Barockschloss Rammenau

Schloss Rammenau: Meisterwerk des sächsischen Landbarocks

Sachsen ist reich an Schlössern und Residenzen. Ganz im Westen der Oberlausitz verblüfft das Barockschloss Rammenau. Hier möchte man mal richtig pompös heiraten. Oder wenigstens einen Tag lang mit Korkenzieherlocken, Puderdose und Reifrock herumflanieren. Ein sächsisches Schmuckkästchen zum Verlieben. Wie der Ort selbst.

Fünf Besitzerfamilien in 300 Jahren und noch immer eine Prachtimmobilie wie zu Augusts Zeiten: Barockschloss Rammenau ist ein Geheimtipp. Nicht, weil es sich versteckt, aber weil Dresden und Moritzburg einfach den berühmteren Hausherrn hatten. Diese liebevoll und komplett sanierte Schlossanlage wirkt wie ein Märchenschloss der Neuzeit. Stilistisch ein Kuss aus barocker Architektur und klassizistischer Innengestaltung, Schauräume voller Prunk und Pracht, Wände wie Bilderbücher, ein englischer Park mit perfekten Proportionen und selbst das Dachgeschoss ein spannendes Museum.

Barocke Üppigkeit

Erbaut wurde das Barockschloss 1721 von einem Kammerherrn August des Starken. Dieser musste jedoch hoch verschuldet aus Rammenau fliehen. Weitere adelige Besitzer folgten, im Ersten Weltkrieg diente das Haus als Lazarett, in den 1950er Jahren als Sommeratelier der Dresdner Kunsthochschule. Erst in den 1960er-Jahren hat es seine Bestimmung als Museum gefunden. Das Gebäude reicht über drei Etagen und drei Flügel, ein Highlight ist der traumhafte Spiegelsaal. Und man darf es mal probieren, das barocke Posen – beim Herunterschreiten der herrlichen Freitreppe, die von leicht bekleideten römischen Sandsteinfiguren veredelt wird. Im Teufelszimmer tanzt der Faun gleich mal ganz splitterfasernackt mitten auf dem Tisch.

Feine Tafelkultur

Die Herrlichkeit der Räume hat auch nach 300 Jahren nichts von seiner Wirkung verloren. Rammenau ist Kulisse für Ballnächte, Konzerte, Liederabende, Leinentage, Kochabende in der Gesindeküche, Puppentheater im Spiegelsaal und opulente Festmenüs. Apropos: Die Schlossgastronomie besticht durch einfallsreiche Kreationen und bodenständige, regionale Gerichte wie Pellkartoffeln mit Quark und Leinöl oder warme Quarkkollatsche. In den historischen Speisesalons wird sogar von adretten Kammerzofen serviert.

Film und Fichte

Rammenau gilt vor allem für die Ausrichtung von Märchenhochzeiten als erste Adresse. Brautpaare können vor Ort nächtigen, die noblen Schlosssuiten mit freistehender Badewanne und Himmelbett setzen das romantische I-Tüpfelchen. Dass die Anlage auch als Filmkulisse was her macht, beweisen der DEFA-Film „Aus dem Leben eines Taugenichts“ mit Dean Reed aus den 70er Jahren oder der ARD-Film „Das Geheimnis des Rosengartens“. Kein Geheimnis ist, dass im Ort Rammenau ein berühmter Philosoph das Licht der Welt erblickte: Johann Gottlieb Fichte. Denkmal, Schloss-Ausstellung und ein Fichte-Lehrpfad ehren den großen Vertreter des Idealismus. Guter Geist und frische Ideen erfüllen bis heute den ganzen Ort. Es gehört zu den schönsten Dörfern des Bundeslandes, gewann 2013 sogar die Goldmedaillle beim Wettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“. Es stimmt einfach alles, von gut ausgebauten Wanderwegen bis zur großen Herzlichkeit der Oberlausitzer. Herrschaftszeiten, was für eine prächtige Landpartie!

Adresse Schloss Rammenau

Am Schloß 4, 01877 Rammenau

Öffnungszeiten Schloss Rammenau

30. März - 3. November 2019, täglich 10.00 - 18.00 Uhr
4. November 2019 - 27. März 2020, Mittwoch - Montag 10.00 - 16.00 Uhr
dienstags geschlossen
24. Dezember 2019 sowie vom 27. Dezember 2019 bis 5. Januar 2020 geschlossen

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