Augsburger Puppenkiste
Das weltberühmte Marionettentheater in Augsburg fasziniert seit 1948 Kinder und Erwachsene gleichermaßen. Was als kleine Bühne im Heilig-Geist-Spital begann, wurde zu einem der bekanntesten Kulturorte Deutschlands. Ob Jim Knopf, Urmel aus dem Eis oder das Sams – die Figuren der Puppenkiste sind echte Ikonen der deutschen Fernsehgeschichte. Seit 2001 befindet sich im gleichen Gebäude das Museum der Augsburger Puppenkiste, das auf 570 Quadratmetern die Welt der Marionetten lebendig werden lässt.
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Geschichte der Augsburger Puppenkiste
Die Geschichte der Augsburger Puppenkiste beginnt im Jahr 1943, als der Puppenspieler Walter Oehmichen während des Zweiten Weltkriegs erste Figuren aus Lindenholz schnitzte. Sein Traum: ein eigenes Marionettentheater. Am 26. Februar 1948 war es so weit – in einer Nische des Augsburger Heilig-Geist-Spitals eröffnete die Puppenkiste mit dem Stück Der gestiefelte Kater. Ein Datum, das seitdem als Geburtsstunde gefeiert wird.
Den Spitznamen „Puppenkiste" verdankt das Theater einem schlichten Holzkoffer, in dem die ersten Figuren transportiert wurden. Aus bescheidenen Anfängen wuchs unter der Führung von Oehmichens Tochter Hannelore Marschall und deren Familie ein Kulturbetrieb, der weit über Augsburg hinaus strahlte. Der entscheidende Schritt kam in den 1950er-Jahren, als das Erste Deutsche Fernsehen auf die charmanten Marionetten aufmerksam wurde. Sendungen wie Jim Knopf und Lukas der Lokomotivführer (ab 1961) und Urmel aus dem Eis (ab 1969) wurden zu Kult-TV-Produktionen und machten die Augsburger Puppenkiste bundesweit bekannt. Heute führt die vierte Generation der Familie Marschall das Theater – und die Figuren begeistern noch immer.
Bild: Augsburger Puppenkistenmuseum © Regio Augsburg Tourismus GmbH, Thomas Linkel
Das Museum der Augsburger Puppenkiste
Im Museum der Augsburger Puppenkiste trifft man auf alte Bekannte: Auf 570 Quadratmetern sind Originalfiguren, Kulissen und Requisiten aus über 75 Jahren Theatergeschichte ausgestellt. Zwei kleine Kinosäle zeigen historische TV-Auftritte und Aufführungsmitschnitte – perfekt zum Schwelgen in Erinnerungen oder zur Entdeckung der Klassiker.
Das Museum teilt sich das Gebäude mit dem aktiven Spielbetrieb des Theaters. Wer Glück hat, erlebt die Figuren nicht nur hinter Glas, sondern live auf der Bühne. Es lohnt sich, vorab zu prüfen, wann Vorstellungen stattfinden – die Kombination aus Museumsbesuch und Theateraufführung ist das Beste, was Augsburg zu bieten hat.
| Bereich | Was gibt es zu sehen? |
|---|---|
| Dauerausstellung | Originalfiguren wie Jim Knopf, Urmel, das Sams, Kater Mikesch |
| Kinosäle | TV-Klassiker aus über 60 Jahren Puppenkistengeschichte |
| Kulissen & Requisiten | Originale Bühnenbilder aus historischen Produktionen |
| Aktives Theater | Regelmäßige Vorstellungen für Kinder und Erwachsene |
Die bekanntesten Figuren der Augsburger Puppenkiste
Wer die Augsburger Puppenkiste kennt, kennt auch ihre Stars. Diese Figuren haben Generationen von Kindern und Erwachsenen ins Herz geschlossen:
- Jim Knopf – der neugierige Junge aus Lummerland, seit 1961 im Fernsehen zu sehen, nach dem Kinderbuch von Michael Ende
- Lukas der Lokomotivführer – Jims bester Freund, ruhig und verlässlich, der Fahrer der Lokomotive Emma
- Urmel aus dem Eis – das liebenswerte Urviech nach Max Kruses Vorlage, seit 1969 ein TV-Liebling
- Das Sams – Paul Maars frecches Fantasiewesen mit den roten Punkten im Gesicht und Wünschen ohne Ende
- Kater Mikesch – der sprechende Kater, der in den 1960er-Jahren nach tschechischer Vorlage entstand und Generationen bezauberte
- Hui Buh, das Schlossgespenst – das sympathisch-gruselige Geisterwesen, das lieber Freunde als Angst verbreiten möchte
Alle diese Figuren sind im Museum in Originalgröße und mit ihren echten Fäden zu bewundern. Die handwerkliche Feinarbeit, die in jeder Figur steckt, ist aus nächster Nähe zu erleben – ein echtes Erlebnis für Groß und Klein.
Bild: Die Beatles-Puppen © Augsburger Puppenkiste
Wann lohnt sich ein Besuch besonders?
Die Augsburger Puppenkiste empfängt das ganze Jahr über Besucher – doch es gibt Zeiten, die besonders lohnenswert sind:
- Vorweihnachtszeit: Das traditionelle Weihnachtsprogramm zieht Familien aus ganz Bayern an. Tickets frühzeitig sichern!
- Schulferien: Besonders bunte Vorstellungen und oft Sonderprogramme für Kinder
- Außerhalb der Ferien: Wer das Museum ohne Gedränge erleben möchte, ist unter der Woche optimal aufgehoben
- Herbst und Winter: Stimmungsvolle Kulisse in der Augsburger Altstadt, perfekt kombinierbar mit einem Bummel durch den historischen Stadtkern
Tipp: Museum und Theatervorstellung lassen sich gut kombinieren – plane dafür mindestens drei Stunden ein. Das Theater ist rollstuhlgerecht zugänglich, Kindergruppen sollten vorab reservieren.
Was kostet der Eintritt in die Augsburger Puppenkiste?
Ein Besuch in der Augsburger Puppenkiste ist für Familien gut erschwinglich. Die aktuellen Preise solltest du immer direkt auf der offiziellen Website prüfen, da sie sich je nach Saison leicht unterscheiden können. Als Orientierung für den Museumseintritt:
| Kategorie | Preis (ca.) |
|---|---|
| Erwachsene | ca. 6 – 9 € |
| Kinder (3–14 Jahre) | ca. 4 – 6 € |
| Familienkarte | ca. 16 – 22 € |
| Theatervorstellung (zusätzlich) | je nach Stück und Platz |
Tipp: Mit der Augsburg Card erhalten Besucher vergünstigten Eintritt ins Museum und in zahlreiche weitere Sehenswürdigkeiten der Stadt – besonders lohnend für einen mehrtägigen Aufenthalt.
Adresse Augburger Puppenkiste
Spitalgasse 15, 86150 Augsburg
Öffnungszeiten Augsburger Puppenkiste
Mittwoch - Sonntag 12.00 - 18.00 Uhr
Bild: Tina Turner Marionette © Augsburger Puppenkiste
Augsburg mit Kindern – mehr als nur die Puppenkiste
Augsburg ist eine der ältesten deutschen Städte und bietet für Familien weit mehr als die Puppenkiste. Wer einen oder mehrere Tage in der Stadt verbringt, sollte diese Highlights einplanen:
- Fuggerei: Die weltweit älteste noch bewohnte Sozialsiedlung, gegründet 1521 von Jakob Fugger. Eintritt möglich, faszinierender Einblick in Jahrhunderte alte Wohnverhältnisse
- Naturmuseum Augsburg: Tier- und Gesteinsausstellungen auf mehreren Etagen – besonders für Kinder mit Naturbegeisterung ein Muss
- Botanischer Garten: Weitläufige Anlage mit Tropenhäusern, Spielplatz und Picknick-Wiesen
- Eiskanal Augsburg: Weltberühmt durch die Olympischen Spiele 1972 – hier kann man dem Wildwasserkajak-Sport zuschauen
- Perlachturm: 70 Meter hoch, mit beeindruckendem Ausblick über die Altstadt und bei klarem Wetter bis zu den Alpen
- Augsburger Puppenkiste + Fuggerei + Dom: Die klassische Familienrunde durch die Innenstadt, alles zu Fuß erreichbar
Augsburg liegt verkehrsgünstig zwischen München und Ulm – ideal als Tagesausflug oder als Basis für einen mehrtägigen Familienurlaub in der Region.
Bild: Rolling Stones Marionetten © Augsburger Puppenkiste
Häufig gestellte Fragen zur Augsburger Puppenkiste
Wann wurde die Augsburger Puppenkiste gegründet?
Am 26. Februar 1948 von Walter Oehmichen – mit dem Stück „Der gestiefelte Kater". Das Museum eröffnete 2001.
Wie groß ist das Museum?
570 Quadratmeter mit Originalfiguren, Kulissen, Requisiten und zwei Kinosälen.
Welche Figuren sind im Museum zu sehen?
Jim Knopf, Lukas, Urmel aus dem Eis, das Sams, Kater Mikesch und viele mehr – alle in Originalgröße.
Ab welchem Alter ist es für Kinder geeignet?
Ab etwa 4 Jahren. Theatervorstellungen sind speziell auf jüngere Zuschauer zugeschnitten.
Wo liegt die Puppenkiste und wie komme ich hin?
Spitalgasse 15, 86150 Augsburg. Gut mit Bahn und Bus erreichbar, Parkhäuser in der Nähe.
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Geheimtipp: Das Spitalgassenviertel zur blauen Stunde
Wer nach dem Besuch in der Augsburger Puppenkiste noch etwas Zeit hat, sollte einen kleinen Umweg durch das benachbarte Spitalgassenviertel einplanen. Dieses historische Gässchengewirr direkt neben dem Theater ist kaum touristisch erschlossen und bietet einen authentischen Blick auf das alte Augsburg abseits der Hauptrouten.
Besonders empfehlenswert ist die blaue Stunde kurz nach Sonnenuntergang: Dann erstrahlen die Fassaden der alten Bürgerhäuser in einem weichen, warmen Licht, das sich wunderbar für Fotos eignet und eine fast märchenhafte Atmosphäre zaubert – ganz passend zur Welt der Marionetten.
Noch ein Insidertipp: Das kleine Theatercafé im Erdgeschoss der Puppenkiste ist ein offenes Geheimnis unter Augsburgern. Hier trinken Besucher und Einheimische zusammen Kaffee, manchmal sogar Seite an Seite mit dem Theaterteam. Ein Moment, den man so nur hier erleben kann.