frankfurt warten noch viele weitere Ausflugsziele: das romantische Rüdesheim am Rhein, die Kurstadt Wiesbaden mit ihrer Jugendstil-Architektur, das mittelalterliche Limburg an der Lahn oder der Feldberg im Taunus mit weitem Panoramablick. Wer einen Ausflug von Frankfurt aus plant, hat in der Region genug zu entdecken, um mehrere Besuche zu füllen.

Häufig gestellte Fragen zum Römerberg

Ist der Römerberg kostenlos zugänglich?

Der Römerberg als öffentlicher Platz ist jederzeit und kostenlos zugänglich. Für den Kaisersaal im Rathaus Zum Römer wird ein Eintrittsgeld von ca. 3 Euro erhoben. Das Historische Museum Frankfurt kostet ab 9 Euro Eintritt.

Wie kommt man am besten zum Römerberg?

Mit dem ÖPNV fährt man am besten mit der U-Bahn (U4 oder U5) oder Straßenbahn (Linie 11, 12) bis zur Haltestelle Dom/Römer. Mit dem Auto empfiehlt sich das Parkhaus Römer in der Bethmannstraße oder die Tiefgarage an der Domstraße.

Was ist die beste Jahreszeit für einen Besuch am Römerberg?

Der Römerberg ist das ganze Jahr attraktiv. Im Dezember findet der berühmte Weihnachtsmarkt statt. Wer ruhigere Momente bevorzugt, besucht den Platz im Frühjahr oder Herbst und möglichst an Wochentagen in den frühen Morgenstunden.

Sind die Fachwerkhäuser am Römerberg original?

Die Häuser der Ostzeile sind Rekonstruktionen aus den 1980er-Jahren, da der Römerberg im Zweiten Weltkrieg fast vollständig zerstört wurde. Das einzige original erhaltene Fachwerkhaus der Frankfurter Innenstadt ist das Haus Wertheim aus dem 16. Jahrhundert.

Was gibt es in der Nähe des Römerbergs noch zu sehen?

Direkt am Römerberg oder in wenigen Gehminuten erreichbar: Kaiserdom St. Bartholomäus, Kunsthalle Schirn, Historisches Museum Frankfurt, die Mainuferpromenade mit dem Museumsufer sowie die Einkaufsstraße Zeil.

Geheimtipp: Frühmorgens und die Kleinmarkthalle

Wer den Römerberg ohne Touristengedränge erleben möchte, kommt kurz nach Sonnenaufgang. Dann liegt der Platz oft im sanften Morgenlicht, die Fachwerkhäuser spiegeln sich im Pflaster und das Licht der aufgehenden Sonne taucht die Ostzeile in warme Goldtöne – perfekt für unvergessliche Fotos ohne Menschenmassen.

Nur wenige Gehminuten entfernt befindet sich die Frankfurter Kleinmarkthalle in der Hasengasse. Dieser überdachte Markt ist seit Jahrzehnten ein Geheimtipp für Einheimische: regionale Käsespezialitäten, frisches Obst und Gemüse, hessische Wurst und Backwaren sowie internationale Delikatessen. Ein authentischer Kontrast zum touristischen Römerberg und ein idealer Ort für ein erstes Frühstück in Frankfurt.

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