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Kloster St. Marienthal - Ostritz
Was für eine Augenweide! Die barocke Klosteranlage Kloster St. Marienthal, malerisch an der Neiße gelegen, etwa 2 km südlich von Ostritz in der sächsischen Oberlausitz, gehört zu den faszinierendsten Kulturdenkmälern Ostdeutschlands. Gegründet im Jahr 1234 durch Kunigundis von Böhmen, ist St. Marienthal das älteste Frauenkloster des Zisterzienserordens in Deutschland, das ununterbrochen bewohnt ist. Bis heute leben und arbeiten hier Ordensschwestern, die den Alltag ganz nach dem Leitspruch der Benediktiner gestalten: „Ora et labora" – bete und arbeite. Das Kloster ist nicht nur ein spiritueller Ort, sondern auch ein lebendiges Kulturzentrum im Dreiländereck Deutschland–Polen–Tschechien.
Geschichte des Klosters St. Marienthal
Die Geschichte des Klosters St. Marienthal beginnt im Jahr 1234, als die böhmische Königin Kunigundis (Kunigunde von Böhmen) die Anlage für Zisterzienserinnen gründete. Schon früh entwickelte sich das Kloster zu einem bedeutenden geistlichen und wirtschaftlichen Zentrum der Region. Anders als viele andere Klöster in Deutschland überlebte St. Marienthal die Wirren der Reformationszeit, den Dreißigjährigen Krieg und die Säkularisierung – ein bemerkenswertes Zeugnis benediktinischer Beständigkeit.
Barock und Wiedergeburt
Im 17. und 18. Jahrhundert erhielt das Kloster sein heutiges barockes Gesicht. Die prächtige Klosterkirche, deren Ursprünge in die romanische Zeit zurückgehen, wurde aufwendig umgebaut und ausgestattet. Der barocke Glanz prägt bis heute das Erscheinungsbild der gesamten Anlage. In der DDR-Zeit drohte dem Kloster der Verfall – erst nach der Wende 1989 begann ein umfangreiches Sanierungsprogramm, das die Anlage Stück für Stück wiederherstellte.
Das Hochwasser 2010
Im August 2010 traf eine verheerende Blitzflut das Kloster. Das Neiße-Hochwasser am 7. und 8. August richtete Schäden in Millionenhöhe an: Türen und Fenster wurden eingedrückt, Mauern beschädigt, Wege zerstört. Durch umfangreiche Spendenaktionen und den unermüdlichen Einsatz der Ordensgemeinschaft konnten die schlimmsten Schäden behoben werden. Das Kloster steht heute wieder in vollem Glanz und zählt zu den beliebtesten Ausflugszielen Sachsens.
Was erwartet Sie beim Besuch im Kloster St. Marienthal?
Ein Besuch in St. Marienthal ist ein Erlebnis für alle Sinne. Die weitläufige Anlage vereint Spiritualität, Natur und Kultur auf engstem Raum.
Klosterkirche und Kapellen
Das Herzstück ist die Klosterkirche, ein Meisterwerk barocker Sakralarchitektur mit reich verzierter Innenausstattung. Ergänzt wird sie durch die Kreuzkapelle und die Michaeliskapelle – beide lohnende Ziele für einen Rundgang durch das Kloster.
Was Sie im Kloster erleben können
- Geführte Klosterführungen durch Kirche und historische Gebäude
- Besuch der Klosterbäckerei und des Klostermarkts
- Einkehr in der historischen Klosterschenke mit Kastaniengarten
- Spirituelle Angebote und Begegnungsmöglichkeiten mit den Schwestern
- Spaziergänge durch den Klosterwald und entlang des Naturlehrpfads
- Staunen vor dem östlichsten Weinberg Deutschlands
Schnellübersicht Kloster St. Marienthal
| Merkmal | Info |
|---|---|
| Gegründet | 1234 (ältestes Zisterzienserkloster Deutschlands) |
| Lage | Ostritz, Sachsen, Dreiländereck D–PL–CZ |
| Ordensgemeinschaft | Zisterzienserinnen |
| Besonderheit | Ununterbrochen bewohnt seit 1234 |
| Östlichster Weinberg D | Auf dem Klostergelände |
| Gastronomie | Klosterschenke mit Kastaniengarten |
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Klostergelände: Architektur und Sehenswürdigkeiten
Das Kloster St. Marienthal bietet weit mehr als die berühmte Kirche. Entdecken Sie die vielen Details, die diesen Ort so einzigartig machen:
Brunnen und Dreifaltigkeitssäule
Im Klosterhof fällt sofort der Brunnen mit der Dreifaltigkeitssäule ins Auge – ein stimmungsvolles Ensemble, das zur Kontemplation einlädt und typisch für den barocken Gestaltungswillen der Epoche ist. Umrahmt von historischen Klostermauern entfaltet dieser Hof eine ganz eigene, ruhige Atmosphäre.
Historisches Sägewerk und Mühle
Zeugnisse des einstigen wirtschaftlichen Eigenlebens sind die ehemalige Mühle und das historische Sägewerk. Sie erinnern daran, dass Klöster im Mittelalter selbstversorgende Großbetriebe waren. Heute beherbergen die sanierten Wirtschaftsgebäude das Internationale Begegnungszentrum (IBZ), das seit den 1990er Jahren Tagungen, Seminare und Freizeiten in einzigartiger Atmosphäre veranstaltet.
Der östlichste Weinberg Deutschlands
Eine echte Kuriosität: Auf dem Klostergelände befinden sich Weinstöcke, die den Anspruch tragen, den östlichsten Weinberg Deutschlands zu bilden. Die Lage im milden Neiße-Tal begünstigt tatsächlich den Weinbau – eine Überraschung, die viele Besucher begeistert und zu einem Gesprächsthema macht.
Natur und Aktivitäten in der Umgebung von Ostritz
Die Lage des Klosters St. Marienthal ist ein Hauptgrund für seinen anhaltenden Reiz. Eingebettet ins Neiße-Tal, umgeben von Wäldern und nur wenige Kilometer von der polnischen und tschechischen Grenze entfernt, ist das Kloster ein idealer Ausgangspunkt für Naturerlebnisse.
Neißeradweg – Radeln mit Klosterblick
Der Neißeradweg führt direkt am Kloster vorbei und ist eines der schönsten Radwegerlebnisse der gesamten Region. Auf insgesamt rund 350 km schlängelt sich der Weg vom Riesengebirge bis zur Oder. Ein Höhepunkt ist dabei die Passage durch das stille Neiße-Tal bei Ostritz mit dem unverbauten Panoramablick auf die barocke Klosteranlage.
Klosterwald und Naturlehrpfad
Wer es ruhiger mag, genießt einen Spaziergang durch den Klosterwald oder entlang des Naturlehrpfades. Bäche, alte Bäume, Stille – die Natur rund um das Kloster lädt zum Durchatmen ein, ganz unabhängig vom Wetter. Familien mit Kindern schätzen besonders den lehrreichen Pfad.
Klosterschenke und Klostermarkt
Nach einem Spaziergang lohnt ein Besuch der Klosterschenke mit ihrem hundertjährigen Kastaniengarten, der seit dem Himmelfahrtstag 1998 wieder Gäste empfängt. Auf dem Klostermarkt finden sich Postkarten, regionale Spezialitäten und die berühmten Backwaren der Klosterbäckerei – die perfekten Mitbringsel aus Ostritz.
Praktische Informationen zum Kloster St. Marienthal
Adresse Kloster St. Marienthal
Kloster 1, 02899 Ostritz, Sachsen
Anfahrt
Auto: B99 Richtung Ostritz Süd, der Klosterbeschilderung folgen
Fahrrad: Neißeradweg (europäischer Fernradweg)
Bahn: Bahnhof Zittau (ca. 15 km), dann Bus oder Fahrrad
Öffnungszeiten Klosterschenke
Saisonal geöffnet – aktuelle Zeiten bitte direkt beim Kloster erfragen
Führungen
Geführte Besichtigungen möglich, Voranmeldung empfohlen
Eintritt
Außengelände frei zugänglich; Kirchenführungen kostenpflichtig
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Häufige Fragen zum Kloster St. Marienthal
Wann wurde das Kloster gegründet?
Das Kloster St. Marienthal wurde 1234 durch Kunigundis von Böhmen gegründet – als ältestes ununterbrochen bewohntes Frauenkloster des Zisterzienserordens in Deutschland.
Kann man das Kloster besichtigen?
Ja! Führungen werden regelmäßig angeboten. Klosterkirche, -hof und Klosterschenke sind zu regulären Zeiten zugänglich. Der Klostermarkt bietet Souvenirs und regionale Köstlichkeiten direkt vom Kloster.
Wie kommt man nach Ostritz?
Das Kloster liegt direkt an der B99, etwa 2 km südlich von Ostritz. Radfahrer nehmen den Neißeradweg. Der nächste Bahnhof ist Zittau (ca. 15 km entfernt).
Was ist der östlichste Weinberg Deutschlands?
Auf dem Klostergelände von St. Marienthal befinden sich Weinstöcke, die offiziell als östlichster Weinberg Deutschlands gelten – eine charmante Rarität für Weinliebhaber und Besucherinnen gleichermaßen.
Gibt es Gastronomie im Kloster?
Ja, die Klosterschenke mit Kastaniengarten lädt zur Rast ein. Auf dem Klostermarkt gibt es Backwaren der Klosterbäckerei und typische Klosterspezialitäten.
Geheimtipp: Die Abendstimmung an der Neiße
Wer das Kloster in einem ganz besonderen Licht erleben möchte, sollte kurz vor Sonnenuntergang zum Neiße-Ufer unterhalb der Klosteranlage spazieren. Wenn die Abendsonne das barocke Mauerwerk in warmes Gold taucht und sich die Türme im ruhigen Flusswasser spiegeln, versteht man sofort, warum Ordensschwestern seit fast 800 Jahren genau hier geblieben sind. Am schönsten ist es unter der Woche, wenn kaum Touristen da sind – einfach stehen bleiben, atmen und genießen.