Maximilianstraße Augsburg
Maximilianstraße
Wenn Augsburg einen Laufsteg hätte, dann wäre es die Maximilianstraße. Keine andere Straße der Stadt zeigt so eindrücklich, was diese ehemalige Freie Reichsstadt ausmachte: Kaufmannsgeist, Kunstsinn und ein Hang zur Prachtentfaltung, der seinesgleichen sucht. Auf rund 500 Metern zwischen dem Rathaus im Norden und der Basilika St. Ulrich und Afra im Süden reihen sich Renaissance-Palazzi an Rokokobauten, flankiert von drei monumentalen Brunnen, die heute zum UNESCO-Welterbe zählen.
Wer Augsburg wirklich verstehen will, fängt hier an. Ein Wochenende in Augsburg lässt sich kaum sinnvoller beginnen als mit einem langen Spaziergang die Maximilianstraße entlang – am besten an einem Sommerabend, wenn das Licht golden auf dem Augustusbrunnen liegt und die Terrassen sich füllen. Was hier auf engstem Raum an Geschichte, Kunst und Architektur zusammenkommt, ist schlicht bemerkenswert.
Bild: © Regio Augsburg Tourismus GmbH, Thomas Linkel
Augsburg hat eine der geschichtsträchtigsten Flaniermeilen Deutschlands – und die Maximilianstraße ist ihr Herzstück. Entdecke unten die schönsten Hotels und Angebote für deinen Augsburg-Besuch.
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Was macht die Maximilianstraße so besonders?
Die Maximilianstraße ist keine gewöhnliche Einkaufsstraße – sie ist ein freiliegendes Geschichtsbuch, lesbar für alle, die hinschauen wollen. Auf rund 500 Metern verdichtet sich über zwei Jahrtausende europäische Stadtgeschichte zu einem Spaziergang, der kaum zu toppen ist. Drei Aspekte machen sie zu einer der bemerkenswertesten Straßen ganz Deutschlands:
| Merkmal | Details |
|---|---|
| Lage & Länge | Herzstück der Augsburger Altstadt, ca. 500 m vom Rathaus bis zur Basilika St. Ulrich und Afra |
| Architektur | Gotik, Renaissance, Rokoko und Neoklassizismus nebeneinander – kein Stil wie der andere |
| UNESCO-Welterbe | Die drei Prachtbrunnen sind seit 2019 Teil des UNESCO-Welterbes „Augsburger Wassermanagement" |
| Geschichte | Über 2.000 Jahre alt – von der römischen Via Claudia Augusta zum mittelalterlichen Weinmarkt |
| Namenspatron | Kaiser Maximilian I., der Augsburg besonders liebte – Umbenennung offiziell erst 1957 |
Kurz gesagt: Wer die Maximilianstraße kennt, kennt Augsburg. Alles andere ist Ergänzung.
Von der Römerstraße zum Prachtboulevard – Geschichte der Maximilianstraße
Die Geschichte der Maximilianstraße beginnt, bevor sie überhaupt diesen Namen trug. Im Jahre 15 v. Chr. gründeten die Römer an dieser Stelle Augusta Vindelicum – das heutige Augsburg. Die Via Claudia Augusta, eine der wichtigsten Handelsrouten zwischen Rom und der Provinz Rätien, verlief durch genau das Gebiet, auf dem heute die Maximilianstraße liegt. Der nördliche Abschnitt vom Rathaus bis zum Merkurbrunnen folgt noch immer exakt dieser alten Trasse.
Im Mittelalter verwandelte sich die breite Stadtachse in einen geschäftigen Marktplatz. Man nannte sie schlicht „Weinmarkt" – denn hier wurde Wein aus aller Welt gehandelt, hier fanden Reichstage statt, hier wurden Turniere ausgetragen. Die Fugger und die Welser, die reichsten Kaufmannsfamilien Europas, ließen sich in ihrer Nähe nieder und bauten Paläste, die noch heute Zeugnis von ihrer schier unglaublichen Macht ablegen.
Den heutigen Namen erhielt die Straße erst 1957 – offiziell benannt nach Kaiser Maximilian I., dem Augsburg viel zu verdanken hatte und der sich Zeit seines Lebens gern in der Fuggerstadt aufhielt. Ein Name mit Bedacht gewählt: Maximilian liebte Augsburg, und Augsburg liebte ihn. Was 1809 durch den Abriss mehrerer Gebäude zu einer besonders breiten und repräsentativen Straße geworden war, trägt seinen Namen seither mit Stolz.
Bild: © Regio Augsburg Tourismus GmbH, Thomas Linkel
Die drei Prachtbrunnen – ein Kunstparcours durch die Renaissance
Drei Brunnen, drei Jahrhunderte Kunstgeschichte, ein UNESCO-Welterbe-Siegel: Die Prachtbrunnen der Maximilianstraße zählen zu den bedeutendsten Renaissance-Brunnen nördlich der Alpen. Sie stehen nicht nur wegen ihrer ästhetischen Qualität unter besonderem Schutz, sondern weil sie als funktionierende Teile des historischen Augsburger Wassersystems seit 2019 zum UNESCO-Welterbe gehören.
| Brunnen | Entstehung | Bildhauer | Symbolik |
|---|---|---|---|
| Augustusbrunnen | 1589–1594 | Hubert Gerhard | Kaiser Augustus als Stadtgründer; die vier Flussgötter Lech, Wertach, Singold und Brunnenbach |
| Merkurbrunnen | 1596–1599 | Adriaen de Vries | Gott des Handels – Huldigung der Kaufmannsdynastien Fugger und Welser |
| Herkulesbrunnen | 1596–1600 | Adriaen de Vries | Sieg über Naturgewalten – Symbol der Stärke der Freien Reichsstadt Augsburg |
Besonders der Merkurbrunnen fesselt den Blick: Merkur schwebt auf einer Kugel – eine scheinbar schwebende Bronzefigur, ein Meisterwerk des flämischen Bildhauers Adriaen de Vries. Derselbe Künstler schuf auch den Herkulesbrunnen, der am südlichen Ende der Straße, unmittelbar neben dem Schaezlerpalais, steht. Die vier Figurengruppen am Sockel zeigen den Kampf des Herkules mit den Hydra-Figuren – ein Schauspiel aus Bronze, das man einfach gesehen haben muss.
Übrigens: Der Augustusbrunnen auf dem Rathausplatz ist der älteste der drei – und zeigt in seinen vier Flussdarstellungen am Sockel nicht nur Kunst, sondern ein cleveres Stück Eigenwerbung der Stadt: Hier sprudelt Wasser, hier herrscht Wohlstand, hier ist Zivilisation. Die Botschaft damals war klar, und sie gilt heute noch.
Bild: © erlebe.bayern - Bernhard Huber
Sehenswürdigkeiten entlang der Maximilianstraße
Wer die Maximilianstraße entlanggeht, kommt an Gebäuden vorbei, die für sich genommen schon eine Reise wert wären. Hier die wichtigsten Stationen:
- Schaezlerpalais (Nr. 46): Das bedeutendste erhaltene Bürgerpalais des 18. Jahrhunderts in Augsburg – 1770 fertiggestellt für den Bankier Benedikt Adam Liebert von Liebenhofen. Im Inneren: die Deutsche Barockgalerie und der berühmte Rokoko-Festsaal, der als der kunsthistorisch bedeutendste Rokokosaal Deutschlands gilt. Kleines Bonmot: Zur Eröffnung im April 1770 tanzte hier die 14-jährige Marie Antoinette auf ihrer Brautreise nach Versailles. Und das Grundstück hat noch eine weitere Verbindung zu bedeutenden Frauen: Hier wurde 1527 Philippine Welser geboren, die spätere Erzherzogin von Österreich.
- Fuggerhäuser (Nr. 36–38): Zwischen 1512 und 1515 ließ Jakob Fugger „der Reiche" seine Stadtpaläste errichten. Von hier aus finanzierte er Könige, Kaiser und Päpste. Der Damenhof (über den Eingang Nr. 37 erreichbar) gilt als einer der schönsten Renaissancehöfe Deutschlands – Eintritt frei!
- Hotel am Maximilianplatz (ehem. Drei Mohren, Nr. 40): Seit über 500 Jahren Gastgeschichte an diesem Standort. Die Gästeliste ist beeindruckend: Napoleon mit Josephine (1805), Mozart (1763), Goethe, Casanova (1756) und Zar Nikolaus I. (1838).
- Basilika St. Ulrich und Afra: Am südlichen Ende der Maximilianstraße steht die gotische Doppelkirche neben der kleinen evangelischen St.-Ulrichs-Kirche – ein Sinnbild des Augsburger Religionsfriedens von 1555.
- Dom zu Augsburg: Einen kurzen Abstecher wert: Der Dom beherbergt die ältesten figürlichen Glasgemälde der Welt – entstanden um das Jahr 1065. Wer das sieht, hält die Jahreszahl zunächst für einen Tippfehler.
Bild: © Regio Augsburg Tourismus GmbH
Unsere Hotels in Augsburg
Die Maximilianstraße liegt im Herzen einer der ältesten und geschichtsreichsten Städte Deutschlands. Wer einmal hier war, kommt wieder – versprochen. Lies weiter, was Augsburg noch zu bieten hat.
Augsburg – UNESCO-Welterbestadt am Lech
Seit 2019 trägt Augsburg das UNESCO-Welterbe-Siegel – und das nicht für seine Altstadt als Ganzes, sondern speziell für sein historisches Wassermanagement-System. Kanäle, Wassertürme, Pumpwerke und die drei Prachtbrunnen der Maximilianstraße bilden ein Ensemble aus 22 Einzelkomponenten, das über Jahrhunderte die Wasserversorgung einer ganzen Großstadt sicherstellte – lange bevor es moderne Wasserleitungen gab.
Die Brunnen der Maximilianstraße waren keine bloßen Dekorationsobjekte: Sie waren funktionierende Teile der städtischen Wasserversorgung. Seit 1545 – einem Datum, das fast nirgendwo anders in Europa gilt – trennte Augsburg konsequent Trink- und Brauchwasser. Das Wasser floss über ein ausgeklügeltes Rohrsystem aus dem Umland direkt in die Stadt. Insgesamt durchziehen 199 km Wasserwege das Stadtgebiet. Das angrenzende Lechviertel hat damit mehr kleine Brücken als Venedig.
Besonders sehenswert: die historischen Wassertürme am Roten Tor, keine zehn Gehminuten von der Maximilianstraße entfernt.
Geheimtipp: Das verborgene Augsburg hinter den Fassaden
Augsburg hat einen Trick, den viele Besucher nie entdecken: Hinter den repräsentativen Fassaden der Maximilianstraße verbergen sich Innenhöfe, die wie Oasen der Stille wirken – mitten im Trubel der Innenstadt. Der Damenhof der Fuggerhäuser (Nr. 37, zu Öffnungszeiten kostenlos) ist der bekannteste, aber bei weitem nicht der einzige.
Wer echte Insider-Qualität sucht: Die Bronzefiguren an den drei Prachtbrunnen sind seit 1998 Kopien. Die Originalfiguren von Adriaen de Vries und Hubert Gerhard – über 400 Jahre altes Erz – stehen im verglasten Innenhof des Maximilianmuseums (Nr. 46), direkt neben dem Schaezlerpalais. Dort kann man sie aus nächster Nähe betrachten, während draußen die Touristen die Repliken fotografieren.
Noch ein Tipp für Frühaufsteher: Die Maximilianstraße am frühen Morgen, wenn das Licht schräg auf den Augustusbrunnen fällt und die Läden noch geschlossen sind, ist einer der schönsten Momente, die Augsburg zu bieten hat. Kein Getümmel, keine Selfie-Stöcke – nur du, der Brunnen und 2.000 Jahre Geschichte.
FAQ: Häufige Fragen zur Maximilianstraße
Wie lang ist die Maximilianstraße in Augsburg?
Die Maximilianstraße ist rund 500 Meter lang und verläuft von Nord nach Süd – vom Augsburger Rathaus im Norden bis zur Basilika St. Ulrich und Afra im Süden der Altstadt.
Wann wurden die Brunnen der Maximilianstraße erbaut?
Die drei Prachtbrunnen entstanden zwischen 1589 und 1600: Der Augustusbrunnen (1589–1594, Hubert Gerhard), Merkurbrunnen (1596–1599) und Herkulesbrunnen (1596–1600), letztere beide von Adriaen de Vries.
Ist die Maximilianstraße Teil des UNESCO-Welterbes?
Ja! Die drei Prachtbrunnen sind seit 2019 Teil des UNESCO-Welterbes „Historisches Wassermanagement in Augsburg".
Was ist das Schaezlerpalais?
Das Schaezlerpalais (1765–1770) ist das bedeutendste Bürgerpalais des 18. Jahrhunderts in Augsburg und beherbergt die Deutsche Barockgalerie sowie den kunsthistorisch bedeutendsten Rokokosaal Deutschlands.
Wann ist die beste Zeit für einen Besuch?
Die Maximilianstraße ist ganzjährig reizvoll – im Sommer mit Café-Terrassen, im Dezember mit dem berühmten Christkindlesmarkt. Tipp für Frühaufsteher: Am Morgen ist die Stimmung besonders magisch.