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Freiburger Münster
Freiburger Münster – Wahrzeichen der Stadt
Der markante Turm des Münsters, von Kunsthistorikern einst als "Schönster Turm in der Christenheit" bezeichnet, ist 116 Meter hoch. Es ist der einzige derartige gotische Kirchenturm in Deutschland, der noch im Mittelalter vollendet wurde und seitdem fast wie ein Wunder die Zeit überdauert hat. Selbst den Bombenangriff im 2. Weltkrieg, der die Häuser in der nächsten Umgebung des Turmes zerstörte, überstand er unversehrt.
Zur Zeit des Münsterbaus war Freiburg kein Bischofssitz; daher besitzt die Kirche im auffallenden Kontrast zu anderen gotischen Kathedralen nur einen Turm. Der Turm beherbergt 16 Glocken, die älteste ist die "Hosanna"-Glocke aus dem Jahr 1258, sie wiegt 3.290 Kilogramm und ist eine der ältesten erhaltenen in dieser Größe.
- Den Glockenklang der Hosanna hört man donnerstags nach dem Abendangelus
- Freitags um 11 Uhr – daher ihr volkstümlicher Name: "Spätzleglocke"
- Jeden Samstagabend läutet die Hosanna über Freiburgs Dächer
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Was macht den Freiburger Münsterturm so besonders?
Der Freiburger Münsterturm ist das einzige vollendete gotische Turmwerk Deutschlands aus dem Mittelalter – eine Tatsache, die ihn von allen anderen Kathedralen des Landes unterscheidet. Während andernorts Bauarbeiten unterbrochen wurden oder erst in der Neuzeit fortgesetzt werden konnten, stand der Freiburger Turm bereits im 14. Jahrhundert fertig da. Das erklärt die einzigartige Harmonie seiner Formen: Filigrane Steinspitzen, durchbrochene Wimperge und die markante oktagonale Glockenstube fügen sich zu einem Gesamtkunstwerk zusammen, das Reisende seit Jahrhunderten in Staunen versetzt.
Ein weiterer Grund für seine Einzigartigkeit: Freiburg war zur Bauzeit kein Bischofssitz. Das hatte Konsequenzen für die Architektur – nur ein Turm statt zweier, wie es bei vielen vergleichbaren Kathedralen üblich ist. Was wie eine Einschränkung klingt, macht das Münster heute unverwechselbar.
Bild: © Pixabay
Innenausstattung
Die bedeutendsten Stücke sind der Hochaltar von Hans Baldung Grien und ein Altar von Hans Holbein dem Jüngern in einer der Chorkapellen. Die Fenster wurden von den Handwerkszünften gestiftet, deren Symbole – wie zum Beispiel Brezel, Stiefel und andere Handwerkszeichen – sich auf ihnen wiederfinden.
- Hochaltar von Hans Baldung Grien (vollendet 1516) – ein Hauptwerk des deutschen Spätgotik-Malers
- Holbein-Altar in einer der Chorkapellen – bedeutendes Werk des älteren Hans Holbein
- Zunftfenster – von Freiburger Handwerkerzünften gestiftet, mit Zunftsymbolen wie Brezel und Stiefel
Im Chor befindet sich das vom Bildhauer J. Chr. Wentzinger entworfene Grabmal des habsburgischen Generals v. Roth. Frisch renoviert präsentiert sich seit November 2004 die gotische Portalhalle im Westturm in neuem Glanz. Bei der Renovierung und Säuberung der Figuren wurde bewusst der Zustand der vorangegangenen Renovierung aus den 90er Jahren des 19. Jahrhunderts wiederhergestellt, für die damals der Freiburger Glasmaler und Künstler Fritz Geiges verantwortlich war.
Bild: © Photo Courtesy
Die rechtliche Situation
In Bezug auf die rechtliche Situation ist das Freiburger Münster eine Besonderheit. Von Beginn an gehörte das Münster nicht der Kirche. Der Bau wurde von der Freiburger Bürgerschaft vorangetrieben. Im Mittelalter änderte sich die Lage insofern, dass das Münster sozusagen "sich selbst" gehörte. Verwaltet wurde der Bau durch einen von der Stadt bestellten Münsterpfleger. In der Neuzeit wurde der Münsterbauverein gegründet, der auch rechtlich gesehen Eigentümer des Münsters ist.
| Epoche | Eigentümer / Verwaltung |
|---|---|
| Mittelalter | Freiburger Bürgerschaft, verwaltet durch Münsterpfleger |
| Frühe Neuzeit | Das Münster als eigenständige Einheit |
| Heute | Münsterbauverein (e.V.) – nicht das Bistum |
Kurioses im Freiburger Münster
Wer mit offenen Augen durch das Freiburger Münster läuft, kann durchaus etwas über Physik lernen. Unterhalb des Glockenturms sind im Boden zwei Messingpunkte eingelassen. Deren größerer ist der Punkt, der sich, geometrisch gesehen, direkt senkrecht unterhalb der Turmspitze des Glockenturms befindet. Der kleinere Punkt ist der, an dem ein Gegenstand auftreffen würde, wenn man ihn direkt von der Spitze des Turmes fallen lassen würde. Die Diskrepanz (ca. 3,2 cm) zwischen dem geometrischen Punkt und dem Aufschlagspunkt entsteht durch die Erdrotation.
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Freiburg im Breisgau bietet als Universitätsstadt mit einer lebendigen Altstadt und dem angrenzenden Schwarzwald ideale Bedingungen für einen unvergesslichen Aufenthalt. Rund ums Münster findet werktäglich einer der schönsten Freiluftmärkte Deutschlands statt: der Freiburger Münstermarkt mit regionalen Produkten aus dem Schwarzwald und dem Elsass. Dazu laden die Freiburger Bächle – die kleinen Wasserläufe in den Straßen der Innenstadt – zum Flanieren ein.
Geheimtipp: Türmergeschichte und verborgene Aussichten
Wer das Münster besucht, sollte unbedingt den Turm besteigen – 329 Stufen führen auf eine Aussichtsplattform in rund 70 Metern Höhe. Der Blick über Freiburg, den Schwarzwald und bei klarem Wetter bis zu den Vogesen ist unvergesslich. Insider-Tipp: Die mittelalterlichen Wasserspeier auf der Plattform lassen sich von hier aus auf Augenhöhe begutachten – ein Anblick, der von unten für immer verborgen bleibt.
Noch weniger bekannt ist die Geschichte der Türmer: Bis ins 19. Jahrhundert bewachte ein bezahlter Wächter den Turm rund um die Uhr und schlug im Brandfall Alarm. Diese Tradition war für die dichte Holzbauweise der mittelalterlichen Stadt existenziell wichtig – und erklärt, warum das Münster und seine Infrastruktur schon früh als Gemeingut aller Bürger Freiburgs verstanden wurde.
Häufige Fragen zum Freiburger Münster
- Wann wurde das Freiburger Münster gebaut?
- Der Bau begann um 1200. Der gotische Turm wurde bereits im Mittelalter vollendet – einzigartig in Deutschland.
- Wie hoch ist der Münsterturm?
- 116 Meter. Er ist der einzige gotische Kirchenturm Deutschlands, der im Mittelalter fertiggestellt wurde.
- Was sind die Öffnungszeiten?
- Die aktuellen Öffnungszeiten finden Sie auf der Website von Freiburg Tourismus oder direkt am Münster.
- Wem gehört das Freiburger Münster?
- Dem Münsterbauverein – nicht der Kirche. Eine historische Besonderheit, die bis in die Gründungszeit zurückreicht.
- Kann man den Münsterturm besteigen?
- Ja, gegen Eintritt und über 329 Stufen. Oben wartet ein Panoramablick über Freiburg und den Schwarzwald.
Adresse Münster Freiburg
Münsterplatz, 79098 Freiburg im Breisgau
Öffnungszeiten Münster Freiburg
Die aktuellen Öffnungszeiten finden Sie hier